Mit allzu großen Erwartungen waren die stark ersatzgeschwächten Bundesliga-Männer der Sport-Union Annen nicht zum ehemaligen Deutschen Meister gereist - am Ende hieß es 3:11 gegen das Hamburger Judo-Team. Wichtigste Erkenntnis für Trainer Stefan Oldenburg, der bei der dritten Saison-Niederlage unter anderem gleich mehrfach auf Aktive aus der Annener Reserve zurückgreifen musste: „Der Qualitäts-Unterschied in der Breite war nicht wegzudiskutieren.“
Da aufseiten der Hanseaten auch nicht die allererste Garnitur auf der Matte stand, ging es im Nachholkampf an der Elbe vor allem darum, zu klären, „wer ein bisschen mehr Breite in seinem Kader hat“, formulierte es der SUA-Coach, der am Samstag nicht selbst aktiv ins Geschehen eingriff. Dafür vertraute er gleich drei Judoka aus dem Wittener Zweitliga-Kader, die allesamt ihre Feuertaufe erlebten. „Bei ihnen hat man aber schon gemerkt, dass da zwischen zweiter und erster Liga noch ein deutlicher Unterschied ist“, so Stefan Oldenburg über die Debüts des jungen Ukrainers Renat Hyrskyi sowie von Linus Schreiber und Justus Galla - allesamt noch in der U 21 zu Hause.
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Immerhin: Der erste Punkt des Nachmittags ging an die Sport-Union. Leon Philipp, einer der Erfahrensten im Wittener Team, gewann sein Duell in der 73-kg-Klasse gegen Youngster Raphael Akoto, dessen Vater Ralph vor Jahren für die Annener gekämpft hatte. Diese Führung allerdings war schnell Geschichte, denn die Hamburger schlugen mit aller Macht zurück, gewannen die verbleibenden sechs Kämpfe des ersten Durchgangs und sorgten so schon für eine Vorentscheidung.
„Es waren wirklich viele beherzte Kämpfe dabei, aber es fehlte am Ende oft doch vor allem an der Physis“, stellte der SUA-Trainer fest. Die Bundesliga-Premiere von Renat Hyrskyi (100 kg) war bereits nach 19 Sekunden vorbei, weil er sich gegen Johannes Rudi nicht an das zuvor abgesprochene Konzept hielt. „Das war dann schon so ein erster Dämpfer für uns“, so Oldenburg. Während 81-kg-Judoka Linus Schreiber gegen Matti Göbel fast die kompletten vier Minuten durchkämpfte, war das Debüt von Schwergewichtler Justus Galla gegen Robin Wendt schon nach 65 Sekunden vorüber - beide verloren im Haltegriff. Der junge Niederländer Luka Tsjakadoea (60 kg) unterlag nach ausgeglichenem Kampf gegen den Aserbaidschaner Murad Muradli, hinterließ wieder einen richtig guten Eindruck.
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Es waren wirklich viele beherzte Kämpfe dabei, aber es fehlte am Ende oft doch vor allem an der Physis.
Stefan Oldenburg,, Trainer der SU Annen
Im zweiten Durchgang sammelte die Sport-Union dann gleich die ersten beiden Punkte ein, besserte die Statistik ein wenig auf. Wieder setzte sich Leon Philipp (73 kg; diesmal gegen Niklas Rink) durch, dazu siegte auch Maurice Püchel im 100-kg-Limit vorzeitig nach starker Leistung gegen Johannes Rudi.
Ferdinand Ansah kann Führung in Hamburg nicht ins Ziel retten
Die restlichen fünf Kämpfe jedoch zogen wieder die Hamburger an Land, so dass es am Ende doch ein recht deutlicher 11:3-Erfolg für den klaren Favoriten wurde. Linus Schreiber (81 kg) war gegen Gerrit Noack nah dran an einem weiteren Zähler, unterlag letztlich aber durch eine Waza-ari-Wertung. Auch Judo-„Rentner“ Ferdinand Ansah hatte im Schwergewicht gegen Robin Wendt gute Ansätze, lag sogar mit Waza-ari in Führung. „Dann wollte er aber zu viel, ist ausgekontert worden“, so Oldenburg über den 31-jährigen Niederländer, der sich ob der Personalmisere - zahlreiche SUA-Internationale waren am Wochenende beim Europacup in Spanien im Einsatz, zur Verfügung gestellt hatte.
„Ich gehe davon aus, dass wir in zwei Wochen gegen den JC 66 Bottrop deutlich besser besetzt sind“, blickte der SUA-Trainer schon mal auf das NRW-Duell voraus, bei welchem die Annener vor eigenen Rängen den zweiten Saisonsieg feiern wollen.

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Die Statistik zum Kampf:
(73 kg) Raphael Akoto - Leon Philip 0:10; (100 kg) Johannes Rudi - Renat Hyrskyi 10:0; (90 kg) Georgy Yakhnin - Maurice Püchel 5:0; (81 kg) Matti Göbel - Linus Schreiber 10:0; (+100 kg) Robin Wendt - Justus Galla 10:0; (66 kg) Moritz Plafky - Marek Zimmermann 10:0; (60 kg) Murad Muradli - Luka Tsjakadoea 5:0
(73 kg) Niklas Rink - Leon Philipp 0:10; (100 kg) Johannes Rudi - Maurice Püchel 0:10; (90 kg) Yerrick Schriever - Bastian Peters 10:0; (81 kg) Gerrit Noack - Linus Schreiber 7:0; (+100 kg) Robin Wendt - Ferdinand Ansah 10:0; (66 kg) Murad Muradli - Lukas Romahn 10:0; (60 kg) Moritz Plafky - Luka Tsjakadoea 10:0.



