Jetzt kann wohl nur ein mittelschweres sportliches Wunder die Handball-Frauen des TuS Bommern vor ihrem drohenden Schicksal bewahren. Nach der 23:28 (13:14)-Niederlage im so immens wichtigen Gastspiel beim Tabellennachbarn HSG Gevelsberg-Silschede blickt die Mannschaft von Trainer Sebastian Razeng dem Abstieg aus der Oberliga ins Auge.
Noch 18 Minuten waren in der Sporthalle West von Gevelsberg zu spielen, der zahlreiche Anhang des TuS Bommern erlebte mit, wie die Grün-Weißen sich nach einem zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand noch einmal aufbäumten und zum 18:18 (42.) ausglichen. Die offensive Deckung gegen die beste HSG-Spielerin, Justine Backhaus, ging scheinbar auf. „Von denen kam in dieser Phase nix mehr“, stellte Sebastian Razeng fest. Allerdings: Seine Bommeranerinnen stellten sich fortan nicht wirklich besser an. Im Gegenteil. „Wir hatten dann sieben Ballgewinne - und werfen vorne einfach den Ball weg“, so der TuS-Coach kopfschüttelnd angesichts der haarsträubend schwachen Abschlüsse.
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Die Abschlüsse waren einfach katastrophal, dazu hatten wir zahlreiche Pass- und Fangfehler. Ich war wirklich richtig angefressen.
Sebastian Razeng,, Trainer des TuS Bommern
So war die Messe dann in diesem Schlüsselspiel im Abstiegskampf doch bald gelesen. Die HSG Gevelsberg-Silschede, die vom früheren Bommeraner Herren-Coach Thorsten Stephan trainiert wird, setzte sich auf 24:19 (51.) ab, kam nicht mehr ernsthaft in Gefahr. „Da stehst du dann an der Seitenlinie und fragst dich: Was soll ich jetzt noch machen?“, drückte Razeng, der zudem mit einigen Schiedsrichter-Entscheidungen auch nicht ganz einverstanden war, seine Gefühlslage aus. Er war fassungslos, wie harmlos sein TuS Bommern agierte. „Dabei haben wir jetzt zwei Wochen lang richtig gut trainiert - da lief das ganz anders.“
Die passable Startphase mit einer 5:3-Führung (9.) gab den Wittenerinnen auch keinerlei Sicherheit. Zu sehr machte die Notlage, in diesem Spiel zwingend zwei Punkte einfahren zu müssen, den Köpfen der Gäste zu schaffen. „Dabei hatten wir endlich mal wieder eine volle Bank zur Verfügung“, so der TuS-Coach. Doch lediglich Josefine Bernstein mit zehn Treffern, dazu auch Simone Breddemann (6) und die beiden Torfrauen Lina Güntner und Pia-Sophie Wegge zeigten gute Leistungen.
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„Die Abschlüsse waren einfach katastrophal, dazu hatten wir zahlreiche Pass- und Fangfehler“, gab Razeng den Verlauf wieder. „Irgendwann gingen dann die Köpfe runter, weil gar nichts mehr lief. Ich war wirklich richtig angefressen.“ Vier Spieltage vor Schluss hat der TuS Bommern als Vorletzter drei Zähler Rückstand auf die HSG Gevelsberg-Silschede, die sich damit wohl retten würde. „Ganz ehrlich: Wenn du gegen diese Mannschaft nicht gewinnst, dann hast du auch nichts in der Oberliga zu suchen“, so die harten Worte vom Wittener Trainer. Das Hinspiel war mit 31:19 klar an Bommern gegangen.
TuS: Güntner, Wegge; Schneider, Köstler, Jedhoff, Wenzel (3), Frorath (1), Backhaus, Berger (2), Breddemann (6/1), Striebeck, Schade, Hillebrecht (1), Bernstein (10/2).
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