Eine ungewöhnliche Ausstellung beginnt am Freitag, 8. August, im Verein „Kunstwerden“, Ruhrtalstraße 19: „MiJo – Papa-Sohn-Popart“. Als sich der vierjährige Jona beim Kinderturnen den Arm brach und mehrere Wochen nicht in die Kita gehen konnte, suchten sein Vater und er nach einer Beschäftigung. So entstand MiJo – ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem bekannten Cartoonisten Michael Holtschulte („Tot aber lustig“) und seinem Sohn.

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Jona zeichnet eigenwillige, fantastische Wesen, inspiriert von Alltag, Unsinn und Erfindungsgeist. Michael koloriert und interpretiert die Linien – lässt sie aber unangetastet. Das Ergebnis ist eine ganz eigene Form der Popart: wild, leuchtend, kindlich radikal. Und berührend. MiJo ist nicht nur ein Vater-Sohn-Projekt, es ist eine künstlerische Beziehung auf Augenhöhe.

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Ob albern oder melancholisch: Die Figuren zeigen Charakter

Die Figuren tragen Namen wie Kotzarella Galoppi, Schnapperich Zitterbein oder Chantal Schreckverliebt. Sie sind mehr als Witzfiguren: Sie haben Haltung, Charakter, Brüche. Manchmal sind sie albern, manchmal melancholisch, oft einfach nur anders.

Bohnaldo der Bohnengeist schaukelt am liebsten mit seiner Ranke, ist lecker und hat ein freundliches Wesen.
Bohnaldo der Bohnengeist schaukelt am liebsten mit seiner Ranke, ist lecker und hat ein freundliches Wesen.© Mijo

In der Ausstellung wird das gesamte MiJo-Universum präsentiert – als Hybrid-Originale. Die Wesen wirken greifbar – und manchmal sogar lebendig auf den Leinwandpappen, die mit leuchtenden Acrylfarben vorbereitet werden und mit den ebenfalls lackierten Passepartouts und Abstandshaltern Tiefe und Raum im Rahmen erzeugen.

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Vater und Sohn zeichnen in Essen-Werden live vor Publikum

„Es ist mehr als nur Kunst. Es ist ein Plädoyer für das gemeinsame Tun. Für das, was passiert, wenn Erwachsene nicht belehren, sondern zuhören. Wenn kindliche Ideen nicht als niedlich abgetan, sondern als Impuls für echtes künstlerisches Schaffen genommen werden“, sagt Michael Holtschulte, der 2024 bei „Kunstwerden“ die Cartoon-Ausstellung „Feierabend!“ präsentierte.

Es ist mehr als nur Kunst. Es ist ein Plädoyer für das gemeinsame Tun. Für das, was passiert, wenn Erwachsene nicht belehren, sondern zuhören. Wenn kindliche Ideen nicht als niedlich abgetan, sondern als Impuls für echtes künstlerisches Schaffen genommen werden.

Michael Holtschulte
Michael Holtschulte,, Cartoonist

Das Gemeinschaftswerk MiJo war bislang nur in einer Düsseldorfer Galerie als Pop-up-Ausstellung zu sehen. Nun wird es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Die Vernissage am 8. August, die um 19 Uhr beginnt, wird mit Laudationen eröffnet von dem Journalisten Oliver Uschmann sowie Martin Sonntag, dem Leiter des Caricatura Museums für komische Kunst in Frankfurt. Am Sonntag, 10. August, zeichnen Vater und Sohn um 16 Uhr live.

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Die Ausstellung endet am 17. August. Zur Finissage wird es um 16 Uhr nochmals ein Livezeichnen sowie Gespräche geben.

Geöffnet ist die Schau freitags von 20 bis 23 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung im Verein Kunstwerden, Ruhrtalstraße 19 (Tor 2) in Essen-Werden.