Am Pfingstwochenende werden an Rhein und Ruhr sommerliche Temperaturen um die 30 Grad erwartet. Da es wieder viele Menschen an die Rheinwiesen und ans Wasser zieht, warnt die Wasserschutzpolizei Duisburg erneut eindringlich: „Baden im Rhein ist lebensgefährlich!“ Das verdeutlichen traurige Statistiken für Nordrhein-Westfalen und Duisburg:

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Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zählte 2025 in NRW 48 tödliche Badeunfälle (2024: 57). Demnach ertranken hier 21 Menschen in Flüssen (2024: 25), zwölf in Seen und Teichen (2024: 19). In Düsseldorf waren allein acht Todesopfer zu beklagen, sieben davon starben im Rhein. In Duisburg wurde 2025 zwar kein Todesfall in einem freien Gewässer bekannt, jedoch hatten mindestens vier Menschen großes Glück (siehe Übersicht unten). Allein seit 2020 waren in Duisburg 14 Badetote zu beklagen, sechs von ihnen kamen im Rhein ums Leben.
■ Hier ist Baden in Duisburg verboten: Darum ist es im Rhein und in Baggerseen so gefährlich
Duisburg: Verschärftes Badeverbot für den Rhein gilt seit September 2025
Dabei warnen DLRG und Feuerwehr, Stadt und Polizei in Duisburg Sommer für Sommer vor den Lebensgefahren. Und seit September 2025 gilt auch in Duisburg ein noch strengeres (kommunales) Badeverbot für den gesamten Rhein. Es drohen Geldbußen von bis zu 1000 Euro. Dennoch kommt es häufig zu Rettungseinsätzen, schweren und tödlichen Badeunfällen. Die Hauptgründe: Durch die Stadt schlängelt sich Europas meistbefahrene Wasserstraße 37,5 Kilometer lang. Es gibt in Duisburg zudem zahlreiche Baggerseen – und viele Menschen mit Migrationsgeschichte und geringen Deutschkenntnissen, die Badeeregeln und die tödlichen Risiken nicht kennen beziehungsweise unterschätzen.
Feuerwehr oder DLRG führen für Duisburg zwar keine Statistik über Badetote im Rhein und in Seen, aber ein Blick in unser Archiv zeigt, dass tödliche Badeunfälle in der Rhein-Ruhr-Stadt leider keine Seltenheit sind:
Tödliche Badeunfälle in Duisburg seit 2011: Mindestens 24 Tote in freien Gewässern
- August 2024: Großeinsatz auf dem Rhein: Die Einsatzkräfte bergen die Leiche einer Frau in Höhe des Rheinparks.
- August 2024: Tragisches Unglück im Innenhafen: Ein vier Jahre alter Junge stürzt im Yachthafen von einem Hausboot und ertrinkt.
- Juli 2024: Schlauchboote kentern am 9. Juli auf dem Wildförstersee/Wolfssee. Ein 31-Jähriger taucht nicht mehr auf. Die Leiche wird erst am 9. Juli gefunden.
- Juli 2024: Ein 16-Jähriger verunglückt im Bertasee tödlich. Er war mit seiner Fußballmannschaft am Wasser. Der Badeunfall erregt große Aufmerksamkeit, weil der 16-Jährige Nachwuchsfußballer von Fortuna Düsseldorf war.
- Juni 2023: Ein Stand-Up-Paddler (24), der wohl nicht schwimmen konnte, fällt nach Angaben von Augenzeugen auf dem Lohheidesee in Baerl vom SUP ins Wasser. Für den Afghanen kommt jede Hilfe zu spät.
- September 2022: Im Masurensee kommt am 17. September erneut ein Mann ums Leben: Der 53-Jährige wollte wohl ein ferngesteuertes Boot aus dem Wasser holen. Fünf Tage nach dem tödlichen Badeunfall entdeckten zwei Stand-up-Paddler die Leiche des Moersers an der Wasseroberfläche.
- September 2022: Ein 64-jähriger Mann und sein neunjähriger Sohn werden am Dienstagabend, 6. September, von der Strömung im Rhein mitgerissen, als sie in Baerl in der Nähe der Nato-Rampe ins Wasser gehen. Vater und Mutter des Neunjährigen wollten den Jungen retten, geraten selbst in Not. Angler Marcel Butzer aus Moers kann die Mutter retten (zum Bericht). Zwei Tage darauf werden die Leichen bei Wesel geborgen.
- August 2022: Ein 35-Jähriger aus Duisburg springt von der Eisenbahnbrücke zwischen Hochfeld und Rheinhausen. Seine Leiche wird Tage später im Kreis Wesel entdeckt.
- Juli 2022: Ein 33-Jähriger ist nach einem Badeunfall am 19. Juli im Masurensee fast eine Woche verschollen. Dann wird sein Leichnam gefunden.
- Juni 2021: Bundesweit sorgte das Unglück für Betroffenheit, bei dem im Rhein drei Mädchen (13, 14, 17 Jahre alt) bei Marxloh vor den Augen vieler Badender abgetrieben worden waren.

- Juni 2020: Ein Familienvater aus Moers ertrinkt im Uettelsheimer See, als er Spielzeug seiner Kinder aus dem Wasser holen will.
- August 2017: Ein neunjähriges Mädchen stirbt, als es bei Friemersheim abrutscht und in den Rhein fällt.
- August 2016: Ein Geflüchteter aus dem Iran (24) kommt im Wolfssee um.
- August 2016: Ein 18-Jähriger aus Krefeld ertrinkt im Rhein, seine Leiche wird am Rheinpark gefunden.
- Mai 2016: Ein 37-jähriger Rumäne bezahlt einen riskanten Schwimmversuch im Rhein mit seinem Leben.
- Mai 2015: Ein 49-jähriger Duisburger ertrinkt in einem Baggersee in Beeckerwerth.
- August 2013: Nur noch tot können Taucher einen 51-Jährigen bergen, der betrunken ins Ruhrorter Eisenbahnbassin gesprungen war.
- Juli 2013: Aber auch am Masurensee gab es bereits mindestens ein Todesopfer: Im Juli 2013 hatte sich ein 42-jähriger Duisburger in stark alkoholisiertem Zustand ein Wettschwimmen geliefert. Seine Leiche entdeckte ein Spaziergänger Wochen später.
- Mai 2013: Ein besonders tragischer Unfall ereignet sich in Hochfeld. Ein 13 Jahre alter Nichtschwimmer ertrinkt im Rhein – ein 16-Jähriger hatte ihn geschubst.
- Mai 2012: Ein 32-Jähriger kommt bei einem Bad im Rhein in Höhe von Rheinhausen ums Leben, laut Polizei unter Alkoholeinfluss.
- April 2011: In der Nacht zu Karfreitag ertrinkt ein 38-Jähriger im Toeppersee.
Rettung vor dem Ertrinkungstod in Duisburg
Noch häufiger werden Menschen vor dem Ertrinkungstod gerettet – wie zum Beispiel zwei Kinder im Rhein bei Mündelheim 2011. Vier Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:
- Im August 2025 war ein Mann aus Hürth in der Nähe der Hochfelder Eisenbahnbrücke im Rhein baden gegangen und von einem Schiff in die Flussmitte gezogen worden. Equipment hielt ihn wohl über Wasser.
- Im Juli 2025 überlebt ein 27-Jähriger seinen Abstecher in den Rhein bei Thyssenkrupp nur dank eines aufmerksamen Paares aus den Niederlanden. Wie die Niederländer ihn aus dem Rhein fischten.
- Ende Juni 2025 springt ein Vater in Ruhrort an der Einfahrt zum Eisenbahnhafen in den Rhein, um seine beiden Kinder zu retten. Die Drei kommen mit dem Schrecken davon.
- Drei Männer retteten im Juli 2019 mutig einer 17-Jährigen das Leben.
- Der Schiffsführer der Rheinfähre in Walsum zog im Sommer 2020 zwei Kinder (4,12) aus dem Fluss.
- Im September 2022 retteten Polizisten einer 21 Jahre alten Frau im Masurensee das Leben.

Badeunfälle in Duisburg – mehr zum Thema
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Baden im Rhein und in den Baggerseen verboten – es gibt nur drei Ausnahmen
Wer sich in den Rhein begibt – und wenn auch nur ein Stückchen –, begibt sich in tödliche Gefahr. Denn vom Fluss gehen mehrere unscheinbare Risiken aus: an der Wasseroberfläche nicht erkennbare Soge, Strudel und Strömungen, plötzliche Rückwellen passierender Schiffe und die hohe Fließgeschwindigkeit des Stroms.
In Duisburg gilt wegen der vielen Hafen- und Industrieanlagen seit 1972 ein Badeverbot für etwa 75 Prozent des Rheins. Grundlage ist die „Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve im Bereich der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Duisburg“ (BadeVRhein-Kleve). Demnach ist das Baden auf den Stromabschnitten zwischen den Rheinkilometern 769,3 bis 794,6 seit über 50 Jahren offiziell untersagt. Diese Verbotszone gilt etwa vom Hüttenwerk Krupp Mannesmann (HKM) im Süden bis hinter die Walsumer Fähre im Norden.
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Aber in den Abschnitten des Rheins, in denen das Baden dadurch noch nicht verboten war, gilt seit dem 6. September 2025 ein Badeverbot der Stadt Duisburg. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro rechnen. „Baden“ definiert die Verordnung bürokratisch-präzise als „das planmäßige Verweilen mit dem Körper in mehr als jeweils knöcheltiefem Wasser des Rheins, insbesondere zu Erholungs-, Sport- oder Freizeitzwecken“.
Von den Seen in Duisburg sind seit Jahren nur drei als Badegewässer zugelassen – und jeweils nur im Bereich der dort ansässigen Freibäder: Kruppsee, Wolfssee und Großenbaumer See. Wer in anderen Seen badet, begeht laut Stadtsprecher Peter Hilbrands eine Ordnungswidrigkeit.






