Stadtteil feiert

Karnaper freuen sich über ihr erstes Dorffest

Bestens besucht war das 1. Carnaper Dorffest, zu dem der Bürgerverein gemeinsam mit zahlreichen Institutionen und Vereinen eingeladen hatte.

Bestens besucht war das 1. Carnaper Dorffest, zu dem der Bürgerverein gemeinsam mit zahlreichen Institutionen und Vereinen eingeladen hatte.

Foto: Klein

Essen-Karnap.   Beste Stimmung herrschte am Samstag beim 1. Carnaper Dorffest. Akteure glücklich über die vielen Besucher. Termin für nächstes Fest steht schon.

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Sonne satt und dazu jede Menge Infos, Aktivitäten und Angebote für alle Generationen sorgten ab Samstagnachmittag für Trubel auf dem Karnaper Marktplatz. Im nördlichsten Stadtteil Essens fand das 1. Carnaper Dorffest statt. Rund 30 örtliche Vereine und Initiativen machten mit, nur die Parteien hatte man ausgeklammert.

„4 5 3 2 9, nichts kann für uns schöner sein! Karnap, wir sind hier, mitten im Revier!“, schallt es am Musikzelt. Beim Heimat-Song zur Eröffnung wird Gemeinschaft offensichtlich. Alle singen mit, egal wie schräg. 2014 von Simone Stodiek „in 20 Minuten bei Leberwurstschnittchen in meiner Küche“ entstanden, wird das Lied bereits im Kindergarten geübt. Melodie und Text sind eingängig und zeichnen das Wesentliche: Heimatliebe. Als „Kind des Ruhrpotts“ fühlt sich die Gründerin von „Carnap Art“ im Norden pudelwohl. Das Dorffest sei etwas Großartiges: „Zum ersten Mal seit Jahrzehnten stellen alle gemeinsam etwas auf die Beine!“.

Vereine und Gruppen nutzen Chance zur Präsentation

Auf Kooperation und Vernetzung setzt die im April ins Leben gerufene Initiative „Carnap Tip-top“. Sigrid Scholz hatte sich über achtlos weggeworfenen Unrat geärgert. Kurzerhand gründete sie eine Gruppe. Die krempelt die Ärmel hoch, rückt einmal im Monat samstags um 11 Uhr mit Zangen aus, sammelt Papier, Tüten, Dosen und Flaschen aus Hecken und Gebüsch. Für mehr Sauberkeit macht sich auch andere Gruppe stark: „Karnap gegen die Vermüllung“ tut Müllecken auf und fotografiert sie für Facebook.

Zwölf Euro pro Jahr kostet die Mitgliedschaft im seit 2008 bestehenden Förderverein von St. Marien. Hier kämpft man um den Erhalt des großen Gemeindesaals als Veranstaltungsraum. Die katholische Kirche am Meersternweg gilt als verloren. Das Bistum hat die Pfarrei St. Hippolytus vor enormen Renovierungskosten gewarnt. Zu hoch für die schwindende Zahl Gläubiger und treuer Kirchensteuerzahler.

Veranstalter ist rundum zufrieden

Frederic Ohlow aus dem Vorstand zaubert Cocktails. „Gerührt oder geschüttelt, mit oder ohne Alkohol, Hauptsache es schmeckt und man tauscht sich aus!“ In Schichten mixen rund 16 Helfer die Gläser am Stand, bis in den Abend sind sie im Einsatz. Viele Passanten möchten mehr über die Aktivitäten der Förderer erfahren. „Wäre jeder der rund 8100 Karnaper Mitglied, hätte man den Saal für die nächsten Jahre gesichert“, sagt Ohlow lachend. In Karnap lebt der 34-Jährige gern. Wie alle, die wir fragen.

Markus Gosdzik, Vorsitzender des veranstaltenden Bürgervereins, ist rundum zufrieden: „Es läuft richtig gut!“

>>>>>Termin für das 2. Dorffest steht bereits fest

Auch 2019 soll es in Karnap ein Dorffest geben – am Samstag, 25. Mai. Der an Gelsenkirchen-Horst grenzende Stadtteil war über 100 Jahre stark vom Bergbau geprägt.

Bis in die 1950er-Jahre zählte er mehr Arbeitsplätze als Einwohner. 1972 wurde die Zeche Mathias Stinnes stillgelegt. Daran erinnert die 1982 an der Arenbergstraße aufgestellte Seilscheibe.

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