Ihren Oberbürgermeister haben die Duisburgerinnen und Duisburger schon seit 2017 nicht mehr gewählt. Damals traten neben Amtsinhaber Sören Link (SPD) fünf Herausforderer an, Link holte im ersten Wahlgang die notwendige absolute Mehrheit. Ins Amt gewählt wurde er fünf Jahre zuvor. Nach der Abwahl von Adolf Sauerland (CDU) standen 2012 sogar elf Kandidaten und zwei Kandidatinnen auf dem Stimmzettel, Link und Benno Lensdorf (CDU) gingen in die Stichwahl. Zu einer solchen dürfte auch die OB-Wahl am 14. September führen.

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Denn bei den diesjährigen Kommunalwahlen wollen laut Stadt mindestens elf OB-Kandidatinnen und -Kandidaten antreten. Bis Anfang Juni waren fünf Wahlvorschläge eingegangen, sechs weitere angekündigt. Elf Bewerberinnen und Bewerber sind bereits bekannt – die jüngsten Neuzugänge sind Ratsherr Ayhan Yildirim (DAL-WGD) (siehe unten) und Kurt Klein (Piraten).
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Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch Favorit Sören Link nicht die notwendige absolute Mehrheit, also mehr als 50 Prozent der Stimmen, erhält und in die Stichwahl muss. Zumal – anders als 2017 – auch CDU, AfD, Grüne und Junges Duisburg eigene Kandidaten beziehungsweise eine eigene Kandidatin ins Rennen schicken. Die besondere bundespolitische Großwetterlage könnte das Ergebnis der Kommunalwahlen zudem besonders stark beeinflussen.
OB-Wahl in Duisburg: Einige Bewerber müssen 510 Unterstützer-Unterschriften vorlegen
Parteien, Wählerbündnisse und Einzelbewerber, die in der laufenden Wahlperiode nicht durchgängig im Rat vertreten waren, haben es in Duisburg vor dieser Wahl allerdings besonders schwer, Wahlvorschläge für den Job des Oberbürgermeisters zu machen. Denn nach dem Kommunalwahlgesetz NRW müssen solche Wahlvorschläge in Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern „von mindestens fünfmal […] soviel Wahlberechtigten, wie die Vertretung Mitglieder hat, persönlich und handschriftlich unterzeichnet sein“.
Die Vertretung, also der Rat, ist in Duisburg seit den Kommunalwahlen 2020 so groß wie nie zuvor, sogar größer als in der größten NRW-Stadt Köln. Durch Überhangmandate der SPD und Ausgleichsmandate für die anderen Parteien wuchs das Gremium um 30 Extra-Sitz auf 102. Einzelbewerber sowie Bewerber von im Rat nicht durchgängig vertretenen Parteien und Bündnissen müssen also in Duisburg diesmal 510 Unterschriften einsammeln, um zur OB-Wahl zugelassen zu werden. Das kann gerade für unbekanntere Persönlichkeiten ein mühsames Klinkenputzen sein.
Solche Unterstützungsunterschriften müssen etwa Erkan Kocalar (Bündnis Sahra Wagenknecht) und Britta Söntgerath (Volt) vorlegen, ebenso Kurt Klein (Piraten). Keine Unterstützungsunterschriften benötigen für ihre Kandidatur dagegen Amtsinhaber Sören Link (SPD), Sylvia Linn (CDU), Sebastian Ritter (Grüne), Carsten Groß (AfD), Oliver Alefs (FDP), Oliver Beltermann (Junges Duisburg) und Barbara Laakmann (Die Linke).
Wählerbündnisse DAL und WGD fusionieren: Ayhan Yildirim wird OB-Kandidat
Das gilt auch für den OB-Kandidaten, den die Wählergemeinschaft „WGD – Wir gestalten Duisburg“ und die „Duisburger Alternative Liste – DAL“ nominieren: Ratsherr Ayhan Yildirim. Er war 2020 für die DAL in den Rat eingezogen. Nun teilen die beiden Bündnisse mit, dass sie sich zusammengeschlossen haben und als „DAL-WGD“ bei den Kommunalwahlen antreten wollen.
Die 2004 gegründete DAL ist seit 2009 im Rat vertreten. Bei der Ratswahl 2020 gewann sie 1,22 Prozent der Stimmen, die WGD 1,05 Prozent. Beide erhielten jeweils ein Mandat. Die Wählergemeinschaften engagieren sich verstärkt für türkeistämmige Duisburger im Stadtnorden.
Wir wollen endlich einen OB für alle Duisburger haben
Ayhan Yildirim, OB-Kandidat
Zu ihrem Zusammenschluss erklären sie: „Die großen Herausforderungen in der Bildungspolitik, auf dem Arbeitsmarkt und die sozialen Umbrüche in vielen Stadtteilen mit erkennbarer Verarmung weiter Bevölkerungsgruppen erfordern gemeinsames Handeln und eine neue Politik, die allen Menschen in Duisburg dient“.
Ayhan Yildirim solle „im Rathaus für neuen Schwung und Aufbruch sorgen“. Der 47-Jährige arbeitet im IT-Bereich eines Chemieunternehmens. Zu seiner Kandidatur sagt er: „Wir wollen endlich einen OB für alle Duisburger haben.“
SGU: Karlheinz Hagenbuck auf Platz 1 der Ratsreserveliste
Keinen eigenen OB-Kandidaten wird das Wählerbündnis SGU (Sozial Gerecht Unabhängig) aufstellen. Bei der Wahlkreiskonferenz bestimmten die Mitglieder vor Kurzem die Reihenfolge auf der Liste für die Ratswahl. Auf Rang 1 kandidiert Ratsherr Karlheinz Hagenbuck, auf Platz 2 Ratsherr Levent Önder. Letzterer war 2020 auf dem WGD-Ticket in den Rat eingezogen, dann aber wegen inhaltlicher Differenzen vom Bündnis ausgeschlossen worden. Auf den SGU-Plätzen drei bis fünf folgen Michael Boland, Kenan Ülger und Achim Ginders.
„Mit der Besetzung in allen 37 Wahlbezirken ist die SGU flächendeckend wählbar“, teilt das Bündnis mit. „Auch in den Bezirksvertretungen wird die SGU präsent sein – mit engagierten, bürgernahen Kandidatinnen und Kandidaten, die ihre Stadtteile und ihre Menschen kennen.“ Bei der Ratswahl 2020 holte das Bündnis 0,99 Prozent und ein Mandat.
>> KOMMUNALWAHLEN / STICHWAHL
- Am 14. September 2025 finden in Nordrhein-Westfalen die Kommunalwahlen statt: Die Duisburger wählen dann den Oberbürgermeister, den Rat, die Bezirksvertretungen und den Integrationsrat, zudem das „Ruhrparlament“, die Versammlung des Regionalverbandes Ruhr.
- Eine OB-Stichwahl würde am 28. September 2025 durchgeführt.
- Die Wahlvorschläge müssen bis zum 7. Juli beim Duisburger Wahlleiter vorliegen.






