Renaturierung

Berne: Naturnaher Umbau nimmt weitere Formen an

Seit einigen Tagen stehen keine Bäume mehr an den „Neuen Wegen zum Wasser“. Wegen des Berne-Umbaus wurden die Gehölze unterhalb der Grillostraße, wo das Flüsschen wieder ans Tageslicht kommt, bereits gerodet.

Seit einigen Tagen stehen keine Bäume mehr an den „Neuen Wegen zum Wasser“. Wegen des Berne-Umbaus wurden die Gehölze unterhalb der Grillostraße, wo das Flüsschen wieder ans Tageslicht kommt, bereits gerodet.

Foto: Ulrich von Born

Essen-Nordviertel.   Der Abschnitt an der Gladbecker Straße in Höhe der Universität soll offengelegt werden, zuständig ist die Stadt. Fördergelder sind beantragt.

Seit fast 150 Jahren fließt die Berne zwischen ihrer Quelle im Bernewäldchen im Südviertel und dem Nordviertel unterirdisch durch ein Rohr. Erst nördlich der Grillostraße tritt sie dann wieder ans Tageslicht. Jetzt gibt es gute Aussichten, dass das Flüsschen bald auch in Höhe der Universität wieder aus ihrem Untergrunddasein geholt werden sollte. Denn auch dort fließt sie noch parallel unterirdisch zur Gladbecker Straße.

Der naturnahe Umbau der Berne gehört zu den großen Baumaßnahmen der Emschergenossenschaft in Essen in den kommenden Jahren. Bis Ende Februar hat sie daher den Baumbestand entlang des Flüsschens gerodet, um anschließend mit dem Bau des Abwasserkanals beginnen zu können. Bis nur noch sauberes Wasser oberirdisch durch die Berne fließt, werden allerdings noch einige Jahre vergehen.„Erst nach 2019 beginnen wir mit dem Umbau“, kündigt Pressesprecher Ilias Abawi an.

Grillostraße über Altenessen bis nach Bottrop

Allerdings beschränkt sich seine Aussage nur auf den Abschnitt von der Grillostraße über Altenessen bis nach Bottrop. Denn für den oberen Abschnitt in der Essener Innenstadt ist nicht die Emschergenossenschaft zuständig, sondern die Stadt Essen. Vor fünf Jahren hat der Rat das Handlungskonzept Altenessen-Süd/Nordviertel beschlossen, in dem auch der Umbau des Grünzugs Bernetal zum Ziel erklärt wird. Inzwischen sind die Planungen vorangeschritten. Er betrifft u. a. den Abschnitt zwischen der Blumenfeldstraße im Süden und der Grillostraße in Norden, wo die Berne wieder ans Tageslicht kommt.

Darüber wurde die Lenkungsgruppe für das Stadtteilprojekt Nordviertel/Altenessen-Süd auf ihrer letzten Sitzung näher informiert. So wird sich die Stadt als Untere Wasserbehörde schon in Kürze mit der Offenlegung der Berne näher befassen. Fördermittel seien bereits bewilligt, heißt es. Auch die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung I hat sich dieses Themas angenommen. Auf der Tagesordnung der Sitzung an diesem Dienstag stand der Antrag, die Verwaltung aufzufordern, die Renaturierung der Berne durchzuführen.

Emschergenossenschaft begrüßt den Unbau

Die Emschergenossenschaft hält sich zu diesem Thema zurück, weil sie nicht Eigentümerin dieses Berne-Abschnitts ist. Aber selbstverständlich steht sie dem Umbau positiv gegenüber. „Ein Gewässer braucht Luft und Licht“, sagt Ilias Abawi, „Aber mit uns ist nichts Näheres besprochen worden. Da sind wir auf die Stadt angewiesen.“

Nach seinen Angaben gibt es Überlegungen, das Niederschlagswasser vom Gelände der Universität und auch aus dem Eltingviertel in die Berne zu leiten oder es dort versickern zu lassen. Der Denkmalschutz ist ein weiteres Thema, das vor längerer Zeit an die Emschergenossenschaft herangetragen wurde. So solle ein Teil der ehemaligen „Köttelbecke“ nicht umgebaut werden, damit nachfolgende Generationen das frühere Abwassersystem nachvollziehen können. Aber nicht der Bereich Grillostraße, sondern ein 500 Meter langer Abschnitt der Berne in Bottrop sei dafür vorgesehen.

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