Jede Woche erreichen uns etliche Leserbriefe. Darin enthalten: interessante und starke Meinungen und Kommentare zum Stadtgeschehen. Hier veröffentlichen wir Auszüge aus den Ansichten unserer Leserinnen und Leser. Sie müssen sich natürlich nicht mit der Meinung der Redaktion decken.

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Dieses Mal geht es in den Briefen unter anderem um die Neugestaltung der Marktstraße, die Erhöhung der Preise im Öffentlichen Personennahverkehr und den drohenden Verkauf der Zechensiedlung in Alstaden.

Zu: Neuer Park, neues Pflaster und viel mehr Grün: So soll sich die Marktstraße ändern

„Die Attraktivität einer Einkaufsmeile ist auch abhängig von ihrer Gestaltung. Aber der wichtigste Faktor für eine belebte und beliebte Einkaufsmeile sind die Geschäfte, urige Kneipen und Freizeitangebote. Ich wohnte jahrelang in der Nähe der Marktstraße in den 70-er Jahren. Damals konnte man dort alles kaufen, was das Herz begehrte: Kaufhof, Magis, Mensing, Gold-Michael, Hemsing, Uhren Balke, Schuhhaus Rüter, Kaufhalle, Woolworth, City Radio, Drago-Grill, Foto Muthmann, Quelle, Aldi, Plus, Metzgerei Beilharz, Fisch Schmitz, Olschewski, Wienerwald, Kaufhalle und so weiter. Mehr als 80 Geschäfte, Arzt- und Rechtsanwaltspraxen sind nicht mehr vorhanden. Das ist der entscheidende Punkt für den Abstieg einer einst auch in den Nachbarstädten bekannten und gern besuchten Einkaufsmeile. Eine Renovierung ist da nur ein Baustein zur Wiederbelebung, die Auswahl und Qualität des Warenangebotes sind aber ebenso wichtig.“ Norbert Heyer

Zu: Oberhausen wird zum Treffpunkt der globalen Tourismusbranche

„370 Experten der Tourismusbranche kommen nach Oberhausen. Es sind Exkursionen geplant. Na hoffentlich sehen die Damen und Herren nicht nur die sanierungsbedürftigen Straßen, für die man sich ja eigentlich nur schämen kann. Und hoffentlich kommen sie trotz der unsäglichen Baustellen auch in akzeptablen Zeiten von A nach B. Aber vielleicht werden ja auch Hinweise zu den Missständen gegeben, die dann endlich für Verbesserung sorgen! Denn es gibt wahrlich viel zu tun. Wenn ich mir dabei die Kapitulation der Stadt Oberhausen ansehe, indem man auf der Alstadener Straße nun Tempo 30 wegen Straßenschäden vorschreibt, anstatt die Straße zu erneuern … Alles Themen unseres neuen Oberbürgermeisters, leider bisher ohne jegliche Veränderungen.“ Hans-Jürgen Pelzers

Zu: Ich schaue einen ganzen Tag nur Kurzfilme: Was mit mir im Kino passierte

„Der Titel kann als eine differenzierte Perspektive zu den 72. Internationalen Kurzfilmtagen verstanden werden. So der erste Eindruck. Was dann über das Volumen von fast einer ganzen Seite hinweg geschildert wird, ist alles andere als eine differenzierte journalistische Sicht auf das Festival. Der Text von Herrn Grafenschäfer wirkt wie ein einziger Ego-Trip in einer Mischung aus Naivität, Unverständnis gegenüber der Kunstform Kurzfilm, Unkenntnis über die Geschichte und politisch-ästhetische Bedeutung der Oberhausener Kurzfilmtage und sprachlicher Respektlosigkeit und Lässigkeit.

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Nur ein Zitat: „Und trifft mal ein Streifen nicht meinen Geschmack, ist das Elend glücklicherweise schnell vorbei“. Darum geht es bei den Kurzfilmtagen Oberhausen nicht. Der persönliche Geschmack kann beim Fläzen auf dem Sofa allabendlich in der eigenen Konsumblase ausgelebt werden. Insofern ist das überformatige Bild (Herr Grafenschäfer im Kinosessel) völlig fehl am Platze. Ich kann dem Autor des Artikels nur nahelegen, sich mit der Kunstform Kurzfilm, seiner Rezeptionsbreite und seiner ästhetischen Bedeutung vor dem Besuch dieses außerordentlichen, weltweit größten Festivals zu beschäftigen. Die Lektüre von „Film und Kunst nach dem Kino“ von Lars Henrik Gass wäre ein guter Einstieg. Auch wären konzeptionelle Kenntnisse zum Festival an sich eine gute Basis, z.B. die Bedeutung und die Bandbreite des „Kinder-und Jugendkinos“ und deren Schulpartner. So könnte möglicherweise ein kleiner kompetenter Spalt auf die „neue Welt“ bis zum nächsten Jahr geöffnet werden. Glück auf!“ Anke Haun

Zu: Die Kurzfilmtage sind eröffnet – und das Publikum lacht über Helge Schneider

„Danke für den anschaulichen Artikel über die Eröffnung der Kurzfilmtage. Irritiert hat uns jedoch ein blinder Fleck, der sich nicht nur durch den Artikel zieht, sondern auch die offiziellen Redebeiträge prägte. Niemand fand ein Wort zu dem rechten Kulturkampf, der gegenwärtig vielerorts gezielt die Kunstfreiheit unter Druck setzt. Gerade bei einem Festival, das sich programmatisch mit dem Verhältnis von Wahrheit und Fiktion auseinandersetzt, wäre eine klare Positionierung hierzu nicht nur angemessen, sondern notwendig gewesen.

Ihrem Hinweis, dass den Kurzfilmtagen eine klare politische Haltung gut zu Gesicht stünde, ist wenig hinzuzufügen – außer, dass diese Haltung nicht bloß „gut zu Gesicht stünde“, sondern zur inhaltlichen Glaubwürdigkeit eines solchen Festivals gehört. Wer sich mit Narrativen, Wahrheiten und deren Verzerrung beschäftigt, kann die realen politischen Angriffe auf eben diese Wahrheiten nicht ausklammern.

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Der Versuch, politische Inhalte von den Kurzfilmtagen fernzuhalten, mag aus einem Wunsch nach Offenheit oder künstlerischer Autonomie heraus entstehen. Doch er greift zu kurz. Kunst war nie unpolitisch – und gerade dort, wo sie es zu sein vorgibt, läuft sie Gefahr, bestehende Machtverhältnisse stillschweigend zu stabilisieren. Ein Festival, das internationale Gäste empfängt und gesellschaftliche Diskurse reflektieren will, sollte den Mut haben, sich auch klar gegen jene Kräfte zu positionieren, die Kunstfreiheit und demokratische Öffentlichkeit untergraben.“ Marlies Nick und Sabine Emde

So schreiben Sie an die Redaktion

Anmerkung der Redaktion: Bei den hier veröffentlichten Zuschriften unserer Leserinnen und Leser handelt es sich um persönliche Meinungsäußerungen und Ansichten, die nicht der Auffassung der Redaktion entsprechen müssen. Wer uns seine Ansichten zu Oberhausener Themen mitteilen möchte, ist dazu herzlich eingeladen.

Dafür muss man eine E-Mail an redaktion.oberhausen@funkemedien.de senden – mit vollständigem Namen und vollständiger Wohnadresse. In der Betreffzeile muss stehen, um welches Thema und um welchen Artikel es geht. Zuschriften können in der Zeitung und auf der Webseite veröffentlicht werden. Die Wohnadresse wird nicht veröffentlicht. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.

Die Bürgerinitiative Zechensiedlung Alstaden bei einer Protestaktion im April 2026 an der Schifferstraße.
Die Bürgerinitiative Zechensiedlung Alstaden bei einer Protestaktion im April 2026 an der Schifferstraße.© FUNKE Foto Services | Michael Dahlke

Zu: Alstadener fordern Erhalt von Zechensiedlung: „Kein Deal hinter unserem Rücken!“

„Mit großer Besorgnis verfolge ich die aktuelle Berichterstattung über den möglichen Verkauf der Zechensiedlung in Alstaden. Ich habe selbst viel Zeit in dieser Siedlung verbracht und weiß daher aus eigener Erfahrung: Das hier ist weit mehr als nur eine Ansammlung von Wohnraum.

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In Alstaden existiert eine Gemeinschaft, wie man sie heute nur noch selten findet. Es ist etwas ganz Besonderes, zu jeder Zeit vor die Tür gehen zu können und zu wissen, dass man in fast jedem Haus auf einen Kaffee und ein Gespräch willkommen ist. Hier wird Nachbarschaft noch als echte Solidarität gelebt. Viele Menschen dort sind tief verwurzelt und leben schon ihr gesamtes Leben in diesen Häusern.

Umso erschütternder ist es, dass diese gewachsene Identität nun durch reine Profitinteressen bedroht wird. Es darf nicht sein, dass Menschen ihr Zuhause und ihr soziales Netz verlieren, nur weil ihre Heimat zum Spekulationsobjekt degradiert wird. Geld darf niemals schwerer wiegen als der Erhalt einer so wertvollen Gemeinschaft. Ich appelliere an die Verantwortlichen, alles dafür zu tun, dieses Stück Oberhausener Lebensqualität zu schützen.“ Saskia Albuszies

Zu: Ruhrgebietsvergleich: Hitzewellen treffen Oberhausener besonders hart

Schottergarten in Wesel
Ein Schottergarten, wie er im Buche steht. In Zeiten des Klimawandels ein Problem für dicht bebaute Städte.© FUNKE Foto Services | Markus Weißenfels

„Ein interessanter Artikel. Nur, wen interessiert das eigentlich? Diejenigen, die hier in Oberhausen fortlaufend neue Schottergärten anlegen, bestimmt nicht. Und eine Stadtverwaltung, die das sanktionieren müsste, es aber nicht tut, auch nicht. Und die 5000 Bäume, die im Sterkrader Wald gefällt werden, sollen nur eine größere Frischluftzufuhr ins Stadtgebiet sicherstellen. Den informativen Artikel hätten Sie sich sparen können.“ Norbert Notthoff

„Dieser Artikel geht nicht nur auf lokale Gegebenheiten ein, sondern besonders auf Menschen, die betroffen sind. Die, die sich keine teuren Wohnungen leisten können, die kein Geld für Klimaanlagen mit viel Stromverbrauch haben. Geflüchtete, die froh sind, in Sicherheit zu leben, jedoch nicht in „gehobenen“ Stadtvierteln wohnen. Und zu guter Letzt: Alte und Kranke, die während der Hitzeperioden nicht in kühlere Urlaubsgebiete verreisen können.

Viele dieser Menschen wohnen in Stadtteilen, wo es Hitzeinseln gibt, unzureichende, oder fehlende Frischluftschneisen und zu wenig Feld, Wald und Wiese. Ja, unsere Stadtverwaltung bemüht sich, Hitzeinseln zu entschärfen. Ein Projekt ist die Umgestaltung der Sterkrader Innenstadt im Zuge der Trennung des Elpenbachs von der Mischwasserkanalisation. Was nützen aber einige Bäume mehr und Wasserelemente, wenn zugleich in einem Kilometer Entfernung 16 ha grüne Fläche, die als Parkklima deklariert ist (so die fachliche Bezeichnung für das Gelände der Zeche Sterkrade), zu nahezu 70% versiegelt werden?

Bevor wir über Entsiegelung sprechen, sollten wir weitere Versiegelungen erst einmal lassen! Was nützt es, wenn ich meinen Schottervorgarten mit 50 Quadratmetern begrüne, während ich den Garten hinter dem Haus mit 200 Quadratmetern versiegele? Dies ist ein Beispiel für die Vorgehensweise vieler Städte (leider auch Oberhausen).“ Andrea Hegermann

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„Leider ist es nur allzu wahr, was Sie in Ihrem Artikel schreiben. In Oberhausen werden immer mehr Flächen versiegelt, als entsiegelt oder gar renaturiert. In stark bebauten Flächen steigt die Hitzebelastung ganz enorm und nach meiner Meinung sollte die Stadt stärker gegensteuern. Die Politik ist hier in der Pflicht gegenüber den Bürgern.

Genau das Klientel, welches Sie in Ihrem Artikel ansprechen, bewohnt zum Beispiel einen großen Teil an der Zeche Sterkrade, die ja bekanntermaßen auch bebaut werden soll und somit als Frischluftschneise wegfallen würde. Und anstatt diesen Plan aufzugeben, bei dieser katastrophalen Klimabilanz, rückt die Stadt nicht im mindesten davon ab. Traurig, dass die Politik dermaßen uneinsichtig ist. Diese Ignoranz ist nicht bürgernah, sondern agiert gegen die Bürger dieser Stadt.“ Petra Wilharm

Kundencenter der STOAG in Oberhausen
Kundinnen und Kunden der Verkehrsbetriebe in Oberhausen (Stoag) sind verärgert über die Preiserhöhungen.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

Zu: Bustickets der Stoag: Auf Fahrgäste kommen heftige Einschnitte zu

„Das Argument, dass die Busse pünktlicher sind, wenn nicht mehr vom Fahrer kassiert wird, kann ich nicht nachvollziehen. Hier handelt es sich um Augenwischerei, da die meisten Kunden sowieso nicht mehr beim Fahrer zahlen.

Das Eezy-Ticket wäre eine schöne Sache. Dafür habe ich mich interessiert und die App der Stoag heruntergeladen. Ich habe alle meine Daten eingegeben, inklusive meiner Kontonummer, die zum Abbuchen gebraucht wird. Dann kam der Punkt in der App, an dem nach meinen Zugangsdaten zu meinem Konto gefragt wurde (mit geheimer PIN). Konnte es nicht fassen und habe bei der Stoag angerufen, ob das so korrekt wäre. Mir wurde dieses bestätigt. Daraufhin habe ich die App sofort gelöscht.

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Für jeden Verkäufer genügt meine Kontonummer zum Abbuchen. Außerdem wird erst einmal nicht kommuniziert, dass die App geöffnet bleiben muss, damit die Fahrtstrecke abgerechnet werden kann, was Akkuleistung und Datenvolumen kostet. Okay, verstehe ich und könnte damit noch leben. Das sollte man jedoch in derartigen Artikeln erwähnen.

P. S.: Inzwischen ist Taxifahren fast preiswerter, als mit dem Bus zu fahren.“ Karin Ricken

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