Die Glücksliga-Kinder von TuRa Rüdinghausen haben am letzten Wochenende aber mal so richtig Glück gehabt. Die Handball-Mannschaft für Kinder und Jugendliche mit geistigen Entwicklungsstörungen erhielt eine Einladung als Ehrengast der Zweitliga-Partie zwischen TuSEM Essen und GWD Minden (29:29) und erlebte dort vor großer Kulisse einen tollen Abend.

Die Einladung der Essener hatte einen guten Grund, sagt Martin Wrobel, der die „Turbo Rabbits“, so nennt sich das Wittener Team, Anfang 2024 zusammen mit Anja Jungkeim ins Leben rief: „Der 21. März ist der Welt-Down-Syndrom-Tag, und da hatten die Essener die wirklich tolle Idee, uns zu sich einzuladen.“

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20 Kinder nehmen bei TuRa Rüdinghausen am Glücksliga-Training teil

Die Glücksliga hatte ihren Ursprung in Dänemark, und es lag an der Dänin Maria Ravn-Jörgensen, die in Bad Salzuflen spielte, dass das Konzept auch in Deutschland Fuß fasste. Die Wittener Organisatoren bekamen zum Start auch sehr viel Hilfe: „Der Kreissportbund und die Lebenshilfe haben uns sehr gut unterstützt.“ Martin Wrobel und Anja Jungkeim laden jeden Samstag zum Training in der TuRa-Halle an der Brunebecker Straße ein. Wrobel erklärt: „Es kommen Kinder und Jugendlichen mit Down Syndrom oder solche, die an Autismus oder anderen geistigen Entwicklungsstörungen leiden.“

Im Schnitt sind es inzwischen rund 20 fidele Turbo Rabbits, die von sechs bis acht Trainerinnen und Trainern betreut werden. Und das sind mitnichten alles Wittener Kinder, so Wrobel: „Wir waren lange neben Recklinghausen der einzige Verein, der das Angebot im Programm hat, und daher reisen auch junge Handballer aus Schwerte, Gevelsberg und Dortmund an. In Dortmund etwa soll es nun aber auch so ein Angebot geben.“

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Handball in Essen
Zu Gast beim Zweitliga-Kracher zwischen TuSEM Essen gegen GWD Minden war das Wittener Team der Glücksliga. Kinder und Jugendliche sowie deren Betreuer hatten großen Spaß - die Partie endete mit einem 29:29.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

Der Spaß am Handball und der Teamgeist stehen an erster Stelle

Die Glücksliga-Handballer spielen auf einem Halbfeld auf kleinere Tore. Die normalen Regeln spielen dabei auch keine Rolle. Das Ziel sei ein ganz anderes, erklärt Wrobel: „Wir wollen, dass die KInder Handball spielen und dabei viel Spaß haben. Die motorischen Fähigkeiten sind äußerst unterschiedlich, doch alle sollen ihre Freude haben und den Teamgeist erleben. Wenn die Kinder ihre Trikots überstreifen, sind sie richtig stolz.“

Der Name Glücksliga bedeutet aber nicht, dass die Turbo Rabbits tatsächlich auch in einer Liga spielen. „Das Samstags-Training ist für alle der sportliche Höhepunkt der Woche. Zuletzt spielten wir allerdings ein Turnier in Arnsberg, im Sommer sind wir in Recklinghausen eingeladen, und im Herbst geht es nach Bielefeld.“

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Turbo Rabbits nehmen immer wieder auch an Turnieren teil

Anfang des Jahres wurde den Turbo Rabbits eine besondere Ehre zuteil. Der Ennepe-Ruhr-Kreis zeichnete sie mit dem Sportvereinspreis des Jahres 2024 aus. Martin Wrobel freut sich: „Wir haben einen kleinen Geldpreis bekommen, den wir auch gut gebrauchen konnten. Das war eine schöne Anerkennung für unsere Arbeit.“

Handball - TuRa Rüdinghausen
Das Team der „Turbo Rabbits“ von TuRa Rüdinghausen erhielt Ende des vergangenen Jahres vom Kreissportbund den Sportvereinspreis 2024.© TuRa Rüdinghausen | TuRa Rüdinghausen