Parkärger in Rüttenscheid

Abschlepp-Aktion am Girardet-Haus verärgert Bürger

Die Betreiber des Girardet-Hauses setzen in letzter Zeit verstärkt durch, dass die Feuerwehrflächen auf dem Parkplatz frei bleiben. Das führte in den vergangenen Tagen zu Abschlepp-Aktionen.

Foto: Socrates Tassos

Die Betreiber des Girardet-Hauses setzen in letzter Zeit verstärkt durch, dass die Feuerwehrflächen auf dem Parkplatz frei bleiben. Das führte in den vergangenen Tagen zu Abschlepp-Aktionen. Foto: Socrates Tassos

Essen-Rüttenscheid.   Immer wieder hängen vor dem Girardet-Haus Autos am Haken. Hausverwaltung und Bezirkspolizist sprechen von zugeparkten Feuerwehrflächen.

Den nach eigener Aussage teuersten Konzertbesuch seines Lebens hat ein Rüttenscheider am Donnerstagabend erlebt. Als der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, nach einem Besuch im Katakomben-Theater sein Auto auf dem Gelände des Girardet-Hauses abholen wollte, war es abgeschleppt. Diese Erfahrung mussten in den vergangenen Tagen offenbar viele Bürger machen.

Tatsächlich werde derzeit verstärkt durchgesetzt, dass Feuerwehrzufahrten und -flächen frei bleiben, bestätigt Mitarbeiter Schmidt von der Verwaltung des Girardet-Hauses. Man habe die Polizei darauf aufmerksam gemacht, dass immer wieder Autos auf Flächen parkten, auf denen das verboten sei. Seitdem kontrollierten die Beamten verstärkt und veranlassten, dass die entsprechenden Autos abgeschleppt würden. Das sei zum Beispiel auch am Freitagmorgen gegen 7 Uhr der Fall gewesen.

„Viele Leute stellen sich offenbar aus Bequemlichkeit einfach irgendwo hin, obwohl es allein im Parkhaus auf dem Gelände 400 Plätze gibt. Wenn dann die Feuerwehr nicht löschen kann, sind wir die Dummen“, so Schmidt. „Die Plätze im Parkhaus sind so eng, dass sich viele, gerade mit größeren Autos, nicht hereintrauen“, meint der betroffene Bürger.

Dass jetzt so konsequent durchgegriffen werde, sei neu. Bisher habe es einen eher laschen Umgang mit dem Parken auf Freiflächen gegeben. Der Bürger hat den Eindruck, dass seit einiger Zeit immer weniger reguläre Parkplätze auf dem Gelände des Girardet-Hauses zur Verfügung stünden. Viele Bereiche seien mit Flatterband oder Pflöcken abgesperrt, zudem gebe es eine Vielzahl von Behindertenplätzen, Plätzen für den Kindergarten, Car-Sharing- oder Ärzte-Plätzen oder solchen, die für Läden oder Einrichtungen reserviert seien.

Auch in der Girardetstraße gibt es weniger Stellplätze

„Wenn man bedenkt, dass sich im Girardet-Haus zwei Theater, Restaurants und ein Fitness-Center befinden, die abends viele Besucher anlocken, gibt es zu wenig Parkplätze“, sagt der Abgeschleppte. Zudem seien durch die neue Querungshilfe auf der Girardetstraße, die seit Herbst letzten Jahres die Ampel ersetzt, ebenfalls Stellplätze weggefallen. „Und der Messe-Parkplatz unterhalb des Girardet-Hauses ist inzwischen bewirtschaftet“, zählt der Rüttenscheider auf.

Die Zahl der Behindertenparkplätze sei baurechtlich vorgeschrieben, so der Verwaltungsmitarbeiter des Girardet-Hauses. Die Gebühren für das Abschleppen bewegten sich im ortsüblichen Rahmen. „Einige Mieter des Hauses und auch der zuständige Bezirkspolizist begrüßen es, dass jetzt in Sachen Falschparker schärfer durchgegriffen wird“, so Schmidt.

Bezirkspolizist hat das Gelände selbst kontrolliert

„Die Verantwortlichen des Girardet-Hauses fordern in eigener Regie derzeit die Freihaltung der Feuerwehrflächen ein“, bestätigt Bezirkspolizist Rüdiger Buers, der auch selbst schon auf dem Gelände kontrolliert hat. „Die Polizei beschränkt sich dabei auf die sicherheitsrelevanten Bereiche für die Feuerwehr. Um Halteverbote aus anderen Gründen kümmern wir uns nicht“, so Buers.

Für den betroffenen Bürger waren die Kosten für die Abschlepp-Aktion erstmal ein Schock. Rund 360 Euro würden wohl fällig. „Auf dem Platz, wo das Auto abgestellt wird, werden Einstellgebühren und Nachtzuschlag fällig“, ärgert er sich. Die Abschlepp-Aktionen würden sich herumsprechen. „Was da im Moment abläuft, ist für die Mieter im Girardet-Haus geschäftsschädigend“, findet er.

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