Im Alter von 92 Jahren ist Franz Püll an Heiligabend verstorben. Er war von 1980 bis 1995 CDU-Landtagsabgeordneter und von 1975 bis 1990 Mitglied des Mülheimer Stadtrats.

Auf die Frage: „Was würden Sie aus Ihrer langen Lebenserfahrung heraus heutigen Wählern und Gewählten raten?“, antwortete der Vater von drei Kindern im August in einem Interview mit dieser Zeitung: „Wir müssen erkennen, dass uns nur das Prinzip der christlichen Nächstenliebe als Gesellschaft weiterbringt. Der pure Egoismus führt in die Sackgasse. Ich glaube auch weiterhin, dass wir Volksparteien brauchen, die einen gesellschaftlichen Interessenausgleich herstellen.“

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Franz Püll setzte Einführung der Meistergründungsprämie durch

70 Jahre nach der ersten Bundestagswahl erinnerte sich der 92-jährige Schornsteinfegermeister an die Geburtsstunde der deutschen Nachkriegsdemokratie, die er ab 1969 als Christdemokrat, Landesinnungsmeister, Ratsherr, Landtagsabgeordneter und Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf aktiv mitgestaltet hat.

Nicht nur als Mitglied im Petitionsausschuss des Landtages stand er Rat- und Hilfesuchenden Mitbürgern zur Seite, wenn sie in die Mühlen von Bürokratie und Gesetzgebung geraten waren. Zusammen mit seinem Mülheimer SPD-Parlamentskollegen Bodo Hombach setzte Püll die Einführung einer Meistergründungsprämie durch. Im bereits zitierten Interview mit dieser Zeitung hat Püll betont, wäre er noch politisch aktiv, würde er sich für die Abschaffung der Straßenbaubeiträge einsetzen, die Hauseigentümer zu zahlen hätten.