Nahverkehr

Heftige Kritik an überfüllten Straßenbahnen reißt nicht ab

Andrang bei der Linie 102 in den Morgenstunden.

Andrang bei der Linie 102 in den Morgenstunden.

Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Fahrgäste sind empört über überfüllte Bahnen, auf die kein Verlass ist. Die MVG versucht, mit einem zusätzlichen E-Wagen die Lage zu entzerren.

Morgens pendelt auf der Straßenbahnlinie 102 seit einem Monat ein zusätzlicher E-Wagen zwischen Schloss Broich und Auf dem Bruch. Um 6.58 Uhr und 7.43 Uhr starten die Touren in Broich, um 7.22 Uhr und 8.07 Uhr beginnen die Zusatzfahrten in Dümpten.

Was viele Fahrgäste in sozialen Netzwerken sofort begrüßten, stellt sich inzwischen als halbe Lösung heraus. Nach wie vor fahren die Bahnen auf der Linie 102 nicht pünktlich, weil nicht alle Fahrgäste, die an den Haltestellen stehen, noch in die überfüllten Bahnen passen. Weil jeder sich hineinquetschen will, schließen die Türen nicht – Verspätungen von zehn bis 15 Minuten sind die Folge. „Da hilft auch kein E-Wagen“, zeigt sich Jürgen Schimanski von der Stadtverwaltung enttäuscht.

Probleme auch für viele Schüler

Jugendliche, die im Schulzentrum Broich den Unterricht besuchen, fühlen sich abgehängt. „Warum fährt dieser E-Wagen nicht zu unserer Schule?“, fragt ein Gymnasiast. „Nimm besser den Bus, wenn du pünktlich zur Klausur sein musst“, lautet der allgemeine Rat an den Schulen. Auf die Straßenbahn sei derzeit kein Verlass. Entweder sei sie überfüllt, komme zu spät oder gar nicht. Das spüren auch Fahrgäste, die von montags bis freitags morgens und nachmittags die 102 nutzen. „Warum kann die MVG in den Spitzenzeiten nicht alle zehn Minuten fahren. Bis Januar hatten wir diese Probleme nicht“, schimpft eine Kundin.

„Bei erhöhtem Fahrgastaufkommen setzen wir E-Wagen ein“, sagt Jens Klodt von der MVG-Pressestelle. Ein E-Wagen reicht wohl nicht.

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