Tag des Patienten

Fürsprecher kümmern sich um Sorgen von Krankenhauspatienten

Zum „Tag des Patienten“ verschenkte die Apotheke im Allee-Center am Samstag 500 SOS-Rettungsdosen an die Besucher.

Zum „Tag des Patienten“ verschenkte die Apotheke im Allee-Center am Samstag 500 SOS-Rettungsdosen an die Besucher.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Altenessen.   Zum „Tag des Patienten“ informierten Fachleute aus den drei Krankenhäusern im Norden, dem Marienhospital, Philippusstift und dem St. Vincenz-Krankenhaus, am Samstag im Allee-Center in Altenessen über oftmals unbekannte Hilfsangebote für Patienten und Angehörige. Die Landes-Behinderten- und Patientenbeauftragte Claudia Middendorf warb für ehrenamtliche Patientenfürsprecher. 500 SOS-Rettungsdosen verschenkte die Apotheke.

Zum „Tag des Patienten“ informierten Fachleute aus den drei Krankenhäusern im Norden, dem Marienhospital, Philippusstift und dem St. Vincenz-Krankenhaus, am Samstag im Allee-Center in Altenessen über oftmals unbekannte Hilfsangebote für Patienten und Angehörige. Die Landes-Behinderten- und Patientenbeauftragte Claudia Middendorf warb für ehrenamtliche Patientenfürsprecher. 500 SOS-Rettungsdosen verschenkte die Apotheke.

Rund 50 Krankenhäuser hatten sich bundesweit am vierten „Tag des Patienten“ beteiligt, darunter die drei Häuser der Contilia Gruppe. Doch diesmal ging es nicht um neueste Behandlungs- oder Diagnoseverfahren, sondern um Ethisches. Wichtigste Botschaft: Keiner muss sich im Krankenhaus allein oder ausgeliefert fühlen. Bei Sorgen und Problemen helfen unabhängige „Kümmerer“.

Brückenbauer zwischen Patienten, Pflegerin und Ärzten

Vor, während oder nach dem Einkauf standen von 9 bis 18 Uhr zwischen Asia-Imbiss, Metzger, Früchte- und Schreibwarenladen all jene im Mittelpunkt, die in der Klinik eine wichtige Stütze sind: Seelsorger, Sozialdienste und Ehrenamtliche – kurzum Brückenbauer zwischen Patienten, Pflegern und Ärzten. Als Patientenfürsprecherin fungiert Birgit Hagen im Marienhospital. Vor kurzem half die Frührentnerin einer Ehefrau. „Sie meinte, dass ihr Mann auf der Station nicht ausreichend versorgt würde. Er litt an mehreren Krankheiten und war daheim täglich vom Pflegedienst betreut worden.“ Hagen hakte nach.

Viele Patienten haben Angst, sich mit ihren Sorgen an Ärzte und Pfleger zu wenden“

„Viele haben Angst, sich mit Sorgen und Nöten an Ärzte und Pfleger zu wenden“, erklärte Detlef Schliffke. Der Vogelheimer ist Vorsitzender des 2015 gegründeten Bundesverbandes Patientenfürsprecher in Krankenhäusern (BPiK). Im Philippusstift leistet der Ex-Bergmann mittwochs von 13 bis 14 Uhr Dienst an der Basis. Er rührt von Essen aus bundesweit die Werbetrommel für das Ehrenamt. Demnächst startet ein zweijähriges Fürsprecher-Bildungsprojekt. „Dafür habe ich seit 2015 gekämpft!“ In Schulungen soll Laien das Rüstzeug vermittelt werden. Es geht um Zuständigkeiten und Abläufe – medizinisches Fachwissen ist kein Muss.

„Der gesunde Menschenverstand“, so die Landesbeauftragte Claudia Middendorf, sei vor allem gefragt. Die Dortmunderin, seit Herbst 2017 unter Minister Karl-Josef Laumann (CDU) zuständig für Patienten und Menschen mit Behinderungen: „Der Mensch muss im Mittelpunkt des Handelns und Seins stehen.“ Die CDU-Politikerin wünscht sich „ein offenes Ohr für die Anliegen von Patienten und deren Familien.“

Ethik-Komitee weiß Rat bei Frage um Leben oder Tod

Auch Thomas Derksen kennt den Klinikalltag mit allem Leid, Tod und Trauer. Im Marienhospital kümmert sich der Pastoralreferent als katholischer Seelsorger um die Menschen. Kranke erleben Ausnahmesituation, begegnen völlig neuen Aspekten. „Wir begleiten über Konfessionen hinweg“, erklärte er. Gebetet werde natürlich auch. Gute Geister in vielen Einrichtungen sind die „Grünen Damen“, die sich ebenfalls präsentierten. Die Grünkittel – auch Männer - schaffen seit 1969 ehrenamtlich und gehören zur Evangelischen Krankenhaus- und Altenheim-Hilfe.

Bei der Frage um Leben oder Tod weiß ein Ethik-Komitee vor Ort Rat. Es hilft Schwerstkranken und Sterbenden, Entscheidungen über Behandlungen zu treffen. Das interdisziplinäre Team wolle dazu beitragen, Verantwortung, Selbstbestimmung, Vertrauen, Respekt, Rücksicht und Mitgefühl als moralische Werte zu verankern, so der Philologe Dr. Rainer Paust, Vorstand des Ethik-Komitees am Elisabeth-Krankenhaus.

Das Ziel ist die Verdoppelung der teilnehmenden Kliniken

Am Rande verteilte die Apotheke Rettungsdosen. Im Notfall liefert das Info-Blatt im Inneren den Sanitätern Wichtiges zu Medikamenten, Allergien oder Vorerkrankungen. Am Ende zog Detlef Schliffke eine positive Bilanz. Angeregt durch die Podiumsdiskussion mit Moderator Timm Schröder stellten die Besucher Fragen. Viele nahmen erstmal die Flyer mit. 2020 will man die Zahl der teilnehmenden Kliniken verdoppeln.

26. Januar ist der „Tag des Patienten“

Der „Tag des Patienten“ wird seit 2016 bundesweit am 26. Januar ausgerichtet. Initiatoren sind der Bundesverband der Patientenfürsprecher in Krankenhäusern (BPiK) und der Bundesverband Beschwerdemanagement für Gesundheitseinrichtungen (BBfG).

Wer Patientenfürsprecher werden möchte, kann sich an Detlef Schliffke wenden, Tel.: 64 00-20 23, E-Mail: d.schliffke@bpik.de.

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