Karnap

Bürgerverein Karnap appelliert: Rettet Nepomuk!

Markus Gosdzik (l.) und Heinz Tocay wollen den Heiligen Nepomuk wieder nach Karnap holen.

Markus Gosdzik (l.) und Heinz Tocay wollen den Heiligen Nepomuk wieder nach Karnap holen.

Foto: Knut Vahlensieck

Essen-Karnap.   „Brückenheiliger“ und Schutzpatron. Überreste der wieder aufgetauchten Karnaper Statue sollen nun restauriert werden, das aber kostet Geld.

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Karnaper Großeltern könnten ihn vielleicht noch kennen, den Heiligen Nepomuk. Die Statue des „Brückenheiligen“ und des Schutzpatrons der Schiffer und Flößer wurde 1739 an der Emscher aufgestellt – unweit des ehemaligen Hofes Emscher-Carnap, eines Lehnshofes der Fürstäbtissinen an der heutigen Arenbergstraße. Er begrüßte jeden, der von Altenessen aus nach Karnap kam. Von dort aus geht es kreuz und quer durch den Stadtteil. Irgendwann verschwindet Nepomuk. Jetzt ist er wieder aufgetaucht – oder besser gesagt das, was von ihm übrig ist.

„Er sollte vor Überschwemmungen und Hochwasser schützen. Die waren ja früher keine Seltenheit hier“, sagt Heinz Tocay. Der 64-Jährige steht im Depot des Ruhrmuseums und blickt auf vier Brocken Sandstein vor seinen Füßen. Der Heilige Nepomuk ist nur mit viel Fantasie zu erkennen, die rechte Armbeuge, mit er ein Kreuz stützte, ist nur zu erahnen. Der Sandstein ist stark verwittert, an einigen Stellen aufgeplatzt. Der Torso misst etwa 130 Zentimeter, der Kopf fehlt. Einige Quellen sagen, Jugendliche sollen ihn abgeschlagen haben, als die Figur noch im Pfarrsaal von St. Marien – auch ehemalige Notkirche genannt – steht. Heinz Tocay hat sie dort noch selbst gesehen. Irgendwann verliert sich aber die Spur.

Heiliger Nepomuk im Außenlager des Ruhrmuseums am Dom

2009 fragt Heinz Tocay im Karnaper Blättchen: Wo ist der Heilige Nepomuk? Die Resonanz ist mäßig. Die Suche schläft wieder ein. Bis Mai dieses Jahres. Markus Gosdzik, Mitglied des neuen, jungen Vorstands des Bürgervereins Karnap, lernt Heinz Tocay beim einem Fest kennen. Die beiden Männer kommen ins Plaudern und Tocay erzählt vom Heiligen Nepomuk.

Eine erneute Spurensuche beginnt. Gerüchte besagen, dass die Figur des Heiligen Nepomuks vom Küster in der Nähe von St. Marien „beerdigt“ worden sei. Und tatsächlich: Bei Arbeiten an der Pfarrkirche stößt sein Nachfolger Bernd Tilli im Frühjahr 1996 auf eine steinerne Figur. Detlef Hopp wird zu Rate gezogen. „An der Identifizierung der Figur kann kaum ein Zweifel bestehen“, schreibt der Stadtarchäologe. Es ist Nepomuk.

„Der damalige Bauingenieur hat die Reste wohl zur Stadt gebracht, und die hat sie zur Aufbewahrung weiter ans Ruhrmuseum gegeben“, vermutet Heinz Tocay. Gefunden wurde der Heilige Nepomuk jüngst im Außenlager des Ruhrmuseums in der Innenstadt hinter dem Dom.

Restaurierung kostet 6500 Euro

Das 19 Grad warme Depot des Ruhrmuseums, in dem konstant um die 55 Prozent Luftfeuchtigkeit herrschen, wird der Heilige Nepomuk umgehend verlassen und wieder in das Außenlager ziehen. Bis die Karnaper um Heinz Tocay und Markus Gosdzik ihn abholen werden, um ihn restaurieren zu lassen. Das wird kein preiswertes Unterfangen. „Mit 6500 Euro müssen sie rechnen“, sagt Dr. Magdalena Drechsel, Kuratorin des Ruhrmuseums. Als Vorlage soll ein hölzerner Nepomuk aus dem 20. Jahrhundert dienen, der zurzeit im Foyer der Emschergenossenschaft in Bottrop steht. Noch in diesem Jahr wollen die Karnaper ihn nach Essen holen. Das sei schon so vereinbart worden.

Die Reste des Originals des Heiligen Nepomuks sind da. Eine hölzerne, wenn auch deutlich jüngere Vorlage steht ebenfalls zur Verfügung. „Das Geld für eine Restaurierung müssen wir aber erst einmal zusammenkriegen“, sagt Markus Gosdzik. Der 46-Jährige hofft auf Spenden. Zum Kanal oder zur Emscher soll der Heilige Nepomuk übrigens nicht kommen. In oder an St. Marien soll er seinen neuen Ehrenplatz finden.

>> Alte Fotos und Unterstützer gesucht

  • Um die Figur restaurieren zu können, bittet der Bürgerverein alle Karnaper, noch einmal nach alten Fotos zu suchen, die auch zur Verfügung gestellt werden können. Wer für die Restaurierung der Figur Geld spenden möchte, der kann sich an Markus Gosdzik wenden.

  • Unter der Telefonnummer 0201/36 92 80 oder via Mail an markus.gosdzik@buergerverein-karnap.de

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