In dieser vierten Juni-Woche werden die Temperaturen in Duisburg deutlich über 35 Grad steigen und die Menschen ans Wasser treiben. Wasserschutzpolizei, DLRG, Wasserwacht und Feuerwehr sind alarmiert – auch weil in den vergangenen Wochen immer wieder Menschen in den Rhein gegangen sind. Obwohl in Duisburg in den vergangenen 15 Jahren mindestens 24 Menschen in freien Gewässern ums Leben kamen, und trotz strenger Badeverbote planschen immer noch Menschen im Rhein und in den Baggerseen.

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Wo aber darf man in Duisburg baden? Was bedeutet das neue Badeverbot für den Rhein? Warum ist der Rhein so gefährlich? Wir beantworten Fragen zum Baden in wilden Gewässern, zeigen Videos und verlinken auf Aufklärungsmaterial in zehn Sprachen:
In welchen Duisburger Seen ist das Baden erlaubt?
In Duisburg sind seit Jahren nur drei der über 20 Seen als Badegewässer zugelassen – und das auch nur im Bereich der dortigen Freibäder:
- der Kruppsee im Bezirk Rheinhausen (Website des Betreibers: www.sv-rheinhausen.de),
- der Wolfssee an der Sechs-Seen-Platte in Wedau (Facebook-Seite des Betreibers) und
- der Großenbaumer See an der Sechs-Seen-Platte (>> Instagram-Profil des Freibads Großenbaum).
Dort wird die Wasserqualität regelmäßig getestet und nach der EG-Badegewässerrichtlinie bestimmt (Ergebnisse der Messungen: db.badegewaesser.nrw.de/badegewaesser-nrw).

In welchen Seen in Duisburg ist das Baden verboten?
Alle anderen Seen und Baggerlöcher in Duisburg sind nicht als Badegewässer zugelassen – auch nicht die Bereiche von Kruppsee, Wolfssee und Großenbaumer See, die außerhalb des jeweiligen Freibads liegen. Wenn Gewässer frei zugänglich sind, bedeutet dies nicht, dass das Schwimmen dort erlaubt wäre. Das Baden ist also in all diesen Seen komplett verboten:
- Masurensee (6-Seen-Platte, Wedau)
- Regattabahn (Sportpark, Neudorf-Süd)
- Loheider See (Baerl)
- Toeppersee (Bergheim/Rumeln-Kaldenhausen)
- Uettelsheimer See (Homberg/Hochheide)
- Waldsee (Moers/Baerl)
- Rahmer See (Rahm)
- Wambachsee (6-Seen-Platte, Wedau/Buchholz)
- Böllertsee (6-Seen-Platte, Wedau)
- Haubachsee (6-Seen-Platte, Wedau)
- Wolfssee (6-Seen-Platte, Wedau/Großenbaum)
- Wildförstersee (6-Seen-Platte, Wedau/Großenbaum,
- Blauer See (Bissingheim)
- Bertasee (Sportpark, Neudorf-Süd)
- Margaretensee (Sportpark, Neudorf-Süd)
- Barbarasee (Sportpark, Neudorf-Süd)
- Weißer See (Wedau/Mülheim)
- Entenfang (Mülheim)
- Remberger See (Huckingen)
Das Badeverbot gilt nicht nur dort, wo Verbotsschilder aufgestellt sind, sondern überall.

Wo darf ich in Duisburg unter freiem Himmel baden?
Von den zwei städtischen Freibädern ist das Freibad in Homberg wegen Reparaturarbeiten weiterhin geschlossen. Ein Eröffnungstermin steht noch nicht fest (Stand: 23. Juni) (wir berichteten). Geöffnet sind dagegen:
Freibad Wolfssee in Wedau: Kalkweg 262a, 47279 Duisburg, www.freibad-wolfssee.de. Das Bad ist bei Badewetter montags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr geöffnet.
Freibad Großenbaum am Großenbaumer See, Buscher Straße 65, 47269 Duisburg, facebook.com/freibad.grossenbaum. Das Bad ist seit dem 19. Juni bei Badewetter täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.
Freibad Kruppsee in Rheinhausen-Friemersheim, Bachstraße 2, 47229 Duisburg, sv-rheinhausen.de/freibad, facebook.com/SVRheinhausen. Das Bad ist samstags, sonntags sowie täglich in den Sommerferien von 12 bis 19.30 Uhr geöffnet (Kassenschluss: 18.30 Uhr).
Städtisches Allwetterbad Walsum, Scholte-Rahm-Straße 16, 47178 Duisburg, baederportal-duisburg.de. Das Bad ist samstags und sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet, dienstags bis freitags von 6.30 bis 20 Uhr, montags von 14 bis 20 Uhr.
Niederrhein-Therme in Wehofen/Röttgersbach, Wehofer Straße 42, 47169 Duisburg. Die Therme hat ebenfalls ein Freibad im Angebot, niederrhein-therme.de.
Zwei Geheimtipps für alle, die dauerhaft ins Badevergnügen unter freiem Himmel investieren wollen, sind die Anlagen zweier Schwimmvereine:
Der Amateur-Schwimm-Club Duisburg (ASCD) betreibt ein eigenes Freibad an der Kruppstraße im Sportpark und hat dort außerdem eine Badestelle am Barbarasee. Website: www.ascd.de. Zum Artikel: See und Freibad nur für Mitglieder: Hier gibt es exklusiven Badespaß in Duisburg.

Der Duisburger Schwimmverein 1898 (DSV98) hat ebenfalls eine eigene Anlage nur für Mitglieder. Diese liegt am Bertasee – mit Schwimmbecken und Liegewiese am Wasser. Über die Mitgliedschaft informiert der Verein auf www.dsv98.de/de/mitgliedschaft.
In den Duisburger Nachbarstädten Dinslaken, Moers, Krefeld, Düsseldorf, Ratingen, Mülheim und Oberhausen gibt es ebenfalls Freibäder. Eine Übersicht finden Sie hier.
Warum gilt für die Duisburger Baggerseen ein Badeverbot?
Die Stadt Duisburg warnt: Unbefestigte Uferböschungen können einstürzen, Untiefen und stark unterschiedliche Wassertemperaturen können die Schwimmerinnen und Schwimmer gefährden. Es gibt dort keine Badeaufsicht, zudem werde die Wasserqualität nicht kontrolliert.

Martin Flasbarth, Bezirksleiter der DLRG-Ortsgruppe Duisburg, weiß aus leidvoller Erfahrung, warum in Baggerseen so viele Menschen sterben: „Obwohl das Wasser oft so kalt ist, kühlen sich die meisten gar nicht mehr langsam ab.“ Dann steigt das Risiko von Herz-Kreislauf-Problemen, insbesondere bei Vorerkrankungen, von denen viele Menschen nicht mal wissen. Dies sei ein weiterer Grund, nur dort zu schwimmen, wo Retter im Notfall sofort helfen können. Dass an einem Sommertag viele Kurzurlauber an „Stadtstränden“ Alkohol konsumieren, erhöht das Risiko zusätzlich.
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Was passiert, wenn ich in einem See erwischt werde?
Wer außerhalb der Freibäder in Kruppsee, Wolfssee und Großenbaumer See in einem Duisburger See schwimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. „Das Verwarnungsgeld beträgt 20 Euro. Gegebenenfalls kann auch ein Bußgeld erhoben werden“, sagt ein Stadtsprecher. Die Höhe werde „individuell durch das städtische Rechtsamt festgesetzt“.
Darf ich in Duisburg im Rhein baden oder planschen?
Nein. Im Duisburger Stadtgebiet ist das Baden im Rhein seit September 2025 komplett verboten.
In Duisburg galt wegen der vielen Hafen- und Industrieanlagen bis dahin seit 1972 ein Badeverbot für etwa 75 Prozent des Rheins. Nach der „Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve im Bereich der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Duisburg“ (BadeVRhein-Kleve) ist das Baden auf den Stromabschnitten zwischen den Rheinkilometern 769,3 bis 794,6 seit über 50 Jahren offiziell untersagt. Diese Verbotszone gilt etwa vom Hüttenwerk Krupp Mannesmann (HKM) im Süden bis hinter die Walsumer Fähre im Norden.
In den Abschnitten des Rheins, in denen das Baden dadurch noch nicht verboten war, gilt seit dem 6. September 2025 ein Badeverbot der Stadt Duisburg. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro rechnen.
Darf ich in den Rhein gehen? Was ist erlaubt?
Auch das verbietet die ordnungsbehördliche Verordnung der Stadt in den von ihr abgedeckten Rheinabschnitten. Verboten ist demnach bereits „das planmäßige Verweilen mit dem Körper in mehr als jeweils knöcheltiefem Wasser des Rheins, insbesondere zu Erholungs-, Sport- oder Freizeitzwecken“. Stadtsprecher Maximilian Böttner erklärt: „Wer sich mehr als knöcheltief im Wasser aufhält, gilt als badend – egal ob schwimmend, planschend oder stehend. Erlaubt bleibt das kurze Ein- und Aussteigen beim An- oder Ablegen von Booten sowie das Zuwasserlassen oder Herausziehen von Wasserfahrzeugen an den dafür vorgesehenen Stellen.“
Warum ist es verboten, in den Rhein zu gehen?
Wer sich in den Rhein begibt, begibt sich in tödliche Gefahr. Das gilt auch fürs Flachwasser in Ufernähe. Von Deutschlands größter Wasserautobahn gehen mehrere zunächst unscheinbare Risiken aus: an der Wasseroberfläche nicht erkennbare Soge, Strudel und Strömungen, plötzliche Rückwellen passierender Schiffe und die hohe Fließgeschwindigkeit des Stroms.

Die Flachwasserbereiche zwischen den Buhnen sind „Todeszonen“, warnt ein Polizeisprecher. „Sie wirken wie ein abgesicherter Bereich, sind aber besonders gefährlich. An den Spitzen der Kribben bilden sich gefährliche Strudel und Strömungen – das sind Fallen.“ An den Köpfen der Buhnen entstehen durch vorbeifahrende Schiffe zusätzlich enorme Kräfte. „Dagegen kommt kein Schwimmer an“, sagt DLRG-Wasserretter Martin Flasbarth. Die Stille am Fluss und die scheinbare Langsamkeit des gewaltigen Stroms vermitteln darüber hinaus ein trügerisches Sicherheitsgefühl.
■ Warum der Rhein bei Niedrigwasser noch gefährlicher ist
Warum geht von Schiffen eine Gefahr für badende oder planschende Menschen aus?
Die Frachter auf der Wasserstraße verursachen am Ufer zeitversetzt Wellenschläge und Soge. Beides kann Menschen – nicht nur Kinder – von den Beinen holen und hinaus aufs Wasser ziehen. Dieses Video der DLRG Dinslaken zeigt Sog und Rückwellen eines Schiffes auf dem Rhein:
Die Bundesanstalt für Wasserbau veranschaulicht mit diesem Video Sog und Schwell großer Schiffe an Strombauwerken:
Wie reagiere ich richtig, wenn ich einen Unfall im Rhein sehe oder selbst in Gefahr bin?
Wer Personen im Rhein sieht, die in Not geraten sind, soll nicht selbst ins Wasser springen, sondern schnellstmöglich Rettungskräfte verständigen:
- Sofort den Notruf 112 anrufen und das Unglück melden.
- Dabei genau beschreiben, wo und wohin die Person im Rhein treibt.
- Als Orientierung dienen zum Beispiel am Ufer große Schilder mit Nummern (Rhein-Kilometer).
- Auf keinen Fall selbst in den Rhein springen und der abtreibenden Person hinterherschwimmen.
- „Wer selbst in eine Strömung gerät und abtreibt, sollte Ruhe bewahren und sich erst einmal treiben lassen“, rät die Feuerwehr. „Auf sich aufmerksam machen. Auf keinen Fall gegen die Strömung anschwimmen.“
- „Die Devise lautet: Kräfte sparen und versuchen, mit der Strömung und leichten Schwimmbewegungen wieder zu einem festen Punkt zu gelangen.“
Die Stadt warnt mit diesem Video vor Lebensgefahren und gibt Tipps:
Gilt ein Badeverbot nur dort, wo Badeverbotsschilder stehen?
Nein, das Badeverbot gilt nicht nur dort, wo in Ufernähe ein Verbotsschild steht. Das Schwimmen ist in allen Duisburger Seen verboten (zu den Ausnahmen Kruppsee, Großenbaumer See, Wolfssee: siehe oben).
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Die „Baden verboten!“-Schilder mit einem warnenden Piktogramm stellen auf städtischem Areal an den Seen die Wirtschaftsbetriebe Duisburg auf – auch zur Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht.
Für den Rhein gilt das Badeverbot ebenfalls, auch wenn keine Verbots- oder Warnschilder darauf hinweisen. In Duisburg stehen nur sehr wenige Schilder am Rhein. Nachdem in Marxloh drei Mädchen an einem Abend ertrunken waren, hatte die Stadt im Sommer 2021 an fünf Stellen diese Schilder mit Warnungen in sechs Sprachen aufstellen lassen:

Wie kann ich Menschen warnen, die kein Deutsch verstehen?
Das Duisburger Amt für Kommunikation hat Warnungen und Erläuterungen in elf Sprachen übersetzen und verbreiten lassen. Diese kann man auf duisburg.de hier kopieren und herunterladen. Gewarnt wird in diesen Sprachen:
- Arabisch,
- Bulgarisch,
- Englisch,
- Farsi (Persisch),
- Französisch,
- Kroatisch,
- Polnisch,
- Rumänisch,
- Russisch,
- Türkisch.
Diesen Text haben wir erstmals im September 2023 veröffentlicht und seither mehrmals überarbeitet.






