Zusammenfassung

  • Oberhausener Bürger äußern sich in Leserbriefen zu aktuellen Themen wie Stadtentwicklung, Klima, Verkehr und gesellschaftlichen Veränderungen.
  • Die Leser teilen dabei Kritik, Sorgen und konkrete Lösungsvorschläge, etwa zur Flächenversiegelung, Kastrationspflicht für Katzen oder Problemen bei der Bürgerbeteiligung.
  • Auch Themen wie der Umgang mit leeren Kirchen, Prostitution, Hitzewellen und Vandalismus beschäftigen die Einwohner und führen zu vielfältigen Diskussionen.

Zahlreiche Briefe unserer Leserinnen und Leser haben in den vergangenen Wochen über die E-Mail-Adresse redaktion.oberhausen@funkemedien.de unsere Redaktion erreicht. Dabei äußern die Verfasser nicht nur ihren Unmut über Entwicklungen im Stadtgebiet, sondern liefern auch konstruktive Lösungen für Probleme. Hier ein Auszug aus den Leserbriefen zu aktuellen Oberhausener Themen:

Baustellen-Chaos

Zu: Rätsel um Innenstadt-Baustelle: Wer buddelt denn jetzt schon wieder?

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Der Artikel erinnert mich an den Film „Der Blaumilchkanal“ von 1969 unter der Regie von Ephraim Kishon. Auch hier wurde die Straße aufgerissen und keiner wusste so richtig, warum, aber alle haben so reagiert, als wäre es eine offizielle Baustelle. Hat sich dieses jetzt in Oberhausen wiederholt? Weiß hier die linke Hand vielleicht nicht, was die rechte tut? Armes Oberhausen! Benno Talhoff

Sperrung Danziger Straße Oberhausen
Die Danziger Straße ist voraussichtlich bis Oktober 2026 gesperrt. Doch kein Amt, kein Unternehmen wusste, wer da überhaupt einen Graben in den Asphalt zieht.© WAZ Oberhausen | Nadine Gewehr

Diskriminierungs-Klage

Zu: Transperson klagt vor Gericht – Anwalt: „Sie wollen doch gar nicht arbeiten“

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Es ist mir absolut unverständlich, dass es diese mittlerweile deutschlandweit bekannte Person immer wieder schafft, Geld von Unternehmen einzuklagen. Auch ist es absolut unverständlich, dass „kein Richter“ einen Arsch in der Hose hat und die Klage der Transperson abweist. Zumal die Transperson nicht einmal selbst für Anwalts- und Gerichtskosten aufkommt, weil sie ja offiziell Bürgergeldempfänger:in ist. Warum werden die „Einnahmen“ aus den vielen Klagen nicht versteuert? So würde sich das Problem sicher minimieren oder gar von allein erledigen. Dieter Horst

Kastrationspflicht geplant

Zu: Kastrationspflicht für Katzen: Oberhausen plant radikalen Schritt

Katze hebt ihre Pfote
Wenn eine Katze nicht nur in der Wohnung lebt, sondern als Freigänger draußen herumstromert, dann sollen die Oberhausener Katzenhalter künftig verpflichtet sein, ihre Katze zu kastrieren. Bei Verstößen droht ein städtisches Bußgeld von bis zu 1000 Euro. © Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn | Julian Stratenschulte

Liebe Katzenfreunde, macht Euch keine Sorgen. Das Ordnungsamt wird kein Bußgeldverfahren einleiten wegen nicht kastrierter Katzen. Denn es leitet ja auch kein Bußgeldverfahren ein wegen Verkehrsgefährdungen durch nicht korrekt abgestellte E‑Scooter. Im Übrigen: Um 55 falschparkende E-Scooter zu ermitteln, braucht man wahrscheinlich ungefähr einen halben Tag, nicht 7,5 Monate. Maria Nowotsch

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Rotlichtviertel

Zu: Prostitution in Privatwohnungen: Oberhausener Beraterin leistet Detektivarbeit

Die Stadt Oberhausen zwingt potenzielle Sexarbeiterinnen durch ihre Sperrgebietsverordnung faktisch dazu, zu den Bedingungen der Bordellbetreiber auf der Flaßhofstraße zu arbeiten – oder auf die Tätigkeit zu verzichten. Also Mondpreise für Zimmer, Hygieneprodukte, Bettwäsche, Handtücher usw. zu bezahlen. „Da bleiben mir manchmal 10 Euro pro Stunde, und versteuern muss ich die auch noch“ (O-Ton Prostituierte in meiner Praxis). Ulrich Hammerla, Hausarzt i.R.

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Verkauf von Kirchen

Zu: Kirchensterben: Es drohen „Lost Places“/Kirche in Osterfeld steht zum Verkauf

Heilsversprechen und die Migration haben eine für uns neue Religion erstarken lassen. Das Verhalten der Kirchen zu Corona-Zeiten hat viele Gläubige verärgert. Menschen starben einsam – ohne christlichen Beistand. In finanziell schlechten Zeiten bedeutet ein Kirchenaustritt auch mehr Geld für den Alltag. Man hat als Außenstehender auch das Gefühl, dass die Kirchen gegenüber der Politik zu duckmäuserisch auftreten. Jedenfalls wird der Verkauf von Kirchen sehr schwierig sein: Die Niederlande haben Kirchen umgewidmet: Es ist Wohnraum entstanden, Büchereien und Verkaufshallen. Und noch eins: Wo der Glaube stirbt, da stirbt auch die Hoffnung. Norbert Heyer

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Grundwasser-Problem

Zu: Zu viel Beton, zu wenig Grün: Oberhausen hat ein Grundwasser-Problem/Bebauung Newag-Gelände und Zeche Sterkrade

Mit großer Sorge und Fassungslosigkeit verfolge ich die Pläne der Stadt Oberhausen, den Boden im Stadtgebiet weiter zu versiegeln. Es ist doch ein Widerspruch, dass unsere Stadtspitze einerseits vehement darauf drängt, Flächen zu bebauen, und gleichzeitig dazu aufgefordert wird, ein Konzept zu entwickeln, um zu verhindern, dass Oberhausen ein akutes Grundwasser-Problem bekommt. Warum werden vorhandene leere Wohnungen, Häuser, Büro- und Geschäftsräume, die sich zu „Lost Places“ entwickeln, nicht saniert? Jeder Quadratmeter Asphalt und Beton raubt uns die wichtigste Lebensgrundlage, nämlich gesunden Boden. Wenn Regenwasser nicht mehr versickern kann, trocknet unser Grundwasser aus. Gleichzeitig steigt bei Starkregen das Risiko verheerender Überschwemmungen. Wir brauchen einen Netto-Versiegelungs-Stopp, Entsiegelungsprämien und eine Pflicht zu Öko-Pflaster. Die Natur verzeiht uns die Betonierung nicht. Heike Niegel

Menschenleben gefährdet

Zu: Hitzewellen/Bebauung Sterkrader Zechengelände/Neue Mitte Oberhausen erhält bis zu 2000 neue Wohnungen

Auf dem Gelände der früheren Zeche Sterkrade, hier auf dem Luftbild der historische Förderturm, sind neue Wohnungen geplant, die in Oberhausen dringend für Familien benötigt werden. Doch dafür muss viel Grün weichen.
Auf dem Gelände der früheren Zeche Sterkrade, hier auf dem Luftbild der historische Förderturm, sind neue Wohnungen geplant, die in Oberhausen dringend für Familien benötigt werden. Doch dafür muss viel Grün weichen.© FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Extremwetterereignisse wie Starkregen oder lang anhaltende Hitzeperioden werden in Zukunft weiter zunehmen. Umso weniger nachvollziehbar ist es für mich, dass in unserer Stadt immer mehr Flächen versiegelt statt entsiegelt werden. Wetterextreme gefährden Menschenleben und die Gesundheit der Bevölkerung. Das sollte auch den Stadtplanern sowie der politischen Stadtspitze bewusst sein. Warum wird dann an Vorhaben wie der Bebauung der Zeche Sterkrade festgehalten?

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Diese Fläche gehört zu den letzten größeren Grünflächen der Stadt. Sie ermöglicht die Versickerung von Starkregen, dient als Frischluftschneise und bietet den Bürgern ein wichtiges Naherholungsgebiet. Statt diese Fläche naturnah weiterzuentwickeln, soll auch dort gebaut und damit weitere Fläche versiegelt werden. Für mich entsteht dadurch der Eindruck, dass die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in der städtischen Politik nicht den Stellenwert besitzt, den sie haben sollte.

Angesichts zahlreicher Leerstände und freier Wohnungen in unserer Stadt halte ich eine weitere Versiegelung von Flächen für überflüssig und sogar gefährlich. Ich wünsche mir daher, dass hier endlich ein Umdenken stattfindet. Petra Wilharm

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Zweifel an Bürgerbeteiligung

Zu: Bebauung Newag-Gelände

Wieder kündigt die Stadt „Bürgerbeteiligung“ an – diesmal für das Newag-Gelände. Doch viele Anwohnerinnen und Anwohner wissen längst, wie solche Verfahren in Oberhausen laufen: Die Richtung steht fest, bevor überhaupt diskutiert wird. Die Erfahrungen rund um die Zeche Sterkrade haben gezeigt, was von diesen Versprechen zu halten ist. Engagement war erlaubt, Einfluss offenbar nicht gewünscht. Wer sich einbrachte, durfte reden – entschieden wurde anderswo.

Nachnutzung des NEWAG-Areals“  in Oberhausen
Planungsdezernent Thomas Palotz stellt der Öffentlichkeit die geplante „Städtebauliche Nachnutzung des Newag-Areals“ an der Ripshorster Straße vor. Oberbürgermeister Thorsten Berg unterzeichnete im Juli 2026 gemeinsam mit den Projektpartnern die Planungsvereinbarung für die städtebauliche Entwicklung des Geländes.© FUNKE Foto Services | Christoph Wojtyczka

Dieses Muster hat Vertrauen zerstört. Auch jetzt drängt sich der Eindruck auf, dass Beteiligung vor allem dazu dient, bereits vorbereitete Entscheidungen im Nachhinein zu legitimieren. Das ist keine demokratische Mitbestimmung, sondern politische Inszenierung. Echte Beteiligung hieße: früh anfangen, Alternativen zulassen und Ergebnisse offenhalten. Solange das nicht passiert, bleibt das Verfahren eine Farce. Hartmut Imlau

So schreiben Sie an die Redaktion

Bei den hier veröffentlichten Zuschriften unserer Leserinnen und Leser handelt es sich um persönliche Ansichten, die nicht der Auffassung der Redaktion entsprechen müssen. Wer uns seine Meinung zu Oberhausener Themen mitteilen möchte, ist dazu herzlich eingeladen.

Dafür muss man eine E-Mail mit einer Betreffzeile (Thema/Artikel) und der eigenen Meinung an die Redaktionsadresse redaktion.oberhausen@funkemedien.de senden – mit vollständigem Namen und vollständiger Wohnadresse. Die Zuschriften können in der Zeitung und auf der Webseite veröffentlicht werden. Die Wohnadresse wird nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.

Zwei Bürgerparks


Zu: Hitzewellen/Bebauung Sterkrader Zechengelände/Neue Mitte Oberhausen erhält bis zu 2000 neue Wohnungen

Strukturwandel braucht Mut zur Natur – und ein offenes Ohr für die Bürger. Gerade jetzt stehen mit den Planungen auf dem ehemaligen Zechengelände Sterkrade und dem ehemaligen Newag-Gelände an der Ripshorster Straße wichtige Entscheidungen an, die Oberhausen für viele Jahrzehnte prägen werden.

Wir sprechen über Klimawandel, Hitzesommer und die Notwendigkeit, unsere Städte an die veränderten Bedingungen anzupassen. Gleichzeitig werden immer mehr Flächen versiegelt. Rund um diese Flächen befinden sich Autobahnen, Bahnstrecken, stark befahrene Straßen und der Rhein-Herne-Kanal mit seinem Schiffsverkehr. Lärm, Verkehr und Abgase gehören hier längst zum Alltag. Umso wichtiger wären grüne Rückzugsorte für die Menschen.

Warum nutzen wir diese Chance nicht für zwei Bürgerparks – einen auf dem ehemaligen Zechengelände in Sterkrade und einen auf dem ehemaligen Newag-Gelände in Alt-Oberhausen? Zwei Orte, die zeigen könnten, wie moderner Strukturwandel aussehen kann: mit alten Bestandsbäumen, neuen Pflanzungen, Wasserflächen, naturnahen Spielplätzen, Sitzmöglichkeiten und Wegen, die nicht vollständig betoniert und versiegelt werden. Sabine Holzappel

Alte IndustrieHallen Newag Gmbh Maschinen- und Anlagenbau, Borbeck, Oberhausen, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Auf dem Newag-Gelände an der Ripshorster Straße sollen Neubau-Wohnungen entstehen – und Einfamilienhäuser.© www.blossey.eu / FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Eimer-Diebe

Zu: Rätselhafte Serie in Oberhausen: Unbekannte Täter haben es auf Mülleimer abgesehen

Der Mülleimer-Diebstahl kommt offenbar im gesamten Stadtgebiet vor. Vor einigen Tagen habe ich eine Nachricht an die Stadtverwaltung verfasst, dass im Bereich des Volksgartens Osterfeld erneut Mülleimer entfernt wurden. Da ich sehr auf die Sauberkeit in den Parks achte, beschäftigt mich das Phänomen des Verschwindens dieser Eimer seit Längerem. Bislang konnte mir seitens der Stadtmitarbeiter nicht mitgeteilt werden, ob es sich um Diebstahl/Vandalismus oder gezielten, geplanten Ersatz durch neuere Modelle handelt.

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Nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub habe ich festgestellt, dass im Volksgarten und an dem Spielplatz auf der anderen Seite der Kapellenstraße erneut mindestens fünf Müllbehälter fehlen und nur noch die Stahlrahmen vorhanden sind. Der Austausch zieht sich leider über Monate hin und die neuen Kunststoffbehälter haben zwar eine Abdeckung, sind aber deutlich anfälliger für Vandalismus. Häufig werden sie nach der Leerung auch nicht in der Vorrichtung arretiert, weil diese möglicherweise schon defekt ist, sondern einfach nur daneben an den Pfahl gelehnt. Dann ist es häufig nur eine Frage der Zeit, bis sie dort von Randalierenden entwendet und irgendwo in die Büsche geworfen werden. Henrik Michels

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