Der Bauzaun steht, Materialien und Dixi-Toiletten sind eingetroffen, durch geöffnete Fenster kann man erkennen, dass die Entkernung der alten Villa an der Schinkelstraße läuft. Für den Umbau der ehemaligen Bundesbank an der Moltkestraße 31-33 zu einer vierzügigen städtischen Grundschule muss das einstige Wohngebäude Schinkelstraße 38 weichen.

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Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Beschwerde einer Nachbarin, die den Abriss des Gebäudes in einem Eilverfahren verhindern wollte, abgelehnt. Das bestätigt ihr Anwalt Nikolai Lasaroff. Es gebe rechtlich nun im Prinzip keine weitere Möglichkeit, da das Gericht auch im Hauptsacheverfahren der Argumentation der Stadt folgen werde. Die Beschwerde habe ohnehin keine aufschiebende Wirkung, sodass der Abbruch der Villa sofort umgesetzt werden könne, teilt die Stadt mit.
Nach der Entkernung soll der Abbruch des Hauses im Essener Moltkeviertel schnell erfolgen
Die vorbereitenden Arbeiten hatten Mitte der Woche begonnen. „Das Bauunternehmen visiert ca. zwei bis drei Tage für die Entkernungsarbeiten, die heute gestartet sind, an. Danach soll der Abbruch erfolgen“, so Burkhard Leise vom Stadtpresseamt am Dienstag (25.3.).
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte zuvor mit Beschluss vom 5. März den Eilantrag abgelehnt, mit dem die Nachbarin den Abriss der Villa verhindern wollte. Damit sei die Anordnung der sofortigen Vollziehung des Abrisses wieder in Kraft gesetzt worden, so die Stadt. Allerdings hatte die Nachbarin Beschwerde gegen den Gerichtsbeschluss eingelegt, die aber am Ende in nächsthöherer Instanz abgelehnt wurde.
Die Stadt Essen will das Schulprojekt möglichst schnell realisieren
Auf die Ankündigung des baldigen Abrisses hatte der Anwalt der Nachbarin, die den Abriss verhindern will, zunächst mit Unverständnis reagiert. „Die Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster ist gestellt. Ich glaube nicht, dass die Stadt jetzt mit den Baggern anrückt“, sagt Anwalt Nikolai Lasaroff am Dienstag (25.3.). Ein Trugschluss, wie sich im Verlauf der Woche zeigen sollte, in der zumindest die vorbereitenden Arbeiten am Gebäude bereits begonnen haben.
Die 416 Schulplätze, die vor Ort entstehen sollen, sollen laut Stadt möglichst schon zum Schuljahr 2026/2027 bereitgestellt werden. Dieser Zeitplan sei nur haltbar, wenn der beauftragte Generalunternehmer nun mit dem Rückbau beginne. Deshalb habe die Stadt Essen entschieden, bestehendes Recht umzusetzen und die durch den Beschluss des Verwaltungsgerichtes Gelsenkirchen mögliche sofortige Vollziehung des Abrisses umgehend einzuleiten.
Den Schulneubau will die Stadt Essen zum Schuljahr 2026/2027 belegen
Eine weitere mehrwöchige oder mehrmonatige Verzögerung des Baufortschrittes würde zur Folge haben, dass der Neubau voraussichtlich erst zum Schuljahr 2027/2028 zur Verfügung stünde, was zu einer weiteren Verknappung der Schulplätze im Schuljahr 2026/2027 führen würde. Für Kinder aus dem Einzugsgebiet Moltkeviertel, Südviertel, Südostviertel und Rüttenscheid könnte dies zudem einen weitaus weiteren Schulweg bedeuten.

Die Bezirksregierung Düsseldorf, der Landschaftsverband Rheinland (LVR) sowie jüngst der Beschluss des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen hätten das Vorgehen der Stadt bestätigt, auch wenn sich in der Umgebung der Villa Schinkelstraße Baudenkmäler befinden.
Für die neue Schule im Essener Moltkeviertel sind Frei- und Pausenflächen notwendig
Für den Neubau einer Grundschule sind laut Stadt ausreichende Frei- und Pausenflächen notwendig, die nur bei Abbruch des einstigen Wohnhauses in der Schinkelstraße realisiert werden können. Das Gebäude sei zudem baurechtlich nicht mit dem geplanten Anbau an der Ostseite der ehemaligen Bundesbank kompatibel, da sich die in diesem Fall einzuhaltenden Abstandsflächen überschneiden würden. Abstandsflächen sind gesetzlich festgelegte Mindestabstände, die zwischen mehreren Gebäuden sowie zu den jeweiligen Grundstücksgrenzen einzuhalten sind.
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Der aufwändige Rückbau des ehemaligen Wohngebäudes beginne mit der Entkernung und beinhalte die Trennung aller verbauten Materialien, um diese dem Recycling oder der Entsorgung zuführen zu können.
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Mit dem Umbau eines Bestandsgebäudes zu einer Schule geht die Stadt Essen neue Wege: Die Stadt Essen hat das Areal samt Gebäude und Planung von einem Investor erworben und lässt den Umbau durch einen Dritten von der städtischen Immobilientochter Immobilien Management Essen GmbH (IME) steuern, um dem dringenden Bedarf an zusätzlichen Schulplätzen im Stadtgebiet zu begegnen.




