Diese Entwicklung ist alarmierend: Die Krankenkassenbeiträge kletterten im Januar deutlich an auf 17,5 Prozent. Der Grund: 82 Krankenkassen haben ihre Zusatzbeiträge im Schnitt auf 2,91 Prozent angehoben. Er kommt zum gesetzlichen Beitragssatz von 14,6 Prozent hinzu. Ergebnis: Mittlerweile müssen 42,3 Prozent eines Bruttolohns für Krankenkassen, Renten- und Pflegeversicherung sowie Arbeitslosenversicherung aufgebracht werden. 

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Die Schieflage wird damit immer offensichtlicher: Zwar sind die Einnahmen der Gesetzlichen Krankenversicherungen in den vergangenen zehn Jahren von rund 200 auf 300 Milliarden Euro gestiegen. Die Ausgaben sind aber im gleichen Zeitraum auf 350 Milliarden angewachsen.

Ist unser Gesundheitssystem ein Faß ohne Boden? Das haben wir im Rahmen unserer Video-Serie „Die Sprechstunde“ Professor Klaus Weckbecker gefragt. Seine Antwort fällt drastisch und deutlich aus: Ohne einen grundsätzlichen Wandel fährt die Gesundheitsversorgung an die Wand. Im jetzigen System gebe es zu viel Chaos - die Patienten würden zu oft allein gelassen. Das verursache enorme Kosten. Seine Forderung an die kommende Regierung: Ein Primärarztsystem, das dem Patienten hilft, die optimale Versorgung im Krankheitsfall zu finden.

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Prof. Weckbecker lehrt Allgemeinmedizin an der Universität Witten/Herdecke und ist als solcher ausgewiesener Experte für hausärztliche Themen. Gemeinsam mit ihm widmen wir uns in der Sendung "Die Sprechstunde" regelmäßig den sogenannten Volkskrankheiten und medizinischen Alltagsfragen.

Im Interview sprechen wir darüber,

  • warum die Lebenserwartung der Deutschen nicht mit den hohen Gesundheitsausgaben korreliert
  • warum die freie Arztwahl den Patienten am Ende nichts nutzt
  • wie am herrschenden Versorgungschaos sehr gut verdient wird
  • warum es eigentlich genügend Geld im System gibt - aber es falsch eingesetzt wird
  • wie mehr Digitalisierung dem entgegenwirken kann
  • warum ein sogenanntes Primärarztsystem ein Lösungsansatz sein kann - und wie das eigentlich funktioniert

Weitere Folgen unserer Hausarztserie:

Disclaimer:

Klaus Weckbecker ist niedergelassener Hausarzt in eigener Praxis und angestellter Hochschullehrer an der Universität Witten/Herdecke. Weder er selbst noch der von ihm geleitete Lehrstuhl erhalten Fördermittel der pharmazeutischen Industrie. Auch besitzt Klaus Weckbecker keine (Aktien-) Anteile an pharmazeutischen Firmen.

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