Jeden Samstag versorgen die Gabenzaun-Initiatoren Ulrich Hütte (55) und Tanja Doczekala (51) mit ihrem Team rund 200 bedürftige Menschen auf dem Karlsplatz in Altenessen: Sie verteilen Kleidung, Hygieneartikel und Lebensmittel wie Backwaren, Konserven, Haferflocken, Obst und Gemüse. „Zu uns kommen nicht nur ältere Menschen, sondern auch Familien mit Kindern oder junge Leute“, so Ulrich Hütte, der das Projekt vor fünf Jahren ins Leben gerufen hat.

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Seit April 2020 gibt es den ökumenischen Gabenzaun, der in Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde Altenessen-Karnap sowie der katholischen Pfarrgemeinde Hl. Cosmas und Damian entstanden ist. „Der Gabenzaun sollte in den Anfängen der Corona-Pandemie eine Anlaufstelle für Bedürftige sein. Nachdem wir im Stadtteil bekannt wurden, sind anfänglich etwa 30 Menschen zur Lebensmittelausgabe gekommen“, erzählt Hütte.
Essener Gabenzaun startete als Projekt während der Corona-Pandemie

Schnell habe sich das Projekt herumgesprochen und sei zu einer festen Institution in Altenessen geworden, die von den Menschen wertgeschätzt wird, freut sich Tanja Doczekala: „Die Leute, die zu uns kommen, sind uns sehr dankbar für die Hilfe, die wir leisten. Als Dankeschön haben wir schon Blumen oder selbstgebackenen Kuchen bekommen.“
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Das mittlerweile 45-köpfige Team aus ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern wollte aber mehr als eine Lebensmittelausgabe bieten. So starteten die Initiatoren das Projekt „Little Homes“: rund drei Quadratmeter große Häuser, ohne Wasser und Strom, in direkter Nähe zum Gabenzaun. „Wir wollten Schutz und einen Rückzugsort für Obdachlose bieten und konnten bereits zwei Menschen mit diesem Projekt von der Straße holen“, erzählt Doczekala.
Wir konnten bereits zwei Menschen mit diesem Projekt von der Straße holen.
Tanja Doczekala
Doch damit nicht genug: Anfang 2023 rief das Team ein Begegnungscafé ins Leben, welches den Gabenzaun zu einem festen Ankerpunkt mache und ein Ort der Begegnung für alle aus dem Stadtteil sei, wie Hütte betont: „Zu unserem Begegnungscafé laden wir nicht nur Bedürftige ein, sondern auch alle Menschen aus der Nachbarschaft. Es findet jeden Samstag parallel zur Lebensmittelausgabe statt.“
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Im Café erhalten die Gäste neben einer warmen Mahlzeit, Kaffee, Tee und Gebäck auch ein offenes Ohr für ihre Anliegen sowie Tipps und Unterstützung für Behördengänge.
Essener Gabenzaun-Initiatoren hoffen auf Fördersumme aus einem Wettbewerb
„Wir finanzieren uns komplett über Spenden und haben immer den Druck, unsere Angebote Woche für Woche finanziell stemmen zu können“, so der Initiator, der rund 20 Stunden in der Woche in das Projekt investiert. Um der finanziellen Situation des Gabenzaunes Aufschwung zu verleihen, hat Hütte das Gemeindeprojekt beim Wettbewerb „chrismon Gemeinde“ angemeldet. Mit dem Wettbewerb werden Kirchengemeinden unterstützt, die der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland angehören und sich mit innovativen und gemeinnützigen Projekten für das Allgemeinwohl einsetzen.
Zu gewinnen gibt es für das Gabenzaun-Projekt 2000 Euro Förderung – eine Summe, die Hütte und sein Team gut gebrauchen könnten: „Wir würden das Geld für Lebensmittel verwenden und möchten dann versuchen, noch einen kleinen Teil davon für die anstehende Renovierung der ,Little Homes‘ zu nutzen.“
Wir haben mit der Zeit erkannt: Der Bedarf an Hilfe wird niemals weniger.
Ulrich Hütte
Um zu den Gewinnern zu zählen, müsste der Gabenzaun unter die zwölf meistgewählten Projekte kommen. „Aktuell liegen wir mit rund 10.000 Stimmen auf Platz 20 von 230. Daher brauchen wir noch einige Stimmen, die ganz einfach mit einem Klick und ohne Anmeldung auf der Seite der ,chrismon Gemeinde‘ abgegeben werden können“, erklärt Hütte, der darauf hofft, im Finale am 1. April zu den Gewinnern zu gehören.
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Im Jahr 2022 war das Gabenzaun-Projekt schon einmal erfolgreich in puncto Auszeichnung, wie Tanja Doczekala erzählt: „Wir haben den zweiten Platz beim Landes-Heimat-Preis gemacht. Darauf sind wir immer noch sehr stolz.“
Gabenzaun-Team plant neue Aktion zur Unterstützung bedürftiger Essener
Dass die Idee, die vor fünf Jahren als kleines Projekt begann, solche Dimensionen annimmt, hätte Ulrich Hütte damals nie vermutet: „Anfangs dachte ich, dass wir ein paar Monate lang eine Krisensituation während der Pandemie überbrücken, in der wir bedürftige Menschen unterstützen. Doch dann folgten weitere Krisen, wie der Ukraine-Krieg, der viele weitere Menschen in Notsituationen brachte. Wir haben mit der Zeit erkannt: Der Bedarf an Hilfe wird niemals weniger.“
Um noch mehr Hilfe leisten zu können, plant das Gabenzaun-Team noch eine weitere Aktion: In Zukunft soll eine „Wünsche-Wand“ aufgebaut werden, wie Hütte erklärt: „Wir möchten bedürftigen Menschen die Möglichkeit geben, ihre Wünsche auf einem Zettel an die Wand zu hängen. Anschließend versuchen wir, diese Wünsche zu erfüllen. Dabei muss es sich nicht zwingend um materielle Dinge wie ein Fahrrad oder einen Kühlschrank handeln – auch der Wunsch nach einem Gespräch ist willkommen.“
Wer das Projekt mit seiner Stimme unterstützen will, kann dies noch bis zum 1. April 2025 tun: auf der Internetseite chrismongemeinde.de
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