Bis ganz aufs Treppchen hat es bei der U-18-Weltmeisterschaft der Judoka in Sofia nicht gereicht, doch vor allem Hannah Glauner aus dem Bundesliga-Kader der SU Annen hat sich in Bulgarien richtig gut verkauft. Ihr Vereinskollege Julius Glaser hingegen sammelte vor allem wertvolle Erfahrungen.
Hannah Glauner besiegte in Runde eins der 52-kg-Klasse Maegan Grooten aus Kanada im Bodenkampf mit einer Haltetechnik. Im Anschluss ging es für die 16-jährige Deutsche Meisterin gegen Milena Borubolotova aus Kirgisistan. Das Duell musste im Golden Score nach Verlängerung entschieden werden - Glauner gewann dort nach 38 Sekunden mit einem Konter.
Im Achtelfinale kommt für Kämpferin der SU Annen das WM-Aus
Mehr hingegen war nicht drin für das Top-Talent. Im Achtelfinale verlor sie bei der Neuauflage des EYOF-Finalkampfes gegen Monica Martinez de Rituerto Morillas aus Spanien. Glauner geriet früh in Rückstand und konnte diesen nicht mehr aufholen. Erneut war die Spanierin obenauf.
Julius Glaser fand in seinem Erstrundenkampf in der Klasse bis 60 kg gegen den späteren WM-Dritten Dilshod Karimov aus Usbekistan kein Mittel und unterlag nach vier Minuten durch Wazaari-Wertung.

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Vor dem Wettbewerb:
Wenn man diese beiden jungen Sportler so vor sich sieht, dann wirken sie wie zwei ganz normale Teenager. Die nachmittags nach der Schule eifrig ein Instrument spielen oder Vokabeln lernen, sich vielleicht als Babysitter ein paar Euro verdienen oder den kleinen Nachbarshund spazieren führen. Doch in Hannah Glauner und Julius Glaser steckt deutlich mehr, sehr viel mehr sogar: Das Duo hat sich irgendwann für Judo als Hobby entschieden und hätte keine bessere Wahl treffen können. Die Zwei stehen im Aufgebot des Bundesligisten Sport-Union Annen und kämpfen in dieser Woche bei der Weltmeisterschaft der U-18-Junioren.
„Beide haben in Sofia sicher die Möglichkeit, eine gute Platzierung zu erreichen“, sagt Jens Malewany, ehemals selbst Bundesliga-Kämpfer der SU Annen und inzwischen als NRW-Landestrainer für die Ausbildung des Nachwuchses zuständig. Das herausragende Talent sowohl bei Hannah Glauner (16) als auch bei Julius Glaser (17) war schon früh erkennbar. Beide stammen aus dem ergiebigen Talentschuppen des JC Wermelskirchen, landeten dann vor etwas mehr als einem Jahr bei der SU Annen, sollen dort perspektivisch fürs Erstliga-Team aufgebaut werden.
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Hannah ist sehr stark im Boden. Gerade wenn die Kämpfe lange dauern, ist sie eine Bank. Sie liefert immer ab, ist da sehr konstant.
Julius Glaser (17),, Judoka der SU Annen, über Clubkollegin und WM-Starterin Hannah Glauner
Bei den Weltmeisterschaften in Bulgarien wollen beide ihre in dieser Saison bislang exzellenten Eindrücke, die sie bei internationalen Turnieren hinterließen, bestätigen. „Das war bis jetzt sicher ein erfolgreiches Jahr für mich“, sagt Hannah Glauner, die in der 52-Kilo-Klasse auf die Matte gehen wird. Die Deutsche Meisterin, die zweimal pro Woche am Bundesstützpunkt in Köln trainiert, hat bei jedem internationalen Einsatz in 2025 das Finale erreicht, gewann u. a. den Europacup in Berlin und wurde Zweite beim EYOF in Skopje (Mazedonien). „Ich hoffe, dass ich auch bei der WM eine gute Platzierung erreiche“, sagt die junge Frau. Trainer Malewany ergänzt: „Die Weltmeisterschaft, und das trifft auch auf Julius Glaser zu, ist für beide ein Bonus-Wettkampf.“ So sehr der Coach seine Talente schätzt, er will keinen zusätzlichen Druck aufbauen.
Auch Julius Glaser, der schon für die SUA in der Bundesliga aktiv war, hat einige starke Resultate vorzuweisen, belegte u. a. zweimal den Bronze-Platz bei Europacups, beim EYOF holte er sich in seiner Gewichtsklasse (bis 60 kg) Rang sieben. „Ich bin mir sicher, dass da auch noch mehr drin ist“, sagt der ehrgeizige Judoka.

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Hannah Glauner ist beeindruckt von der Explosivität ihres Clubkollegen
Was die beiden Wermelskirchener, deren Wettkämpfe am Donnerstag in Sofia über die Bühne gehen, am jeweils anderen bei ihrem Sport am meisten schätzen? „Hannah ist sehr stark im Boden. Gerade wenn die Kämpfe lange dauern, ist sie eine Bank. Sie liefert immer ab, ist da sehr konstant“, so Glaser. Und was sagt die so Hochgelobte, die gerne eingesteht, dass sie bei gemeinsamen Trainingskämpfen (Randoris) chancenlos ist? „Julius ist extrem schnell, seine Explosivität ist wirklich ein großer Vorteil. Und er arbeitet richtig viel und erfolgreich auch mit den Füßen“, berichtet Glauner.
Wenn die beiden SUA-Erstliga-Talente, die in der kommenden Saison fest eingeplant sind bei ihren Trainern Stefan Oldenburg, Marcel Haupt und Hannah Schorlemmer, auch in Bulgarien ihre Klasse aufblitzen lassen, dann dürfte einiges drin sein für den verheißungsvollen Nachwuchs. Mit Konstantin Distel (-81 kg) vom JC 66 Bottrop ist in Sofia im Übrigen noch ein dritter Starter des Landesverbandes NWJV im WM-Einsatz.




