Auf nationaler Ebene hat er in seiner Altersklasse alles in den Schatten gestellt. Dreimal in Serie ist der junge Ringer Mika Labes vom KSV Witten 07 Deutscher Meister bei den U-17-Junioren geworden. Und auch international hat er seine Qualitäten schon unter Beweis gestellt, gewann zuletzt das internationale U-20-Turnier in Raciborz (Polen). Sein Vereinstrainer Mirko Englich traut dem 17-jährigen Überflieger allemal zu, dass er es in seiner Karriere noch weit bringen wird - und auch der Nachwuchs-Bundestrainer hält große Stücke auf den Wittener.

„Weil Mika zum letzten Jahrgang der U 17 gehört, darf er bei der DM in Hausen-Zell antreten“, sagte Bundestrainer Christian Fetzer vor den Titelkämpfen der U 20. „Ich sehe das auch als wichtigen Trainingsaspekt für ihn - und was gibt es Besseres für einen Athleten als den Wettkampf?“, ergänzte der 41-Jährige seinerzeit, der im Januar sein Amt beim Deutschen Ringer-Bund (DRB) angetreten hat. „In der U 17 ist Mika deutschlandweit in der 60-Kilo-Klasse klar die Nummer eins - aber er darf sich jetzt nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen“, so der frühere Vize-Europameister.

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Dem KSV-Ringer bescheinigt Fetzer „ein sehr gutes technisches Niveau, er ist auch überaus fleißig - ab und an muss man ihn auch schon mal bremsen. Zuletzt hat er sicher noch mal einen guten Schritt nach vorne gemacht.“ Vor den Titelkämpfen im baden-württembergischen Hausen-Zell war dies für den Schüler des Bochumer Lessing-Gymnasiums gewiss noch mal ein zusätzlicher Ansporn.

Mika Labes hatte in der vergangenen Saison schon einige Bundesliga-Einsätze für den KSV Witten, machte auch dort bereits nachhaltig auf sich aufmerksam. „Einige Kämpfe sind da sicher sogar knapper verlaufen, als mancher es erwartet hatte. Gewonnen habe ich da, wo es für mich auch machbar war“, sagt das schon sehr reflektiert wirkende Ausnahmetalent. Sonst im griechisch-römischen Stil zu Hause, musste er in der ersten Liga auch im freien Stil antreten, weil der türkische Meister Yusuf Demir nicht abkömmlich war.

Ringen-Bundesliga KSV Witten gegen den ASV Urloffen
Schon festes Mitglied in der Bundesliga-Mannschaft des KSV Witten 07: Mika Labes (roter Ringeranzug) wird auch in der kommenden Saison für die Ruhrstädter antreten.© FUNKE Foto Services | Biene Hagel

Mika hat schon ein sehr gutes technisches Niveau, er ist auch überaus fleißig - ab und an muss man ihn da schon mal bremsen. Zuletzt hat er sicher noch mal einen guten Schritt nach vorne gemacht.

Christian Fetzer (41),, DRB-Bundestrainer für den Nachwuchsbereich

Wie der KSV-Ringer zu seinem Sport gekommen ist? „Mein Vater war da früher öfter mal als Zuschauer in der Halle und hat mich dann mal mitgenommen. Irgendwann bin ich zum Training gegangen und bin dann auch dort geblieben“, erinnert sich Mika Labes. Und noch an etwas anderes, und dabei muss er breit grinsen: „Damals“, so der Deutsche Jugendmeister, „war ich acht Jahre alt und ein kleiner, dicker Junge.“ Die sportliche Laufbahn auf den Ringermatten ist ihm also auch körperlich gut bekommen.

„Das ging dann immer mehr auch in die Richtung des Leistungssports, und mir wurde schnell klar, dass ich auch mal bei größeren Turnieren ringen und dort Medaillen holen will. Gewinnen macht eben mehr Spaß als verlieren“, so Labes, der zuvor beim FC Altenbochum Fußball gespielt hatte und dessen Schwester Elisa sowie der jüngere Bruder Jan Ole ebenfalls beim KSV aktiv sind.

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Jugendtrainer Mirko Englich lobt den dreimaligen DM-Gewinner

Wichtig auf dem Weg zu einem so erfolgreichen Nachwuchssportler war für Mika Labes vor allem auch Mirko Englich als Jugendtrainer. „Er ist seit sechs, sieben Jahren an meiner Seite, von ihm lerne ich sehr viel. Außerdem trainiere ich seit drei Jahren auch regelmäßig bei Landestrainer Sevket Karapinar - ich habe zu beiden ein gutes, lockeres Verhältnis.“

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Für Mirko Englich ist es durchaus keine Überraschung, dass sich Labes so exzellent weiterentwickelt hat. „Er ist sehr wissbegierig und lernfähig, hinterfragt oft Trainingsinhalte. Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten“, so der Olympia-Zweite von Peking 2008. Inzwischen habe der Youngster auch taktisch große Fortschritte gemacht, wird etwa auch nicht nervös, wenn er - wie im jüngsten DM-Finale - zur Pause mal hinten liegt.

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Starke Vorstellung von Mika Labes in Polen

Für Mika Labes muss es demnächst darum gehen, nach all den nationalen Meriten nun auch auf internationalem Parkett seine Klasse zu beweisen. „Bisher habe ich bei einer EM noch nie einen Kampf gewonnen - das möchte ich jetzt mal ändern und vielleicht da eine gute Platzierung oder sogar eine Medaille holen“, sagt er ganz selbstkritisch. Der Bundestrainer wird bald seine Nominierung für die EM im Juni in Nordmazedonien bekanntgeben. Nach dem Erfolg des Witteners in Polen führt eigentlich kein Weg an Labes vorbei.

Ringen - KSV Witten 07 - Mika Labes
Spezialist im Greco-Stil: Mika Labes (rotes Trikot) vom KSV Witten ist nationaler Titelträger in der U 17, hatte zuletzt auch bei der U 20 gute Resultate erzielt.© KSV Witten 07 | KSV Witten 07