
Nichts konnte diese Mannschaft aufhalten in der Landesliga-Saison 2024/25. Am drittletzten Spieltag besiegelte ein am Ende ungefährdeter 82:71 (39:44)-Erfolg der SG Witten Baskets beim bisher ärgsten Verfolger SVD 49 Dortmund II den Titelgewinn und damit den angepeilten Aufstieg in die Oberliga. „Das ist einfach ein wunderschöner Moment, auf den wir so lange hingearbeitet haben“, wurde auch Center Malte Braun, im Duell mit seinem Ex-Verein einer der Besten auf dem Feld, ganz emotional.
Kurz vor 22 Uhr hüpften, tanzten und sangen sie endlich - so ausgelassen, wie sie sich das vorgenommen und gewünscht hatten. Angefeuert von vielen mitgereisten Wittener Anhängern, die in der Dortmunder Brügmann-Sporthalle mit Pauken, Megaphonen und Co. für Heimspiel-Atmosphäre sorgten, drehten die SG-Männer nach einem Fünf-Punkte-Pausenrückstand noch diese gutklassige Partie, setzten sich verdientermaßen die Krone auf.
Ich spiele jetzt seit meinem zwölften Lebensjahr Basketball, bin gerade 40 geworden und war schon in der 1. Regionalliga am Ball. Ich bin noch nie Erster geworden, hab noch nie ganz oben mitgespielt. Das ist einfach das geilste Team, in dem ich je gespielt habe.
Christian Lobert (40),, ältester Akteur der SG Witten Baskets
Kaum war das Spiel abgepfiffen, knallten die ersten Sektkorken - schon Sekunden später folgten die ersten Duschen mit dem klebrigen Gesöff. Dass dabei auch der Hallenboden einiges abbekam, nahm Gastgeber Dortmund-Derne den Wittener Meistern nicht krumm. „Wir haben extra Wischer mitgebracht, machen das nachher alles noch weg“, erklärte Malte Braun. Dem Zwei-Meter-Hünen unter den Körben kam noch eine besondere Ehre zu: Wie in der Basketball-Szene so üblich, schnibbelte er das Netz unter einem der Körbe ab. Natürlich nicht, ohne flugs nagelneuen Ersatz griffbereit zu haben: „Ich hab‘ extra ein gutes Netz gekauft“, so Braun mit einem Augenzwinkern.
Mit über 30 Fotos: SG Witten Baskets jubelt nach Oberliga-Aufstieg
Jeder der Akteure von der SG Witten Baskets nahm am Ende einen Schnipsel der Beute als Souvenir mit nach Hause. Als Erinnerung an einen unvergesslichen Abend, der eine beeindruckende Saison, die nun noch zwei abschließende Partien, in denen es für die Ruhrstädter um nichts mehr geht, krönte. „Ich spiele jetzt seit meinem zwölften Lebensjahr Basketball, bin gerade 40 geworden und war schon in der 1. Regionalliga am Ball. Ich bin noch nie Erster geworden, hab noch nie ganz oben mitgespielt. Das ist einfach das geilste Team, in dem ich je gespielt habe“, schwärmte SG-Routinier Christian Lobert, der eine Klasse-Partie vor allem in der Defensive gegen das erfahrene Dortmunder Team geboten hatte.

Felix Ludwig als Spielmacher der SG Witten Baskets mit gutem Händchen
Die Wittener begannen in Dortmund stark, führten im ersten Viertel zwischendurch mit sechs Punkten Unterschied. Vor der Pause kippte das dann ein wenig, weil jetzt auch ein paar unglückliche Schiedsrichter-Entscheidungen der SG in die Parade fuhren. „Damit haben wir uns ein wenig zu sehr beschäftigt“, so Trainer Luis Runge. Doch der Rückstand zur Pause (39:44), trotz der bis dahin schon vier Dreier des herausragenden Spielgestalters Felix Ludwig (19 Punkte), war längst kein Grund zur Sorge.
Die Wittener Bank war bestens bestückt, Runde konnte aus dem Vollen schöpfen - und da sein Team das Hinspiel mit 86:70 gewonnen hatte und man schon mit 17 Zählern Unterschied hätte verlieren müssen, um den vorzeitigen Titelgewinn aus der Hand zu geben, blieb der SG-Coach recht entspannt. Er wies aber seine Männer vor dem Wiederbeginn klar darauf hin, „dass wir nicht Dortmund dieses Spiel diktieren lassen dürfen“.
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Drittes Viertel legt den Grundstein zum Sieg für die Gäste
Dazu kam es dann auch nicht, weil die SG Witten Baskets unter der lautstarken Anfeuerung ihres Anhangs die Begegnung flugs wieder drehte. Stefan Stojkovic versenkte einen seiner Drei-Punkt-Würfe zum 54:50 (28.), danach dominierten nur noch die konditionell deutlich stärkeren Gäste. Der Erfolg der Wittener, wie so oft in dieser Saison, verteilte sich auf viele Schultern. Jona Schnieders war in seinem Tatendrang kaum mehr zu bremsen, Center Malte Braun traf jetzt sogar aus der Distanz. „Das dritte Viertel war absolut stark von uns. Am Ende hätten wir sicher noch deutlicher gewinnen können, aber ich habe dann auch viel rotiert“, erklärte Runge.
Nach dem Schlusspfiff gab‘s dann kein Halten mehr für den Titelträger, der sich schnell die weißen Meister-T-Shirts überstreifte und im Anschluss an die Feier mit den Fans in der Halle noch die Nacht zum Tag machte. „Das haben wir uns jetzt einfach verdient. Wir haben einfach eine perfekte Saison gespielt. Der Teamgeist in dieser Truppe ist einzigartig. Auch wenn es mal nicht so läuft, haben wir die Fähigkeit, das wieder umzubiegen“, so Wittens Malte Braun, der es auf 15 Punkte brachte. Und sein Teamkollege Felix Ludwig, der während der Saison aus der 1. Regionalliga zur SG gewechselt war, ergänzte: „Bei uns macht‘s einfach auch die Breite im Kader. Trotz der großen Konkurrenz feuert hier jeder den anderen an.“
SG: Rehkopp (3/1), Eisenach, Ludwig (19/4), Rath (7/1), Lobert (3/1), Omidi, Piecha, Stojkovic (9/3), Braun (15/1), J. Schnieders (16), F. Schnieders (7/1), Tecklenborg (3).

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