Auszeichnung

Viel Lob und Urkunden für den Karnaper Kistengarten

Jubel unter den Hobbygärtner und Nachbarn in Karnap, die für ihre Gartenkisten nun von den Vereinten Nationen (UN) ausgezeichnet wurden. OB Thomas Kufen überbrachte die Urkunden und lobte das nachhaltige Projekt.

Jubel unter den Hobbygärtner und Nachbarn in Karnap, die für ihre Gartenkisten nun von den Vereinten Nationen (UN) ausgezeichnet wurden. OB Thomas Kufen überbrachte die Urkunden und lobte das nachhaltige Projekt.

Foto: Georg Lukas/Stadt Essen

Essen-Karnap.   Seit gut einem Jahr gibt es den Gemeinschaftsgarten am Thusneldaplatz. Das nachhaltige Nachbarschaftsprojekt wurde nun von der UN ausgezeichnet.

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Seit gut einem Jahr gibt es den Gemeinschaftsgarten am Thusneldaplatz in Karnap. Seitdem säen Mitglieder aus Institutionen und Familien aus der Nachbarschaft allerhand Pflanzen und ernten mehr als Erdbeeren und Basilikum. Die Gemeinschaft ist für alle ein Gewinn. Nun wurde das Projekt ausgezeichnet, OB Thomas Kufen überreichte die Urkunden.

Angefangen hat es mit einer simplen Idee – was daraus geworden ist, überrascht und freut alle Beteiligten. Auf dem 195m2 großen Grundstück in Karnap blüht, wächst und gedeiht es, viele sind an diesem Tag gekommen, um in der nachbarschaftlichen Gemeinschaft zu feiern. Denn das Bürgerprojekt bekommt eine Auszeichnung der Vereinten Nationen (UN), im Rahmen der grünen Dekade. Die Jahre 2011 bis 2020 stehen für biologische Vielfalt: Projekte, die das soziale Miteinander und die Nachhaltigkeit der Natur fördern, können sich dort bewerben.

„Wollten hier etwas Nachhaltiges schaffen“

„Wir haben gemerkt, dass der Kistengarten sehr gut ankommt“, erzählt Petra Wiemann-Schmidt, Bürgerin und Initiatorin. „Wir wollten nicht nur etwas im Grüne-Hauptstadt-Jahr machen, sondern etwas Nachhaltiges schaffen“ erläutert Marius Krüger, 2. Vorsitzender des Bürgervereins (BV) Karnap. „Danach hat unsere Initiatorin die Bewerbung bei der UN-Dekade eingereicht.“ Nun ist das Karnaper Projekt auf der Webseite und der Projektkarte der UN zu sehen.

Zu den „Kisteninhabern“ gehören etwa das Altenheim am Emscherpark e.V., die evangelische Kita „Rasselbande“, die katholische Kita St. Marien und die Maria-Kunigunda-Schule. „Die Senioren fangen an, in Erinnerungen zu schwelgen, wenn sie im Garten sind“, erzählt Annette Gräwer, die Einrichtungsleiterin. „Der Austausch zwischen Jung und Alt funktioniert und ist schön anzusehen.“ Die Kita-Leitungen sind auch zufrieden: „Selbst das unruhigste Kind wird im Garten geerdet, im wahrsten Sinne des Wortes.“

Sowohl der generationsübergreifende als auch der interkulturelle Austausch funktioniert vorbildlich. Familie Bakr aus Syrien hat auch eine solche Kiste hier. Vater Mustafa erzählt: „Wir haben hier viele Leute kennengelernt. In Syrien hatten wir einen großen Dachgarten, leider haben wir nun nicht mal mehr einen Balkon. Deshalb freut es uns, dass wir mit unseren Töchtern hier ein wenig pflanzen können.“ Er mähe auch den Rasen oder schaue nach den anderen Beeten. „Man muss sich kümmern, als wären es die eigenen Kinder.“

Die UN-Auszeichnung scheint hier das Sahnehäubchen zu sein, denn ein Gewinn ist der Garten allemal, wie Petra Wiemann-Schmidt auf den Punkt bringt: „Ich finde es vor allem sehr schön, dass die Karnaper anfangen, sich damit zu identifizieren.“

>> NEUES INSEKTENHOTEL EINGEWEIHT

Zusätzlich zu den Gartenkisten gibt es jetzt auch ein Insektenhotel und ein Vogelhäuschen. Das Insektenhotel – es misst 1,30 Meter im Quadrat – wurde mit OB Thomas Kufen feierlich eröffnet.

Jochen Leseberg vom VKJ Jugendcafé Karnaper Markt hat den Grundbau über Wochen gewerkelt: „Die Bestückung haben wir dann mit den Kindern und Jugendlichen gemacht. Dass sie was mit den eigenen Händen schaffen, ist mir wichtig.“

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