Einen fulminanten Abschluss ihrer Bundesliga-Saison feierten am Samstag die Judoka der Sport-Union Annen gegen den KSC Asahi Spremberg. Angefeuert von gut 250 Fans im Dojo am Wittener Kälberweg zogen die Gastgeber zum Ausklang der Vorrunde noch einmal alle Register und fertigten die Brandenburger souverän mit 11:3 ab. Damit tauschten die Teams in der Tabelle die Plätze - Rang vier wurde es schließlich für die SUA. „Dann ist das ja jetzt doch noch eine richtig ordentliche Saison für uns“, so Trainer Stefan Oldenburg.
Wobei er fast im gleichen Atemzug auch ein wenig nachdenklich wurde und einer vergebenen Chance hinterher trauerte. „Wenn wir uns nicht diese beiden knappen Niederlagen geleistet hätten gegen Potsdam und Remscheid, dann wäre jetzt auch die Bundesliga-Finalrunde für uns drin gewesen“, erklärte der 37-Jährige. Doch grundsätzlich wollte er an diesem Samstagabend im Wohnzimmer der SUA-Kampfsportler kein Wasser in den Wein kippen. „Die Jungs haben heute durchweg alle eine Super-Leistung gebracht. Mit einem solchen Ergebnis hatte ich vorab sicher nicht gerechnet.“
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Die Stimmung in der Mannschaft ist einfach großartig, das hat man auch heute wieder gesehen. Alexander Gabler war auch für die zweite Runde geplant, er hat seinen Kampf aber abgetreten an Maurice Püchel - eine tolle Geste.
Stefan Oldenburg (37),, Trainer der Sport-Union Annen
Kaum zu glauben eigentlich: Auch der sonst als „Dauernörgler“ und Berufspessimist gebrandmarkte zweite Annener Trainer Marcel Haupt, der vor der Saison von einem schwierigen Übergangsjahr für die Wittener sprach, hatte nach dem Triumph über die zuvor punktgleichen Spremberger rein gar nichts zu beanstanden. „Absolut top, keine Einwände“, befand er nach dem hohen Sieg im dritten Heimkampf der Erstliga-Saison und konnte sich ein breites Grinsen vor Begeisterung über das Erlebte nicht verkneifen.

Dabei hatte die beiden SUA-Trainer vor dem Kampftag durchaus zumindest ein ungutes Gefühl beschlichen. „Wir konnten leider keinen Kämpfer in der 60-Kilogramm-Klasse aufbieten. Da waren wir einmal mehr sehr schwach besetzt. Das müssen wir zur neuen Saison dringend ändern“, sagte Stefan Oldenburg, der vor allem an die Enttäuschung beim Publikum ob des so reduzierten Programms dachte. Doch die Anhänger der Sport-Union verziehen ihren Lieblingen schnell angesichts einer schnell wachsenden, klaren Führung schon vor der Pause. „6:1 in der Halbzeit - das war schon mal eine Ansage“, so Oldenburg beeindruckt.
Alexander Gabler überlässt seinen Kampf Maurice Püchel
Der SU Annen kam es zugute, dass es die Kampfreihenfolge so wollte, dass den Auftakt gleich die beiden niederländischen Asse Emiel Jaring (-66 kg) und Simeon Catharina (+100 kg) bestreiten durften. Sie gewannen ihre Duelle - Catharina gegen den kantigen Polen Patryk Broniec - ebenso klar wie im Anschluss ihre Teamkollegen Martin Matijass (-100 kg), Sirotullo Ikramov (-90 kg) und Alexander Gabler (-81 kg). Ein sattes 5:0 für die Annener prangte auf der Anzeigetafel, und alleine das Schwergewichts-Duell von Catharina überschritt die Drei-Minuten-Marke. Punkt Nummer sechs fuhr dann noch Leon Philipp (-73 kg) ein. Damit war die Messe schon so gut wie gelesen.
„Die Stimmung in der Mannschaft ist einfach großartig, das hat man auch heute wieder gesehen. Alexander Gabler war auch für die zweite Runde geplant, er hat seinen Kampf aber abgetreten an Maurice Püchel - eine tolle Geste“, lobte Oldenburg den Nationalkader-Athleten, der in seinem ersten SUA-Jahr so großartig eingeschlagen hat und bei dem man nun hofft, dass er den Kontrakt in Witten verlängert.

Annens niederländische Fraktion beeindruckt mit optimaler Ausbeute
Im zweiten Durchgang unterlag zwar zunächst Lukas Romahn (-66 kg) in einem engen Gefecht gegen Lenny Prahl, doch danach sammelten die Annener weiter Punkt um Punkt, zogen bis auf 10:2 vorentscheidend davon. Wieder gewannen Catharina und Matijass, dazu besagter Maurice Püchel und auch Mistral Janssen. Letzterer machte den vierten Erfolg eines SUA-Niederländers an diesem Tag perfekt. „Auf die Jungs ist absolut Verlass, das war schon ein starker Vortrag heute“, lobte der Coach die optimale Ausbeute. Nach dem zweiten kampflosen 60-kg-Geschenk an die Brandenburger war dann noch der Sieg von 73-kg-Judoka Marek Zimmermann zu feiern. 11:3 für Annen, ein kraftvolles Statement.
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„Wir werden Ende November noch einen Mannschaftstag machen mit allen drei Bundesliga-Teams. Darauf freue ich mich schon jetzt“, so Stefan Oldenburg, der sich nun gemeinsam mit Marcel Haupt in Ruhe umschauen kann nach Neuzugängen, die das Team weiter verstärken - für eine mögliche Teilnahme am Finalturnier in 2026.
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