Freizeit

Die Tanzbar Galerie 121 ist in Rüttenscheid ein Geheimtipp

Ein neues Partyformat hat der Rüttenscheider Stefan Kleinrahm mit seinen monatlichen Clubpartys in der Galerie 121 initiiert.

Ein neues Partyformat hat der Rüttenscheider Stefan Kleinrahm mit seinen monatlichen Clubpartys in der Galerie 121 initiiert.

Foto: Carsten Klein

Essen-Rüttenscheid.   Stefan Kleinrahm hat die angesagte Rüttenscheider Disco aus den 80er Jahren in ein Tanzlokal für die Generation 50+ verwandelt. Mehr zum Konzept.

Bei Tageslicht betrachtet ist der Raum der Galerie 121 genauso das, was der Name besagt: eine Galerie. An den Wänden hängen Gemälde, eine Sitzecke lädt zum Verweilen und Betrachten der Kunst ein. Einmal im Monat allerdings verwandelt sich das Ganze am Abend in ein Tanzlokal.

Der Eingang an der Rüttenscheider Straße 121 (zwischen Martinstraße und Stern) wirkt eher unscheinbar, aber bereits in den 1980er Jahren wusste die hiesige Jugend: Hinter dieser Tür ist schwer was los. Jeden Freitag- und Samstagabend drängelten sich die Tanzwütigen den Gang entlang in den hinteren Saal mit der Fensterfront, umringten die Theke, tranken Bier, hörten die Hits von Queen, Rod Stewart und Tina Turner. Ab und zu wurde ein Song von Abba aufgelegt, gerne auch mal ein Klammerblues „und an Modern Talking kam man ja gar nicht vorbei“, erzählt Stefan Kleinrahm und schmunzelt.

Plattencover-Collagen zieren mit Gemälden die Wand

„Mein Vater hat ein Reisebüro betrieben und in der Freizeit gemalt. Seine Bilder hat er in dieser Galerie ausgestellt – und sie bei Treffen mit Freunden gezeigt.“ Daraus sei 1981 der Gedanke bei Stefan Kleinrahm entstanden, eine coole Disco aus dem Raum zu machen. Gesagt, getan. Der Filius stand hinter der Theke und legte am Wochenende Platten auf.

Einige Cover der damaligen Hitsingles hat er ausgeschnitten und als Collagen an die Wand gehängt. „Die Titel spiele ich heute wieder“, sagt der inzwischen 59-Jährige und blickt in den Saal mit der Discokugel über der glänzenden Tanzfläche, den Stehtischen und Sitzgruppen. Vor einem Jahr hat Stefan Kleinrahm gemeinsam mit seinem Bruder Werner die Galerie 121 renoviert, neues Mobiliar angeschafft – und das Abendlokal wiederbelebt.

14 Jahre nachdem das Tanzlokal geschlossen wurde, ein Neuanfang? „Ich war beruflich unter anderem in Berlin tätig und das Reisen lohnte sich nicht mehr“, erläutert Kleinrahm, der Radiojournalist geworden ist, die Gründe für die Aufgabe 2004. Nun lebt er wieder in Essen – und den DJ juckte es in den Fingern, seine Musik zu spielen für seine Altersgruppe.

Eine geschlossene Gesellschaft

Einmal im Monat rocken nun Frauen und Männer in der Galerie 121 ab. „Das ist die Altersgruppe 50 plus/minus zehn“, berichtet Kleinrahm, „also jene, die die Galerie 121 noch von früher kennen.“ Die Gäste seien begeistert, ihre frühere Disco wieder zu haben.

„Stammlokale, in denen man am Wochenende gern feierte, gibt es ja nicht mehr“, konstatiert Kleinrahm, der allerdings ein anderes Konzept als früher verfolgt. „Wir laden zu einer Party ein, eine geschlossene Gesellschaft, zu der man sich vorher angemeldet hat.“

Es kämen überwiegend Frauen. Alleine, aber auch in Gruppen. „Männer kommen dagegen nur in Cliquen.“ 80 bis 90 Menschen pro Abend, die sich unterhalten, tanzen, Spaß haben. So wie früher. Nur anders halt.

>>>DIE NÄCHSTE PARTY IST DER TANZ IN DEN MAI

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