Die pro-europäische Partei Volt hat für die Kommunalwahlen in Duisburg erstmals eine OB-Kandidatin nominiert: Britta Söntgerath, Betriebswirtin aus Huckingen, fordert Oberbürgermeister Sören Link (SPD) heraus. Die 62-Jährige setzt auf mehr Bürgerbeteiligung.

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Söntgerath war von 2014 bis 2020 Ratsfrau. Gewählt wurde sie als Mitglied der Piratenpartei, aus der sie Ende 2018 austrat. Seit 2021 engagiert sie sich bei Volt, kandidierte für die Partei 2022 bei der Landtagswahl (335 Erststimmen; 0,60 %) und zuletzt bei der Bundestagswahl (1389 Erststimmen; 0,59 %). Inzwischen leitet die zweifache Großmutter als „City Lead“ das Duisburger Volt-Team. Dieses habe mittlerweile „um die 50 Mitglieder, jede Woche kommt jemand Neues hinzu“, sagt Söntgerath.

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OB-Kandidatin Britta Söntgerath (Volt): OB Link kümmert sich „nur um die Sachen, die er selbst miterlebt“

Warum sie als OB-Kandidatin antritt? „Weil der Unmut in der Gesellschaft zu spüren ist, weil vieles nicht gut läuft in unserer Stadt“, antwortet Söntgerath. „Die, die sich einbringen wollen, müssten mitgenommen werden. Aber in unserer Stadt wird von oben nach unten gedacht, statt mit den Menschen.“

Sie verweist auf das Seilbahn-Projekt oder den Slogan des Stadtmarketings „Duisburg ist echt“: „Das haben ein paar Privilegierte an den Menschen vorbei entschieden. Darum fühlt sich niemand mitgenommen.“ So kümmere sich OB Link „nur um die Sachen, die er selbst miterlebt. Aber ein OB hat für alle Gruppen da zu sein.“ Stattdessen habe Link zuletzt beispielsweise bei der „DuiNaMo“ gefehlt, Duisburgs erster Konferenz für nachhaltige Mobilität.

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Auch viele Duisburger mit Migrationsgeschichte sieht Söntgerath außen vor. Sie selbst habe „eine andere Herangehensweise, wenn es um das Mitspracherecht von wirklich allen Einwohner*innen geht“, sagt Söntgerath, die sich als Sprecherin des Flüchtlingsrates engagiert und selbst die doppelte Staatsangehörigkeit hat. Sie lebte und arbeitete über zehn Jahre in Griechenland.

Für sichere Radwege und einen besseren ÖPNV

Duisburg und seinen Kindern fehlten vor allem gute und sichere Radwege, kritisiert Söntgerath. Bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit für DUISentrieb in Hochfeld erlebe sie, „wie gefährlich die Verkehrssituation ist, auch weil der Lkw-Verkehr nicht professionell gelenkt wird. Das kann man digital so machen, dass die Anwohner in der Innenstadt und die Lkw-Fahrer profitieren würden.“

Immensen Nachholbedarf gebe es auch beim öffentlichen Nahverkehr. „Wir müssen jetzt schnell Lösungen finden und umsetzen, bevor die Kunden alle weg sind“, appelliert die 62-Jährige. Und fordert verlässliche Echtzeit-Anzeigen an den Haltestellen der DVG, Ampel-Vorrangschaltungen und eigene Spuren für die Straßen- und Stadtbahnen. „Hauptsache, die Bahn bleibt nicht stehen.“ Stadt und DVG reagierten viel zu langsam auf die Krise.

Erklärtes Ziel von Volt Duisburg ist es laut Britta Söntgerath, bei der Ratswahl in Fraktionsstärke in den Rat einzuziehen, also mindestens drei Sitze zu erringen. In mehr als der Hälfte der 37 Kommunalwahlbezirke stelle Volt Kandidaten auf, ebenso für die Bezirksvertretungen Rheinhausen, Mitte und Süd.

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  • Volts Ratsreserveliste führt Britta Söntgerath an, vor Markus Krone (Management-Beauftragter), Jutta Presse (Dipl.-Ing. Raumplanung), Michael Söntgerath (Betriebswirt), Dr. Diane Jeanblanc (Public Affairs and Communications Director), Oskar Mikulski (Fachinformatiker), Rebecca Wayra (Sachbearbeiterin), Harun Akgün (Geschäftsführer Forschungsinstitut), Karin Brunke (Wirtschaftskorrespondentin Fremdsprachen i. R.), Rolf Grüter (Gesamtschuldirektor i. R.), Peter Leffek (Medienpädagoge), Heiko Schiemann (Sozialpädagoge).
  • Die Partei Volt entstand als Antwort auf den Brexit sowie den Rechtspopulismus in Europa und den USA. Der Vorläuferverein Vox Europa wurde im März 2017 in Luxemburg gegründet, die deutsche Volt-Partei 2018 in Hamburg.
  • Die Lilafarbenen bezeichnen sich als „erste paneuropäische Partei“, sie vertreten fortschrittliche und sozialliberale Positionen und betrachten die EU als Erfolgsprojekt.