Zusammenfassung
- Die Sport-Union Annen startete in die neue Bundesliga-Saison der Frauen und Männer vor eigenem Publikum am Kälberweg vor gut 400 Zuschauern.
- Dabei kamen in beiden SUA-Teams auch ein paar Neuankömmlinge zum Einsatz, die ihre Sache gut machten.
- Annens Eigengewächs Tabea Feldhaus überraschte mit einem tollen Debüt, der zweimalige Deutsche Meister Alexander Gabler punktete gegen seinen Ex-Club Remscheid.
Zweimal schon war er Deutscher Meister, bei der Mixed-Weltmeisterschaft 2022 gewann er mit der DJB-Auswahl die Bronzemedaille. Doch so ein erster Auftritt für den neuen Verein in der Bundesliga, noch dazu vor einer so stimmungsvollen Kulisse wie am Wittener Kälberweg, das macht selbst ein Judo-Ass wie Alexander Gabler noch ein bisschen nervös. Sein Debüt für die Sport-Union Annen war trotz der 6:8-Niederlage gegen den Deutschen Meister aus Remscheid ein richtig gutes. Gleiches galt für SUA-Nachwuchstalent Tabea Feldhaus. Mit gerade mal 16 Jahren feierte die Wittenerin am Samstag ihren Einstand, holte gegen Wiesbaden gleich ihren Premieren-Sieg und war rundum happy.
„Das war heute wirklich einer meiner schwierigen Kämpfe“, gestand Alexander Gabler, Neuzugang des Wittener Judo-Erstligisten, angesprochen auf das epische Duell gegen seinen Ex-Teamkollegen Anthony Zingg. So, wie diese Auseinandersetzung verlief, da hätte wohl auch niemand unter den gut 400 Zuschauenden im SUA-Dojo mit dem 26-Jährigen tauschen wollen. Zwei herausragende Kämpfer, beide schon mit nationalen und internationalen Meriten, die sich auf der Matte rein gar nichts schenkten. „Die dicksten Freunde waren wir noch nie“, verriet Gabler am Samstagabend. Das hat man irgendwie gemerkt, denn das packende Duell mit harten Bandagen schien kaum ein Ende zu nehmen, dauerte inklusive Verlängerung fast neun Minuten. „Dann habe ich ihn erwischt“, musste Gabler grinsen beim Gedanken an die Yuko-Wertung, die ihm zum Sieg reichte. Und die für stürmischen Beifall auf den Rängen sorgte. „Damit hat Alex die Halle so richtig angezündet“, lobte SUA-Trainer Stefan Oldenburg.
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Die Leute hier in Witten erwarten ja einiges von mir. Außerdem weiß ich, dass die Remscheider wegen des Wechsels noch ziemlich angefressen sind. Das sorgt dann für eine angespannte Situation bei allen Beteiligten.
Alexander Gabler (26),, Neuzugang der SU Annen
Es sei ohne Frage nicht ganz so leicht, gegen jemanden anzutreten, den man quasi aus dem Effeff kennt. „Du weißt genau, was er kann, was du kannst - und umgekehrt. Da gibt‘s keine Geheimnisse“, so Gabler. Was es für ihn am Samstag besonders schwierig machte: „Die Leute hier in Witten erwarten ja einiges von mir. Außerdem weiß ich, dass die Remscheider wegen des Wechsels noch ziemlich angefressen sind. Das sorgt dann für eine angespannte Situation bei allen Beteiligten.“
In der zweiten 81-Kilo-Runde gegen Zingg habe er sogar noch besser angefangen, landete auch ganz früh eine Yuko-Wertung. Doch dann war Zingg mit einem Wurf erfolgreich. Der Neu-Annener landete auf dem Rücken - Ippon. Nach nur 61 Sekunden. „Ich habe mich auf diese Situation eingelassen, wollte wohl ein bisschen zu viel. Obwohl ich weiß, wie stark er dabei ist. Da hab‘ ich mich von meinen Emotionen leiten lassen“, so Gabler selbstkritisch, aber auch mit einem Augenzwinkern.

Unverhofft zum allerersten Bundesliga-Einsatz gekommen
Die Stimmung am Samstag in Witten, die genoss er, geriet regelrecht ins Schwärmen. „Das war großartig, vom ersten Moment an. Ich bin vor einem Bundesliga-Kampf immer noch etwas aufgeregter als sonst, obwohl ich übers Jahr so viel kämpfe - auch international.“ Bei der SU Annen jedenfalls freut man sich schon jetzt auf die nächsten Auftritte des zweimaligen DM-Gewinners.
Davon ist Tabea Feldhaus noch ein ganzes Stück entfernt, doch die Annenerin, die bei der Sport-Union in Sachen Judo groß wurde, lieferte in diesem Jahr schon eindrucksvolle Beweise ihres Könnens. Westdeutsche Meisterin in der U 18 wurde sie quasi im Schnelldurchgang, fertigte alle Kontrahentinnen souverän ab. Bei der DM gab es dann immerhin Rang fünf - von der 16-Jährigen ist in Zukunft noch viel zu erwarten.
SU Annen bietet Titelverteidiger Remscheid lange die Stirn - Top-Duell mit tollen Fotos
Zum Bundesliga-Start der SUA gegen den lediglich mit drei Frauen angereisten JC Wiesbaden („sowas habe ich auch noch nie erlebt“) durfte Feldhaus gleich mal ihre Premiere in der Eliteklasse feiern. „Das war eigentlich gar nicht vorgesehen, wir hatten ja die Gewichtsklassen fast alle mehrfach besetzt“, so die Judokämpferin. Doch weil Wiesbaden nur mit drei Kämpferinnen angereist war und es damit eh nur um die Höhe des Annener Sieges ging, warf Trainerin Hannah Schorlemmer ihr Top-Talent einfach mal ins kalte Wasser.

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Zweimal mit der Spezialtechnik gepunktet
„Ich war schon ziemlich aufgeregt“, gestand Tabea Feldhaus, „aber am Ende auch sehr zufrieden mit meinem Kampf.“ Den nämlich gewann sie - beim ohnehin beruhigenden 11:2-Zwischenstand - gegen Linkskämpferin Helen Werling dank zweier Waza-ari-Wertungen vorzeitig nach gerade mal 2:16 Minuten, wurde dafür von ihren Teamkolleginnen stürmisch gefeiert. Feuertaufe glänzend bestanden. „Ich hab‘s einfach beide Male mit einem Seoi-nage probiert - das ist auch sonst meine Spezialtechnik“, verriet die 16-Jährige. In zwei Wochen geht‘s für sie nach Berlin zum U-18-Europacup. Wenn die Annenerin auch dort mit der gleichen Courage auf die Matte geht, ist ihr auch auf internationalem Terrain einiges zuzutrauen.


































































