Es ist ein ebenso spektakulärer wie seltener Anblick, den sich über 1000 Schaulustige nicht entgehen lassen wollten: Das historische U-Boot U17 ist am Freitagnachmittag in Ruhrort eingelaufen.
Duisburg im U-Boot-Fieber: Im Hafenstadtteil sind freie Parkplätze kurz vor Ankunft des Mega-Transportes Mangelware, auf den kleinen Straßen ist kein Durchkommen mehr. Auf der Mühlenweide, an der Hafenpromenade, auf der Mercator Insel und auf der Friedrich-Ebert-Brücke haben sich viele Menschen postiert. Alle warten sie auf U17.

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Das Unterseeboot ist auf der Reise von der niederländischen Nordsee ins Technik-Museum Sinsheim Speyer – ein Unterfangen, das Experten zunächst als „nicht machbar“ eingestuft haben.
U-Boot U17 legt am Freitagnachmittag in Duisburg an
Denn das Unterseeboot der Klasse 206 A ist fast 500 Tonnen schwer und mit den Maßen von 50 Meter Länge, 9 Meter Höher und 4,60 Meter Breite ein echter Koloss. Die Ingenieure haben es aber doch gewagt: Auf einem Schwimmponton drückt ein Schubschiff U17 über den Rhein. Diesmal ist es also nicht die raue Nordsee, der Atlantik, das Mittelmeer oder die Ostsee. All diese Gewässer hat das U-Boot in seinen Jahren im Dienst der Bundeswehr durchfahren.

Gegen 16.10 Uhr steuert es dann endlich auf Duisburg zu. „Da ist er“, ruft einer der Zuschauer, als er den dunklen Brocken mit dem Fernglas unter der A-42-Brücke Beeckerwerth erspäht. Anschließend geht das große Warten los. Auch Daniela Hoppe aus Moers und ihr Mann warten mit. Den ganzen Tag schon haben sie den Weg des Transports über das praktische Live-Tracking des Museums im Internet verfolgt und schauen nun gebannt. „Wir sind oft in Ruhrort. So etwas will man sich nicht entgehen lassen.“
Es dauert schließlich doch eine Stunde, bis U17 wirklich im Hafen einfährt. Der Hafenmeister eskortiert mit seinem Boot den prominenten und etwa 10 km/h schnellen Gast. Pünktlich um 17.15 Uhr legt der Schubverband nach einem Schaulaufen vor der voll besetzten Promenade im Hafenmund an der Mercator Insel an. Alles hat wie geplant funktioniert.
Am Samstag passiert das U-Boot Düsseldorf
Zahlreiche Hobbyfotografen schießen mit ihrem Kameras Erinnerungsfotos. Hermann Layher, Präsident des Technikmuseums, nennt das Unterseeschiff eine „Augenweide“. Jürgen Weber, Fregattenkapitän a. D., spricht für die, die auf U17 ihren Dienst taten: „Es hätte uns in der Seele wehgetan, wenn ein solches Boot auf dem Schrott gelandet wäre.“ Deshalb schloss das Museum im Januar 2023 einen Leihvertrag mit dem Bundesverteidigungsministerium. Die Verantwortlichen planten anschließend mit Hochdruck die Überführung.

Gestartet ist der aufsehenerregende Transport über den Rhein zunächst am Donnerstag im niederländischen Dordrecht. Die erste Etappe führte bis nach Nijmwegen. Von dort aus ging es vorbei an den Rheinpromenaden von Emmerich, Rees und Wesel und vielen gespannten Augenpaaren bis in den Duisburger Hafen.
Am frühen Samstagmorgen (6 Uhr) legt der Schubverband schon wieder ab. Sein Ziel ist dann Köln. Dabei passiert das ausgediente U-Boot das Düsseldorfer Rheinufer. Wegen des zeitgleich stattfindenden Japantags in der Landeshauptstadt wird dabei mit Hunderttausenden Zuschauern gerechnet.
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Weitere Stationen auf der Reise sind in der Folge Lahnstein, Mainz und Manheim. Am Mittwoch rechnen die Planer letztendlich mit der Ankunft im Naturhafen von Speyer. Am Sonntag ist dann der Straßentransport durch die Domstadt bis hin zum Technik Museum angesetzt. Dort wird das Werkstatt-Team Batterien herausnehmen, U17 also verschlanken, bevor das Boot zum zweiten Museumsstandort nach Sinsheim verfrachtet wird, dem endgültigen Bestimmungsort für U17.
>>Über das U-Boot U17
- Gebaut wurde U 17 bei der Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) in Kiel, nach seiner Taufe 1972 stand es bis 2010 in Diensten der Bundesmarine. Bei seinen Missionen war es in der Ostsee, Nordsee und dem Mittelmeer unterwegs.
- Das Besondere: Während eines Übungsprogramms überquerte es als erstes deutsches Nachkriegs-U-Boot den Atlantik und ankerte in Baltimore, wo zuletzt 1916 ein deutsches U-Boot eingelaufen war. Elf Jahre nach seiner Außerdienststellung hatte das U-Boot im Marinearsenal in Wilhelmshaven zugebracht.
- Auf der Kieler Werft der Thyssenkrupp Marine System wurde U17 seit 2021 „demilitarisiert“.



