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Bei der ERG dreht sich seit dem Jahre 1900 das Rad

Ein Bild aus den 1920er-Jahren. Schon damals ging es auf die Rolle.

Ein Bild aus den 1920er-Jahren. Schon damals ging es auf die Rolle.

Foto: erg

Essen-Altendorf.   Anfang des 20. Jahrhunderts wurden nicht nur viele Fußballvereine gegründet. Auch die Essener Radsportgemeinschaft gibt es seit 1900.

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Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft. Das sagte einst der tschechische Läufer Emil Zatopek. Für die „Lokomotive von Prag“ war Laufen ohne Zweifel die natürlichste aller menschlichen Fortbewegungsarten. Rolf Hostadt bevorzugt eine andere. Der 66-Jährige ist seit zwölf Jahren Vorsitzender der Essener Radsportgemeinschaft (ERG) und steigt, wann immer es geht, aufs Rad. Und das bei jedem Wetter. „Dabei bin ich ein Spätstarter“, erzählt der 66-Jährige.

100 Kilometer geht natürlich nicht ohne Training

Erst mit 50 legt er sich sein erstes Rennrad zu. Mit 55 fährt er dann schon Jedermann-Rennen. Streckenlänge um die 100 Kilometer. Auf Veranstaltungen wie die „Hamburg Cyclassics“ trägt er heute unter 9000 Teilnehmern das schmucke ERG-Trikot, das von Jule Wagner gestaltet wurde, die ebenfalls zur ERG gehört. Das geht natürlich nicht ohne Training. Dreimal in der Woche tritt Rolf Hostadt für vier, fünf Stunden nach einem festen Trainingsplan in die Pedale. Meist allein.

Dabei geht es ihm im Verein um die Gemeinsamkeit. Vor eineinhalb Jahren zum Beispiel kam die Idee auf, in Essen eine Radtourenfahrt zu organisieren. So etwas kann nicht der Vorstand geschweige denn der Vorsitzende entscheiden. „Die Mitglieder mussten dafür sein“, sagt Rolf Hostadt.

„Eine tolle Zahl – zudem gab es viel Lob“

Sie waren dafür. Im September kamen über 500 Radsportfreunde nach Essen, Hobbyfahrer, um vom Regattahaus auf die Strecke zu gehen. „Eine tolle Zahl – zudem gab es viel Lob“, sagt Vereinsmitglied Klaus Barkhofen. Er gehörte zum 70-köpfigen Organisationsteam. „Es gibt immer weniger Veranstaltungen dieser Art. Da wollen wir dagegenhalten. Es war zudem ein großes Event für den Verein“, pflichtet der Vorsitzende bei. Gerne würde er auch ein Radrennen veranstalten, so wie damals, als die ERG den ersten Rü-Cup veranstaltete.

RSC oder RRC „Curve“

Gegründet wurde der Verein im Jahre 1900 in Altendorf als RWC 1900 Essen. Unter verschiedenen Namen – zum Beispiel RSC oder RRC „Curve“ – feierte er Erfolge. Seit 1963 heißt er Essener Radsportgemeinschaft. Die Blütezeit erlebte die ERG Ende der 1990er-Jahre, als Jan Ullrich die Radsportfans verzückte. 2004 waren es nur noch 48. Der Ullrich-Hype war vorbei. Heute sind es wieder um die 180 Mitglieder. „Darunter auch ein paar ehrgeizige Nachwuchsfahrer“, sagt Rolf Hostadt nicht ohne Stolz. Intensiv betreut werden sie von Vereinsmitgliedern mit Trainerschein. „Dazu gehört auch, dass wir Kontakt zu den Eltern halten“, sagt Rolf Hostadt. Soll heißen: Das Rad muss bei aller Begeisterung auch mal stehen bleiben, wenn es in der Schule nicht rund läuft.

Aus dem Schulalter raus sind jene Radsportenthusiasten, die einmal im Jahr eine besondere Tages-Tour in Angriff nehmen. Essen – Brinkersiel. 333 Kilometer. Auch das ist die Essener Radsportgemeinschaft.

Heimisch geworden ist die Essener Radsportgemeinschaft auch wieder – und zwar in der „Radmosphäre“ am Niederfeldsee. Bei der ERG heißt es: Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch fährt Rad.

>>> Vollzahler bezahlen 72 Euro pro Jahr

Bei der ERG gelten folgende Jahresbeiträge: 72 Euro (Vollzahler), 18 Euro (U19), 36 Euro (passive Mitglieder).

Den geschäftsführenden Vorstand bilden Rolf Hostadt (Vorsitzender), Julia Schwarz (stellvertretende Vorsitzende) und Jörg Ostendorp (Schatzmeister).

Kontakt zum Verein:
686060 oder ketterechts@erg1900.de

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