Die SG Witten Baskets steht kurz vor der Rückkehr in die Oberliga. Der hart erkämpfte 59:55-Erfolg über den TVG Kaiserau bedeutete aber ein hartes Stück Arbeit, und der Erfolg übertünchte einige erkennbare Schwächen der Gastgeber, die Trainer Luis Runge noch beheben muss.
Die Schluss-Sirene in der Viehmarkthalle war wie eine Erlösung. 40 Minuten lang war der Sieg des Tabellenführers alles andere als eine beschlossene Sache, denn die Entscheidung fiel erst in der letzten Minute. Dann waren aber erst alle vorherigen Unzulänglichkeiten vergessen, denn SG-Trainer Luis Runge wusste: „Wenn jetzt nicht etwas völlig Irrwitziges passiert, dann werden wir Meister.“
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Der Trainer kritisiert den Ego-Ball seiner Witten Baskets
Dachte der Erfolgstrainer an die zähen vier Viertel zurück, dann fielen ihm erst einmal nur Kritikpunkte ein: „Wir waren gut vorbereitet und führten auch 11:6. Doch dann haben wir Ego-Ball gespielt, und jeder wollte mit dem Kopf durch die Wand. Unsere Offense blieb dabei weit hinter ihrer normalen Effizienz zurück.“
Die Defensive verteidigte allerdings sehr gut. Nur 55 gegnerische Punkte sind aller Ehren wert, und das 19:17 nach zehn Minuten ein normales Ergebnis, doch besonders im zweiten Viertel wollte Runge seinen Augen nicht trauen. Seine Mannschaft traf gerade mal zwei Dreier, zwei Freiwürfe und einen Zwei-Punkte-Wurf: „Die Jungs haben da etliche Bälle ohne Not einfach weggeworfen, und die Absprachen wurden nicht eingehalten. Zehn Punkte sind nichts.“
Der Spitzenreiter erzielt im zweiten Viertel nur zehn Punkte
Kamen die Gastgeber in Ballbesitz, dauerte es oft bis zu zehn Sekunden, bis die Mannschaft richtig aufgestellt war und der Aufbauspieler einen Teamkollegen bereit zum Anspiel fand. Da nutzt auch die beste Defensivabteilung nichts, sodass der Tabellendritte aus Kamen-Kaiserau zur Pause mit 31:29 sogar vorne lag.
Das wurde auch im dritten Viertel nicht sehr viel besser. Die Wittener lagen zwar mit 40:34 vorn, doch mit einem 6:0-Lauf glich Kaiserau wieder aus. Zwar lag der Spitzenreiter zu Beginn des Schlussabschnitts mit 43:31 vorn, aber dann bemerkte Luis Runge zum ersten Mal in dieser Saison so etwas wie Nervosität bei seinen Spielern.
Felix Ludwig steht in der Schlussminute unter Dauer-Stress
Das sorgte für ein dramatisches Schlussviertel, in dem die Baskets sich mit einem 8:0-Run auf 52:47 absetzten. Ben Rehkopp musste in der 37. Minute mit dem fünften Foul vom Feld, doch die Wittener verteidigten mit Mühe ihren knappen Vorsprung. Felix Ludwig stand dann unter Dauerstress. Er markierte das 56:53, musste beim Stande von 56:55 aber gleich viermal an die Freiwurflinie. Er verwandelte nur einen einzigen, und erst Malte Brauns Korbleger zum 59:55 machte den Weg zum Aufstieg wohl endgültig frei.
SG: Rehkopp (6/1), Ludwig (8/1), Rath, Lobert, Omidi, Piecha, Seiler, Stojkovic (3/1), Braun (4), J. Schnieders (13), F. Schnieders (11/3), Tecklenborg (14).
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