Neubauprojekt

Durchblick aus 615 Fenstern - Neubau „Rü 62“ ist fast fertig

Faszinierender Ausblick: Die Sicht vom Dach des Neubaus „Rü 62“, wo künftig die Technik des Hauses zusammenläuft. Foto: Remo Bodo Tietz

Faszinierender Ausblick: Die Sicht vom Dach des Neubaus „Rü 62“, wo künftig die Technik des Hauses zusammenläuft. Foto: Remo Bodo Tietz

Foto: WAZ FotoPool

Essen-Rüttenscheid.   Der Neubau am Rüttenscheider Stern„Rü 62“ soll Ende Oktober an die Mieter, unter ihnen Edeka, DM, Aldi und Deichmann übergeben werden. Die Sandsteinfassade ist schon fertig. Das Investitionsvolumen, das die Projektentwickler Eckhard Brockhoff, Stephan Köbl und Marcus Kruse liegt bei 50 Millionen Euro.

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Der Blick ist atemberaubend: Ganz hinten im Norden rauchen die Türme von Prosper-Haniel. Lässt man die Augen weiter schweifen, recken sich das Rathaus, der RWE-Turm und die alte Ruhrgaszentrale in die Luft, dazwischen sind viele Kirchtürme und noch mehr Grün auszumachen. Projektentwickler Eckhard Brockhoff steht auf dem Dach des Neubaus am Rüttenscheider Stern. Dort haben eigentlich nur Experten Zutritt - schließlich läuft die gesamte Technik des Hauses unter dem Dach des sechsgeschossigen Büro- und Geschäftshauses „Rü 62“ zusammen. Bis zu 200 Menschen täglich sorgen zurzeit dafür, dass das neue Aushängeschild am Stern Ende Oktober schlüsselfertig übergeben werden kann. Von außen ist dieser Fortschritt vor allem an den insgesamt 615 Fenstern auszumachen, die bereits installiert wurden. Auch die Sandsteinfassade ist so gut wie fertig. Mit kleinen Strahlern soll das Haus künftig „akzentuiert in Szene gesetzt werden“, wie Brockhoff sagt.

Auch im Inneren lässt sich gut erahnen, welches Mammutprojekt Immobilienentwickler Brockhoff und seine gleichberechtigten Partner Stephan Köbl und Marcus Kruse mit einem Investitionsvolumen von mittlerweile 50 Millionen Euro gestemmt haben. Wo sich im Erdgeschoss noch Glaswolle und Holzpaletten stapeln, sollen schon in wenigen Wochen Schuhe, Drogerieartikel und Lebensmittel pünktlich zum Start des Weihnachtsgeschäfts an den Kunden gebracht werden. Allein die Fläche von Edeka Hundrieser misst 3.400 Quadratmeter, die ersten Fliesen sind schon verlegt. In alter Tradition der Feinkostabteilung des ehemaligen Karstadt-Hauses lässt sich auch der Supermarkt aus Haarzopf im Untergeschoss nieder. Empfangen möchte er seine Kunden aber mit einem für Rüttenscheid und Essen neuartigen Konzept: In der lichtdurchfluteten Eingangshalle wird Knut Hannappel vom gleichnamigen Restaurant in Freisenbruch eine Gastronomie eröffnen, die eng mit dem Edeka-Markt zusammenarbeitet. Eine offene Küche und Koch-Events sollen das Tagesgeschäft erweitern. Neubauprojekt

„Wir wollen einen Standort der Marktführer schaffen“

Eine Küche vor Ort ergibt Sinn - schließlich werden künftig rund 500 Menschen in dem Gebäude arbeiten. Unter ihnen sind viele Architekten, Anwälte und eben Entwickler wie Köbl Kruse selbst, die ihren Hauptsitz von der Altendorfer Straße komplett an den Rüttenscheider Stern verlegen - und zwar in zwei Etagen, die über eine LED-Treppe und eine große Galerie verbunden werden. Durch unzählige Fenster blicken die Architekten künftig zur einen Seite über die Dächer des Stadtteils und zur anderen Seite auf das Parkhaus, das begrünt werden soll. Bis die rund 270 Stellplätze, die zu mindestens einem Drittel von Mietern des Hauses belegt werden, fertig gestellt sind, dauert es aber noch eine Weile. „Etwa Ende des Jahres“, schätzt Brockhoff, „ist das Parkhaus fertig.“ Dort sollen dann aber auch die Kunden von DM, Aldi, Deichmann und Edeka einen Platz finden. Warum die Wahl auf eben diese Einzelhandelsriesen fiel, erklärt Brockhoff so: „Wir wollen einen Standort der Marktführer schaffen und das Haus so langfristig sichern. Wir haben auch über andere Konzepte diskutiert. Am Ende sind wir mit dieser Lösung aber sehr zufrieden.“

In welchem Rahmen der Neubau eröffnet wird, stecken Brockhoff sowie Köbl Kruse derzeit ab. Ganz still und heimlich werden die Pforten jedenfalls nicht geöffnet, wie Brockhoff verrät: „Wir sind zurzeit in Gesprächen mit der Interessengemeinschaft Rüttenscheid. Wir stellen auf jeden Fall etwas auf die Beine.“

Noch freie Büroflächen zu vergeben 

Einige Büroräume im Neubau-Komplex am Rüttenscheider Stern sind noch frei. 2060 Quadratmeter, verteilt auf drei Etagen und in fünf Büroeinheiten, stehen insgesamt noch zur Verfügung. Die komplette fünfte und sechste Etage wurde langfristig an Essener Patentanwälte vermietet. Im ersten und zweiten Geschoss zieht das Architektenbüro Köbl Kruse zu Beginn des neuen Jahres ein, zudem beziehen dort die Makler von City Jung Büroräume. Die zentrale Lage und die moderne Ausstattung haben ihren Preis - 13,50 Euro kostet der Quadratmeter. Investor und Entwickler Eckhard Brockhoff ist dennoch optimistisch, weitere Mieter zu finden: „Diesen Standort muss man keinem erklären“, sagt er. Von den Plänen bis zur Umsetzung war es übrigens kein langer Weg: Im Sommer 2010 hatte Brockhoff mit Köbl Kruse im Glückaufhaus erste Gespräche über eine Kooperation geführt.

Das Investitionsvolumen musste zuletzt allerdings auf 50 Millionen Euro nach oben korrigiert werden. Waren ursprünglich rund 40 Millionen Euro veranschlagt, so verschlingen u.a. das neue Parkhaus und die Fassade am Ende fünf Millionen Euro mehr. Fünf Millionen Euro werden zudem von den Mietern in die Hand genommen.

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