Genau das hatte der Bundestrainer in der Woche zuvor schon gemutmaßt: Mika Labes, Top-Talent des künftigen Ringer-Zweitligisten KSV Witten 07, zeigte auch bei der Deutschen U-20-Meisterschaft im klassischen Stil sein Können und verdiente sich in Zell in Baden-Württemberg die Bronzemedaille. Ein weiteres Mal Edelmetall für die Wittener sammelte Freistil-Ringer Ümitcan Tasdemir in Frankfurt/Oder ein.
„Mika gehört auch in der höheren Altersklasse schon zum Kreis der Favoriten - warum soll er nicht auch dort schon eine Medaille gewinnen?“, hatte Nachwuchs-Bundestrainer Christian Fetzer am Rande der U-14-DM in Witten gesagt. Mika Labes, zum dritten Mal in Serie Titelträger bei der U-17-DM geworden, hätte am Wochenende in Zell sogar noch eine Stufe höher klettern können.
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Eine 5:0-Führung im zweiten Kampf gibt der Wittener Ringer noch ab
Kampf Nummer eins in der 60-kg-Kategorie war für den 16-Jährigen im Feld der durchweg älteren Konkurrenz keine wirkliche Herausforderung. Der Gymnasiast aus Bochum fertigte Gregor Flaig (Winzeln) mit 9:0 technisch überlegen ab. Somit traf er auf den körperlich überlegenen Neusser Marc-Anthony Etim. „Ein ehemaliger Turner, der noch gar nicht so lange ringt“, berichtete KSV-Jugendtrainer Mirko Englich, der am Wochenende die Wittener Aktiven betreute.
Gegen den sehr beweglichen Etim führte Labes schnell mit 1:0, wurde mit zunehmender Kampfzeit immer dominanter. Bald stand es 5:0 für den KSV-Athleten, der dann aber einen taktischen Fehler machte. „Leider wurde Mika auf einmal zu gierig, das hat sein Gegner ausgenutzt“, so Mirko Englich. Eine Vierer-Wertung für den Neusser zweifelte der Trainer zwar mit Nachdruck an, der Videobeweis aber brachte keine neue Erkenntnis - so hatte nun Etim mit 6:5 den Vorteil auf seiner Seite. „Danach hat Mika die Nerven verloren und zu viel Druck aufgebaut.“ Die Konsequenz: Sein athletischer Rivale erhöhte auf 10:5 und drückte den Wittener sogar noch auf die Schultern.
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Es hätte wirklich noch besser laufen können, aber taktisch fehlt Mika noch ein bisschen was. Und aus Niederlagen lernt man ja auch eher als auch Siegen.
Mirko Englich (46),, Jugendtrainer des KSV Witten, über DM-Rang drei für Mika Labes in Zell
Überaus ärgerlich für Mika Labes, der seine beiden folgenden Duelle - u. a. den Bronzekampf gegen Milian Zambo (TSV Kandern) vorzeitig mit 9:0 gewann, damit die Medaille in der Tasche hatte. „Es hätte wirklich noch besser laufen können, aber taktisch fehlt Mika noch ein bisschen was. Trotzdem bin ich sehr mit ihm zufrieden“, so Mirko Englich. „Und aus Niederlagen lernt man ja auch.“
Nicht ganz so gut lief es - wie schon erwartet - für Wittens Niclas Kramarczyk, der nach dem 0:8 gegen Maurice Tandler (Viernheim) schon ganz früh scheiterte in der 72-kg-Klasse. „Niclas hat zuletzt kaum trainieren können, war länger krank. Das war hier einfach nur ein Turnier, um zu lernen“, so sein Jugendcoach.

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Technisch überlegener Sieg für Tasdemir im „kleinen Finale“
In Brandenburg derweil schnappte sich Ümitcan Tasdemir vom KSV Witten bei der U-20-Freistilmeisterschaft die Bronzemedaille in der Klasse bis 97 Kilogramm. Vier Kämpfe hatte er zu bestreiten, zwei davon gewann er. Das Duell um den dritten Rang endete mit einem technisch überlegenen 10:0-Triumph des von Klaus Eigenbrodt betreuten Witteners gegen Nikolas Heissig (AC Penzberg).
Die für den Wittener Oberligisten Sport-Union Annen ringende Leni Seelig belegte bei der U-20-Meisterschaft in Frankfurt/Oder den undankbaren vierten Platz. In der 59-Kilo-Kategorie hatte sich die im letzten Jahr lange an einer Schulterverletzung laborierende 17-Jährige eine DM-Medaille fest vorgenommen. Doch Seelig, mit Einzelstartrecht für den AC Ückerath, verlor zwei ihrer ersten drei Kämpfe, darunter das Auftaktduell gegen Svea Reichmann (Aichhalden) knapp mit 7:8. Auf diese Gegnerin traf Seelig dann im Bronzekampf erneut, beim Endstand von 9:9 hatte Reichmann wegen der letzten Wertung das Glück und somit den Sieg auf ihrer Seite. Unglücklicherweise verletzte sich Leni Seelig dabei einmal mehr an der Schulter.

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