Karnaper Markt

Bücherschrank soll Karnaper Markt aufwerten

Markus Gosdzik (Bürgerverein), Klaus-Peter Böttger (Leiter der Stadtbibliothek), Petra Kox (Innogy), Stefanie Kölking (CDU, BV V), und Bezirksbürgermeister Hans-Wilhelm Zwiehoff bestückten den Bücherschrank.Foto:Vladimir Wegener

Markus Gosdzik (Bürgerverein), Klaus-Peter Böttger (Leiter der Stadtbibliothek), Petra Kox (Innogy), Stefanie Kölking (CDU, BV V), und Bezirksbürgermeister Hans-Wilhelm Zwiehoff bestückten den Bücherschrank.Foto:Vladimir Wegener

Essen-Karnap.   Alle Bücher ausgelesen und die Buchhandlung hat schon geschlossen? Wer in Karnap wohnt, hat seit Montag eine Alternative: den Bücherschrank.

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Der Karnaper Marktplatz sah am Dienstag so trist aus wie sonst. Hätte da nicht am Rande ein über zwei Meter großes, lilafarbenes Paket mit einer blauen Schleife gestanden. Das Geheimnis wurde wenig später gelüftet. Unter dem glänzenden Tuch verbarg sich ein Schrank für rund 250 Bücher. Karnap, genauer gesagt der Bürgerverein, hatte die Bewerbung bei dem Wettbewerb von Innogy eingereicht, die meisten Stimmen erhalten und sich gegen acht Essener Standorte durchgesetzt. „Und das mit deutlichem Abstand“, so Petra Kox, Kommunalbetreuerin bei Innogy, bei der Eröffnung vor zahlreichen lokalen Akteuren und Kindern der Maria-Kunigunda-Schule.

Markus Gosdzik ist Pate des Bücherschranks

Für Karnap sei dieser Schrank besonders wichtig, da es ja keine Stadtteilbibliothek mehr gebe, sagte Hans-Wilhelm Zwiehoff bei seiner Begrüßung. Der Bezirksbürgermeister betonte die Bedeutung von Büchern. Besonders aus Geschichtsbüchern könne man lernen. „Heute hat man aber manchmal das Gefühl, dass einige nie ein Buch in der Hand hatten“, konnte sich Zwiehoff einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Markus Gosdzik, Vorsitzender des Karnaper Bürgervereins, hat nicht nur das Ganze ins Rollen gebracht, er ist auch Bücherschrank-Pate und schaut als solcher regelmäßig nach dem Rechten. Die Standortwahl war nicht willkürlich. „Wir wollten einen zentralen Ort“, erklärt Markus Gosdzik. Zudem werde das Image des Karnaper Marktes durch den Bücherschrank aufgewertet. Karnaper Markt sei nicht gleich Müll.

Lesungen für das kommende Jahr angedacht

Der Bücherschrank soll nach dem Willen des Bürgervereins auch Ausgangspunkt weiterer Aktivitäten sein. „Für das kommende Jahr sind Lesungen angedacht“, so der Vorsitzende des Bürgervereins. Bis dahin hofft er, dass der Schrank intensiv genutzt wird.

Zur Erstausstattung gehörten so unterschiedliche Werke wie „Tod in Venedig“ (Thomas Mann), „Ganz unten“ (Günter Wallraff), „Wer bin ich – und wenn ja wie viele“ (Richard David Precht) oder „Berlin Alexanderplatz“ (Alfred Döblin). Und „Neue Pferdegeschichten für Kinder“. Das Buch hatte Eugenio Transi (63) in den Schrank gestellt. Der gebürtige Italiener lebt seit 1973 hier, ist Baggerführer kurz vor dem Ruhestand und Bücherfreund mit der Vorliebe für Werke zur Geschichte. Er will demnächst öfter vorbeikommen und die Regale auffüllen: „Bücher gehören nicht in den Müll.“

>>> 24 Stunden am Tag geöffnet

Der Bücherschrank, gefertigt aus wetterfestem Cortenstahl (deshalb die Rostfarbe!) hat 24 Stunden am Tag geöffnet. Bürger können Bücher entnehmen – und selbstverständlich auch welche hineinstellen, die sie daheim assortiert haben. Das unterste Fach ist für Kinderbücher gedacht.

Kontakt zu Markus Gosdzik, dem Paten des Bücherschranks: 01 75/2 80 36 82.

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