Gewerbeflächen

Neue Sorgen in Essen-Schönebeck um das Winkhauser Bachtal

Die Frischluftschneise zwischen Essen und Mülheim wird von vielen Anwohnern als Naherholungsgebiet geschätzt. Der Kampf um die Felder und Wiesen muss offenbar immer wieder geführt werden.

Die Frischluftschneise zwischen Essen und Mülheim wird von vielen Anwohnern als Naherholungsgebiet geschätzt. Der Kampf um die Felder und Wiesen muss offenbar immer wieder geführt werden.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Essen-Schönebeck.  Mülheim hat auf der Suche nach Gewerbeflächen wieder die Felder an der Essener Stadtgrenze im Blick. Schönebecker kündigen erneut Widerstand an

Die Stadt Mülheim sucht händeringend neue Industrie- und Gewerbeflächen. Wie und wo sie zu finden sein könnten, darüber ist die Stadtspitze zerstritten. Nun gibt der städtische Wirtschaftsförderer eine neue Marschroute vor – und in Schönebeck klingeln alle Alarmglocken. Denn erneut geht es auch um das Hexbachtal.

Naherholungsgebiet für Anwohner aus Essen-Schönebeck

„Flächenengpässe müssen schnellstmöglich behoben und zusätzliche Flächenpotenziale in der gesamten MEO-Region (Mülheim, Essen, Oberhausen) gefunden werden, und zwar, indem wir auch Flächen berücksichtigen, die aufgrund von Restriktionen für Gewerbe und Industrie zwar potenziell geeignet sind, jedoch einen sensiblen Umgang mit Natur und Landschaft erfordern“, heißt es in einem Schreiben der Mülheimer Wirtschaftsförderung, die damit auf Forderungen der Industrie- und Handelskammer reagierte.

So geriet auch das Winkhauser Tal ins Blickfeld der Mülheimer. Es liegt an der Reuter- und Hansbergstraße, östlich der Autobahn A 40 und nördlich der Eisenbahn und grenzt an das Naturschutzgebiet Winkhauser Bachtal. Die Ackerflächen und das Grünland sind 46 Hektar groß.

Im Rahmen ihrer Suche nach neuem Wohnbauland hatte die Stadt Essen eine benachbarte Fläche an der Aktienstraße ins Auge gefasst, das allerdings nur sechs Hektar groß ist. Die Initiative „Rettet die Schönebecker Freiflächen“ sieht nun „das nächste Unheil für die Natur der Siepentallandschaft im Grenzbereich Mülheim/Essen“ aufziehen.

Und zwar nicht zum ersten Mal. Schon vor 35 Jahren hatten Mülheimer Politiker ein Auge auf die nordöstliche Ecke ihres Stadtgebiets geworfen, um hier neue Gewerbeflächen auszuweisen.

Der Kampf dauert schon über 35 Jahre

Einer der erbittertsten Gegner dieser Politik war damals bereits Wolfgang Sykorra. Der spätere Leiter des Gymnasiums Borbeck war nahe der Zinkhütte in Bergeborbeck aufgewachsen und wusste aus eigenem Erleben, was Umweltbelastung bedeuten kann.

Er kämpfte nicht nur erfolgreich gegen den Weiterbau der Autobahn A 31 (Ostfriesen-Spieß), sondern setzte sich auch für das Winkhauser Tal ein. „Die unterschiedliche kommunale Zugehörigkeit führt seit Jahrzehnten zu planerischen Konflikten“, hat er schon damals beobachtet und fühlt sich nun bestätigt: „Schon damals sagte das von Mülheim in Auftrag gegebene Gutachten für Essen-Schönebeck und Borbeck für den Fall einer Realisierung des Gewerbes eine erhöhte Luftbelastung voraus.“

Die Hoffnung, erneut erfolgreich Widerstand leisten zu können, haben die Schönebecker nicht verloren. Wolfgang Sykorra weiß durch Kontakte in die Nachbarstadt: „In Mülheim ist auch jetzt schon eine öffentliche sehr kontroverse Diskussion entbrannt. Die Stimmen pro Grün mehren sich.“

Gemeinsam mit den beiden anderen Initiativen-Sprechern Christian Müller und Karsten Fähndrich werde sich die Schönebecker Bürgerinitiative auch für die angrenzenden Freiflächen in Mülheim einsetzen.

Leserkommentare (3) Kommentar schreiben