Am Niederfeldsee in Altendorf wartet künftig ein Hostel mit zwölf Betten auf Touristen, die das Ruhrgebiet mit dem Fahrrad erkunden wollen. Die Neue Arbeit der Diakonie und die Allbau GmbH verwirklichen gemeinsam dieses Projekt. „Zunächst etwas abwegig und verrückt“ sei die Idee gewesen, Altendorf und Tourismus miteinander zu verbinden. Dass sie das so sahen, geben selbst die Geschäftsführer Michael Stelzner (Neue Arbeit) und Dirk Miklikowski (Allbau) zu.
Alle Möbel mit besonderem Design
Doch die Entwicklung rund um den Niederfeldsee habe zu einer anderen Einschätzung geführt. Als Eigentümer eines Wohn- und Geschäftshauses an der Niederfeldstraße bekommt Allbau mit, wie viele Menschen sich inzwischen auf der Rheinischen Bahn bewegen, sei es zu Fuß oder auf dem Fahrrad. „Oftmals hören wir schon heute von Nicht-Altendorfern Sätze wie ,oh, wie überraschend schön ist es hier, das hätten wir nicht gedacht’“, erzählt Dirk Miklikowski. Und weil sich die Allbau GmbH nicht nur als reiner Wohnungsvermieter, sondern auch als Stadtentwickler fühle, habe man einen Kooperationspartner gesucht. Dabei auf die Neue Arbeit der Diakonie zu kommen, lag nahe, schließlich betreibt diese bereits die Zweiradstation im Erdgeschoss.

So investierte Allbau 450 000 Euro in das Eckhaus, um auf drei Etagen die Zimmer inklusive Teeküche, Bäder und ein Büro zu bauen. Die Neue Arbeit wird das Hostel betreiben. Schon seit Monaten laufen die Vorbereitungen. Im Mittelpunkt steht das „Kronenkreuz“, eine vor zwei Jahren entwickelte Designlinie der Neuen Arbeit. Unter Anleitung von Designern und Künstlern entwerfen arbeitslose Menschen die Möbel, die später jeder Etage und jedem einzelnen Zimmer eine spezielle Note geben sollen. „Unser Anspruch ist es, dass man etwas Besonderes sieht“, sagt Michael Stelzner.
Zusammenarbeit mit Bistro „Radmosphäre“
Noch ist aber erst ein kleiner Teil der benötigten Tische, Stühle, Betten und Regale gebaut, so dass erst im Juni entschieden werden kann, an welchem Termin genau das Hostel eröffnet. Sicher ist aber schon jetzt, dass die Übernachtung zwischen 35 und 50 Euro kosten wird. Das Hostel wird eng mit dem Bistro „Radmosphäre“ direkt am See zusammenarbeiten, wenn es um Frühstück oder weitere Mahlzeiten geht. Einen Fahrradverleih wird die Station im Erdgeschoss organisieren. Die Radtouristen sollen u. a. über den ADFC auf das Altendorfer Hostel aufmerksam gemacht werden.
Auf einen finanziellen Gewinn ist der Betrieb nicht ausgerichtet. „Erfolgreich wird es sein, wenn wir Langzeitarbeitslose in Arbeiten bringen können“, lautet das Motto von Michael Stelzner.
>>>>>>Komplettpaket für die Radtouristen
Das Hostel an der Niederfeldstraße 53 bietet sowohl Verleih als auch Wartung und Reparatur von Fahrrädern und vor allem E-Bikes an.
„Essen soll zu einem Vorreiter des Radverkehrs- und -tourismus werden, da wir ein Komplettpaket anbieten“, sagt Michael Stelzner.


