Um eine besondere Auszeichnung für dieses außergewöhnliche Talent wird der Deutsche Judobund (DJB) früher oder später nicht herumkommen. Für ihre Trophäen benötigt Mathilda Niemeyer vom 1. JJJC Hattingen bald schon einen eigenen Raum. Dass sie sich bei der Deutschen Meisterschaft der U-21-Juniorinnen in Potsdam abermals die Goldmedaille holen würde, war beileibe keine große Überraschung. Insgesamt war dies für sie schon der siebte Triumph bei einer DM - und das gerade mal im zarten Alter von 19 Jahren.

Vermutlich wurde sie mit dieser beeindruckenden Zahl nicht zum ersten Mal konfrontiert. „Ja, stimmt - das war der siebte Titel“, sagte Mathilda Niemeyer, angesprochen auf den neuerlichen Erfolg in der Klasse bis 78 Kilogramm. Wobei, in diesem Jahr war das schon etwas anderes als in der jüngeren Vergangenheit. „Es war diesmal schon besonderer Druck da, weil ich eben für alle die große Favoritin war. Damit muss man erstmal umgehen“, sagte die Schülerin, die in diesem Jahr ihr Abitur bauen wird. Bislang war die Bottroperin Ronja Buddenkotte stets ihre ganz große Rivalin - da ging es dann stets darum, wer von diesen zwei überragenden Kämpferinnen das Rennen machen würde.

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Es war diesmal schon besonderer Druck da, weil ich eben für alle die große Favoritin war. Damit muss man erstmal umgehen.

Mathilda Niemeyer (19),, Judoka beim 1. JJJC Hattingen

Auch Stefan Oldenburg, Trainer des Wittener Männer-Bundesligisten Sport-Union Annen, der u. a. auch Niemeyer in Potsdam betreute, wies auf die knifflige Situation der 19-Jährigen hin. „Alle haben diesen Titel von ihr erwartet, aber Mathilda hat das ganz souverän gemacht, ist dort sehr dominant aufgetreten.“ Insgesamt musste die junge Hattingerin fünfmal auf die Matte in der Klasse bis 78 Kilogramm - vier ihrer Duelle gewann sie vorzeitig, lediglich im Halbfinale gegen Lilli Happe (Pulheim) war sie gezwungen, die volle Kampfzeit auszureizen, gewann aber dennoch mit Waza-ari-Wertung.

„Der erste Kampf gegen eine Blaugurt-Trägerin war ganz okay zum Reinkommen. Den habe ich per Haltegriff gewonnen. Wie der zweite genau gelaufen ist, das weiß ich gar nicht mehr. Ich bin da immer so im Tunnel und hab‘ das dann oft nach dem Kampf gar nicht mehr so auf dem Schirm“, gestand Niemeyer. Wenn sie als klare Favoritin ins Duell geht, dann achtet sie vor allem darauf, keine simplen Fehler zu produzieren. „Sonst machst du dann einen falschen Schritt und hast dann gleich ein Problem“, so die Hattingerin. Gegen ihre Annener Bundesliga-Kollegin Franziska Galla, „eine unangenehme Linkskämpferin“, siegte Niemeyer im Viertelfinale letztlich problemlos.

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Würgegriff bringt der Hattingerin das siebte DM-Gold

In besagter Vorschlussrunde musste sie darauf achten, nicht auf Lilli Happes gefährlichste Technik hereinzufallen. „Wir kennen uns von den Trainingskämpfen aus Köln“, so die 19-Jährige, der eine Wertung zum Weiterkommen genügte. Das Finale gegen Elina Dilger (Lübeck) war dann wieder eine sichere Sache, per Würgegriff machte sie den siebten DM-Coup perfekt.

Als nächstes geht es nun für Mathilda Niemeyer zum internationalen Thüringen-Pokal nach Bad Blankenburg (22. März), wo sich dann noch ein mehrtägiges Trainingscamp anschließt.

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