Das war denkbar knapp: Nur dank eines aufmerksamen Paares hat ein 27-Jähriger seinen Abkühlungsversuch im Rhein nicht mit dem Leben bezahlen müssen. Jetzt erzählen die beiden Niederländer, wie sie den Mann gerettet haben.

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Aad van der Krogd und seine Frau Silvia sind einiges gewohnt, die beiden haben vor ihrer Pensionierung bei der Luftwaffe gearbeitet. Seit sie pensioniert sind, reisen sie vier Monate im Jahr mit ihrem Sportboot Sundowner herum. Am Donnerstag waren sie auf dem Heimweg von einem größeren Törn, der sie über Dänemark und Schweden führte. Via Deutschland sollte es zurück nach Oosterhout gehen.
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Niederländer retten einen Mann aus dem Rhein
Auf der Höhe von Thyssenkrupp Steel in Duisburg sah Silvia plötzlich im Strom einen Menschen. Noch während sie sich erstaunt fragte, was er da tut, rief dieser mit letzter Kraft um Hilfe, schildert ihr Mann Aad. Der 73-Jährige war am Steuer des Sportboots und hatte sich während der Fahrt rechts gehalten, weil der Berufsverkehr in der Mitte unterwegs ist. Links vom Sportboot, in einer Linie mit den Binnenschiffen, befand sich der Untergehende. Aad bremste ab und Silvia (66) warf ein Tau ins Wasser, um den Mann ans Boot heranzuholen. Geistesgegenwärtig informierte Aad per Funk auch noch die Frachtschiffe hinter ihnen.
„Der Mann hatte gar keine Kraft mehr, wir haben ihn zu zweit hochgezogen“, beschreibt es Aad. „Er war völlig fertig, wir haben ihm Handtücher und eine Decke gegeben, später auch was zu trinken.“ Es dauerte Stunden, bis der Deutsche wieder etwas sagen konnte, berichtet das Ehepaar.

Wasserschutzpolizei Duisburg unterstützte die Sportbootfahrer
So lange hatten sie auch Zeit miteinander, denn hier beginnt der etwas chaotische Teil der Rettungsaktion. Aad informierte die Verkehrsleitzentrale des Rheins (Revierzentrale) über ihren neuen Passagier und fragte, was sie nun tun sollen. Dort habe man sich aber nicht in der Verantwortung gesehen. Der Gerettete atme ja schließlich, also sei das kein Notfall, zitiert Aad den Behördenvertreter, der ihn an die Wasserschutzpolizei Wesel verwies. Die gibt es allerdings schon lange nicht mehr, zuständig ist die Wasserschutzpolizei Duisburg.
Das deckte Aad dann schnell selbst auf, und ab hier lief die Rettungskette besser. Als Treffpunkt verabredete die Polizei mit den Niederländern den Yachthafen in Wesel. Dorthin kam ein Streifenwagen und nahm den Geretteten auf. Nach einem Umweg zum TKS-Hafen, wo der Mann noch Bekleidung und Wertsachen liegen hatte, brachte man ihn schließlich zu seiner Familie.
Lebensretter zeigen Nerven
Aad und Silvia reisten also mit dem Mann über zwei Stunden von Duisburg nach Wesel. „Er war anfangs sehr verwirrt, aber wir haben ihm gut helfen können“, sagt Aad. Aber die beiden beschlich das Gefühl: Wenn man jemanden rettet, hat man selbst ein Problem.
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Erst als sie wieder allein an Bord waren, fiel die Anspannung von ihnen ab, und Silvia musste erst mal ein paar Tränen vergießen, berichtet ihr Mann. Dabei sei seine Frau nicht zum ersten Mal eine Lebensretterin, in Kroatien habe sie auch schon mal ein Kind vor dem Ertrinken bewahrt. Und ihre Jobs bei der Luftwaffe waren auch nicht nur Kirschenpflücken, deutet er an.
Jetzt würden sie sich einfach nur freuen, zu hören, ob es dem Mann wieder gut geht. Nach all der Aufregung. „Die Person hat sehr viel Glück gehabt“, sind die beiden sicher, „das war sehr gefährlich“.







