Bildung

Freie Schule in Essen: Wo Kinder den Stundenplan bestimmen

Die ehemalige Assnide-Schule an der Schürmannstraße in Bergerhausen. Die Privatschule schlitterte im vergangenen Jahr in die Insolvenz. Nun könnte das Gebäude für die Freie Alternative Schule Essen genutzt werden. Foto:Sara Schurman

Die ehemalige Assnide-Schule an der Schürmannstraße in Bergerhausen. Die Privatschule schlitterte im vergangenen Jahr in die Insolvenz. Nun könnte das Gebäude für die Freie Alternative Schule Essen genutzt werden. Foto:Sara Schurman

Essen-Rüttenscheid/Bergerhausen.   Die Freie Alternative Schule in Essen könnte im nächsten Schuljahr an den Start gehen: Ein Gebäude ist gefunden, das Konzept steht.

Essens erste Freie Alternative Schule könnte bereits im nächsten Schuljahr an den Start gehen. So steckt der in Rüttenscheid ansässige, gemeinnützige Verein aktuell in Miet-Verhandlungen über ein Gebäude in Bergerhausen, in dem die zunächst einzügige Schule starten könnte.

Lehrer und Sponsoren werden noch gesucht

„Wir sprechen zurzeit mit dem Eigentümer des Gebäudes der früheren Assnide-Schule an der Schürmannstraße“, berichtet Erdmuthe Dittmar, die den Trägerverein 2017 gemeinsam mit anderen Eltern gegründet hat. Die Assnide-Privatschule hatte im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet und musste ihren Betrieb einstellen. Für die Bedürfnisse der Freien Alternativen Schule wären die Räume perfekt. Um wie geplant zu einer Gesamtschule zu wachsen, wäre allerdings noch mehr Platz nötig.

Zudem müssen für das Gebäude noch ein kostspieliges Brandschutzgutachten her. Vor allem die finanzielle Situation stellt den Verein zurzeit noch vor viele Schwierigkeiten, berichtet Erdmuthe Dittmar: „Wir sind noch auf der Suche nach Sponsoren und Stiftungen, die uns unterstützen, treten zudem bald in Kreditverhandlungen.“ Darüber hinaus würden noch Lehrer und auch eine Schulleitung gesucht.

Seitens der Stadt Essen sei die Unterstützung bei all diesen Herausforderungen ausbaufähig, bedauert Dittmar: „Die Türen stehen uns nicht offen. Das liegt aber weniger am Willen als vielmehr an der schlechten personellen Ausstattung des Amts, das angesichts der wachsenden Schülerzahlen schon jetzt völlig überlastet ist.“

20 Kinder könnten eingeschult werden

Dabei gibt es schon jetzt genug potenzielle Schüler: So könnten im August 20 Kinder die erste Eingangsklasse bilden, wie Erdmuthe Dittmar berichtet: „Das Interesse an alternativen Lernformen ist groß und das seit Jahren. Nicht zuletzt aufgrund der steigenden Schülerzahlen sind wir überzeugt davon, dass Essen eine solche Schule braucht“, sagt die vierfache Mutter.

Die Schule vertritt das Konzept der Reggio-Pädagogik und wäre damit als freie Schule bundesweit einmalig. Danach sollen die Kinder sich ihre Unterrichtsinhalte selbst erschließen – ähnlich, wie etwa an Montessori-Schulen. Statt in Klassen lernen die Kinder in Projektgruppen, die auf ihre Neigungen abgestimmt werden. „Wenn die Kinder etwa Interesse am Thema Raumfahrt haben, werden ihnen entsprechende Materialien angeboten. Die dafür nötigen Fähigkeiten – etwa das Lesen eines Buchs über Sternenkunde – werden unterschwellig vermittelt“, erklärt Erdmuthe Dittmar.

Die Lehrerin weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, die Neugier der Kinder zu erhalten und den Spaß am Lernen zu fördern. „Viele Studien zeigen, dass ein Mensch begeistert und interessiert sein muss, um zu lernen und das Gelernte wirklich zu begreifen“, heißt es auf der Homepage des Vereins.

Weitere Informationen zu der Schule und ihrem Konzept gibt es hier.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben