Eine positive Folge des verregneten Sommers: Im Duisburger Rhein ist bislang – anders als in den Vorjahren – noch kein Mensch ums Leben gekommen. Die Feuerwehr hatte trotz des besonders warmen Junis auch an den Badeseen deutlich weniger Einsätze mit dem Alarmierungsstichwort „Person im Wasser“. Die Stadtverwaltung plant trotz der vielen Badeunfälle in der Vergangenheit weiterhin nicht, in größerer Anzahl Warnschilder am Rhein aufzustellen.

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Die Feuerwehr Duisburg zählte 2023 laut Stadtsprecherin Gabi Priem bis zum 22. August sieben Einsätze mit „Personen im Wasser“, davon fünf auf dem Rhein und zwei in „sonstigen Gewässern“ (Hafenbecken, Seen, Schwimmbäder). „Zweimal konnte eine Person gerettet werden, viermal war keine Person festzustellen beziehungsweise die Person konnte sich bereits selbst retten“, berichtet Priem.

Badeunfälle: Feuerwehr Duisburg rückte 2022 achtmal zur Leichenbergung aus

Zum Vergleich: 2022 zählte die Feuerwehr 19 Einsätze im Zusammenhang mit Badeunfällen, davon neun auf dem Rhein und zehn in sonstigen Gewässern. Laut Priem „war die Feuerwehr achtmal zur Leichenbergung ausgerückt, dreimal konnte eine Person gerettet werden. Achtmal war keine Person festzustellen beziehungsweise die Person konnte sich bereits selbst retten.“

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In Duisburg, wo es viele Baggerseen und Rhein-Kilometer gibt, sind in den vergangenen Jahren vergleichsweise viele Menschen in Gewässern ertrunken. Ein Grund: Hier leben viele Menschen, die die tödlichen Risiken unterschätzen und aufgrund von Sprachbarrieren oder Wissenslücken nicht verstehen beziehungsweise kennen.

Warnschilder in Düsseldorf: Einfache Materialien und Hinweise in fünf Sprachen

Die Nachbarstadt Düsseldorf hatte zuletzt gleich 79 neue Warnschilder am Rheinufer aufstellen lassen, nachdem es dort bis Anfang Juli bereits 13 Alarmierungen wegen Personen im Rhein und drei Todesopfer gegeben hatte. Da die Stadt schnell reagieren wollte, wurden für die Schilder zunächst einfache Materialien verwendet. Die Schilder warnen mit Piktogrammen und kurzen Hinweisen auf Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch und Ukrainisch vor der Lebensgefahr, die beim Schwimmen im Rhein droht. Zudem geben sie Auskunft über Notruf- und Standort-Nummer.

In Düsseldorf ließ die Stadt Ende Juni und im Juli die Warnschilder am Rhein anbringen.
In Düsseldorf ließ die Stadt Ende Juni und im Juli die Warnschilder am Rhein anbringen.© Feuerwehr Düsseldor

Stadt Duisburg prüft, ob ein Warnschild in Mündelheim aufgestellt wird

Die Stadt Duisburg dagegen plant zurzeit nicht, weitere Warnschilder am Rhein anzubringen. „Über die bereits fünf installierten Warnschilder hinaus wurden bisher keine weiteren Warnschilder aufgestellt“, teilt Stadtsprecherin Priem dazu auf Nachfrage mit.

So sehen die fünf am Alsumer Steig aufgestellten Warnschilder aus.
So sehen die fünf am Alsumer Steig aufgestellten Warnschilder aus.© Stadt Duisburg | Stadt Duisburg

Die Stadtverwaltung prüfe zurzeit lediglich, ob in Mündelheim ein Warnschild am Rhein aufgestellt werden könne – „an der Stelle, an der die beiden Trampelpfade vom Hirtenweg hin zum Rheinufer abzweigen, oberhalb von Ehingen“, so Stadtsprecherin Priem. Dies habe sich aus Gesprächen mit dem Vorstand des Bürgervereins Ehingens ergeben: Es hielten sich häufiger Personen im Natur- beziehungsweise Landschaftsschutzgebiet am Rhein auf. Bei sommerlichen Temperaturen badeten dort auch häufiger Menschen im Rhein.

DLRG-Retter: „Schilder werden ignoriert und beschädigt“

Kommunen sind nicht dazu verpflichtet, vor dem Baden im Rhein zu warnen – zumal streng genommen der Bund zuständig wäre, der Fluss zu lang ist und das Baden auch nicht überall grundsätzlich verboten ist. Martin Flasbarth hat Verständnis für die Entscheidung der Stadt Duisburg, trotz der vielen Unfälle und Todesopfer keine große Anzahl an Schildern in der Nähe von beliebten Treffpunkten oder illegalen Badestellen aufzustellen. Flasbarth leitet die DLRG-Ortsgruppe Rheinhausen und ist Vorsitzender des Duisburger DLRG-Bezirks.

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Er findet es zwar „lebenswichtig, dass wir überall, wo es geht, vor den tödlichen Gefahren dieser Wasserautobahn warnen“. Allerdings sei seine Erfahrung mit Warnschildern, etwa an den Baggerseen, „überall dieselbe: Schilder werden ignoriert und beschädigt.“ Die DLRG kläre mündlich am Strom auf – auch viele zugewanderte Menschen ohne Rhein-Wissen, etwa mit den mehrsprachigen Hinweisen der Stadt. „Aber wir merken schon auch: Es gibt immer wieder Leute, die nicht willens sind, Warnhinweise zu beachten“, so Flasbarth. Er klingt dabei etwas resigniert.

>> Duisburg: Baden im Rhein und in Baggerseen fast überall verboten

  • Das Baden im Rhein ist laut „Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve im Bereich der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Duisburg (BadeVRhein-Kleve)“ in Duisburg zwischen den Rhein-Kilometern 769,3 und 794,6 verboten. Die Badeverbotszone reicht also etwa vom Hüttenwerk Krupp Mannesmann (HKM) im Süden bis hinter die Walsumer Fähre im Norden.
  • Das Schwimmen ist auch in allen Duisburger Seen verboten: Ausnahmen bilden bekanntermaßen einzig die Bereiche der Freibäder an Kruppsee, Großenbaumer See und Wolfssee.
  • An Duisburgs Seen, auf städtischem Gelände, stellen die Wirtschaftsbetriebe „Baden verboten!“-Schilder mit einem warnenden Piktogramm auf – auch zur Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht.
  • Wasserschutzpolizei, Feuerwehr, Stadt Duisburg und DLRG warnen seit Jahren vor den tödlichen Gefahren, denen sich aussetzt, wer auf der Wasserautobahn Rhein und in Baggerseen badet.

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