Neubauprojekte

Warum Vivawest rund 400 Wohnungen in Rüttenscheid baut

Legten gemeinsam den Grundstein für 185 Mietwohnungen: Michael Kraus (Gentes), OB Thomas Kufen, Hans Burow (Gentes), Claudia Goldenbeld (Vivawest)und Stadtdirektor. Hans-Jürgen Best (v.l.).

Legten gemeinsam den Grundstein für 185 Mietwohnungen: Michael Kraus (Gentes), OB Thomas Kufen, Hans Burow (Gentes), Claudia Goldenbeld (Vivawest)und Stadtdirektor. Hans-Jürgen Best (v.l.).

Foto: Carsten Klein

Essen-Rüttenscheid.   In Rüttenscheid wurde wieder ein Grundstein gelegt: Vivawest hat 185 Wohnungen im Parc Dunant gekauft – und stemmt ein Gros der Neubauprojekte.

„So langsam kenne ich hier jeden Bauarbeiter persönlich“, scherzt Oberbürgermeister Thomas Kufen, als er am Dienstag das riesige Baufeld an der Henri-Dunant-Straße betritt.

Der Düsseldorfer Projektentwickler Gentes hat zum dritten und letzten Mal zur Grundsteinlegung eingeladen, dieses Mal gemeinsam mit Vivawest. Die Wohnungsgesellschaft hat 185 der rund 300 Wohnungen gekauft, die zurzeit auf dem mehr als drei Hektar großen Grundstück der früheren Pädagogischen Hochschule entstehen. Mit 102 sind mehr als die Hälfte der neuen Wohnungen öffentlich gefördert. Darüber hinaus entsteht auf dem Baufeld schräg gegenüber der Straße Vöcklinger Hang noch eine viergruppige Kita.

Drei Neubauprojekte laufen parallel

Vivawest stemmt zurzeit ein Gros der Neubauprojekte in Rüttenscheid: So hat die Wohnungsgesellschaft auch die 92 Wohnungen samt Kita-Gebäude auf dem früheren Holz-Conrad-Gelände gekauft, die zurzeit entstehen. Auf dem früheren Gelände der Fabbricca Italiana an der Müller-Breslau-Straße sind bereits über 40 Wohnungen bezogen worden. An der Köndgenstraße hat Vivawest seinen Altbestand komplett abgerissen und baut 59 Wohnungen neu. Macht insgesamt rund 400 neue Wohnungen, wie Bernd-Michael Link, Bereichsleiter Portfoliomanagement vorrechnet: „Rüttenscheid hat sich längst zu einem zweiten Zentrum von Essen entwickelt und ist beliebt, die Nachfrage übersteigt das Angebot.“

Kritik an einer zunehmenden Verdichtung im Stadtteil, wie sie etwa beim Bürgerforum in der vergangenen Woche laut wurde, könne er zwar verstehen: „Baustellen bedeuten für die direkten Anlieger immer Stress und Lärm. Insgesamt betrachtet brauchen wir aber eigentlich noch mehr Wohnungen, um den Bedarf zu decken“, erklärt Link.

Kufen will mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen

Ähnlich sieht das Claudia Goldenbeld, Sprecherin der Vivawest-Geschäftsführung. So werde die Wohnungsgesellschaft bis 2023 rund eine Milliarde investieren, um in Nordrhein-Westfalen rund 5700 neue Wohnungen zu bauen, 1000 davon allein in Essen. „Der Wohnraum wird dringend benötigt“, sagte sie.

Oberbürgermeister Thomas Kufen unterstrich einmal mehr die große Strahlkraft des größten Rüttenscheider Neubauprojekts „Parc Dunant“, auch über den Stadtteil hinaus: „Zu einer lebenswerten Stadt gehört auch das Angebot von Wohnraum für ganz unterschiedliche Bedarfe. Ob für junge Menschen, Familien oder Senioren, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist eine der dringendsten Aufgaben der kommenden Jahre.“ Essen habe zuletzt 68 Millionen Euro an Fördermitteln im sozialen Wohnungsbau abgerufen – so viel wie keine andere Stadt in NRW, lobte Kufen sich und seine Verwaltung.

Klar ist dabei auch, dass nicht alle Vivawest-Wohnungen im „Parc Dunant“ preisgünstig sind. Wer keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung hat, wird im Schnitt elf bis zwölf Euro Miete pro Quadratmeter zahlen.

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