Dem Favoriten aus der Kaiserstadt haben die Judo-Frauen der Sport-Union Annen am Samstag ordentlich die Tour vermasselt. „Das muss man gegen den TV Aachen-Walheim erst mal schaffen“, war Trainerin Hannah Schorlemmer merklich stolz auf das 7:7 ihres Teams gegen den zuvor verlustpunktfreien Endrunden-Kandidaten. Und auf einmal tut sich für die Wittenerinnen, die so verhalten in die Saison gestartet waren, sogar selbst die Möglichkeit auf, die Finalrunde der vier besten deutschen Teams zu erreichen.

„Aachen-Walheim muss am letzten Kampftag noch beim JSV Speyer antreten“, merkte Schorlemmer an - und beim Deutschen Meister hängen die Trauben bekanntermaßen hoch. Dann müssten die Annener Frauen allerdings auch ihre Begegnung beim JC 66 Bottrop (28. Juni) gewinnen. Unmöglich erscheint das nicht, zumal die SUA dann eventuell wieder auf mehrere ihrer Leistungsträgerinnen zurückgreifen kann.

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Wenn man bedenkt, wer bei uns noch so fehlt, war das heute ein toller Auftritt - das macht wirklich Lust auf mehr.

Hannah Schorlemmer,, Trainerin der SU Annen

Vor dem Kampf gegen Walheim hatte Annens Trainerin sogar einen knappen Erfolg für machbar gehalten. „Als wir dann zur Pause mit 3:4 hinten gelegen haben, hab‘ ich mir zumindest noch die Chance auf ein 7:7 ausgerechnet“, so Schorlemmer. Die durchaus überrascht war, wie stark die Gäste im Dojo am Kälberweg aufgestellt waren. „Walheim hatte immerhin gleich vier Ausländerinnen dabei“, darunter die EM-Dritte Naomi van Krevel aus den Niederlanden (-52 kg), die doppelt punktete.

Doch auch bei der Sport-Union standen Top-Athletinnen im Kader, darunter etwa die Debütantin Nohade Riadi. Die gebürtige Niederländerin, die international für Marokko in der 48-Kilo-Klasse startet, kam aus Bevergern zu den Wittenerinnen. Am Samstag sammelte sie gegen Fabienne Binder zwei sichere Zähler und war begeistert von der Atmosphäre am Kälberweg. „Das waren heute meine ersten Bundesliga-Einsätze, ich hab‘s genossen.“

Judo / Damen-Bundesliga: SU Annen gegen TSV Hertha Walheim
Bislang war Nohade Riadi (re.) nur in der Ober- und Regionalliga an den Start gegangen für Stella Bevergern - jetzt debütierte die Niederländerin mit marokkanischem Pass auch in der Bundesliga für die SU Annen.© FUNKE Foto Services | Stephan Lucka

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Auch Emily Gränitz holte in der 70-kg-Klasse zwei Zähler, und weil auch Lisa Hiller (-57 kg) sowie im zweiten Durchgang auch Carmen Dijkstra (+78 kg) im niederländischen Duell mit Paulien Sweers beeindruckend punktete, egalisierte die SUA zwischendurch auf 6:6. Mehr noch: Miriam Garmatter (-57 kg) besiegte Josefine Koch vorzeitig - jetzt lag sogar ein Heimsieg in der Luft. Sara Kesmen aber verlor auch ihr zweites 78-kg-Gefecht mit Julie Hölterhoff. „Wenn man bedenkt, wer bei uns noch so fehlt, war das heute ein toller Auftritt - das macht wirklich Lust auf mehr“, so Hannah Schorlemmer.

Judo / Damen-Bundesliga: SU Annen gegen TSV Hertha Walheim
Jetzt sogar ein Kandidat für den Sprung in die Bundesliga-Endrunde: Die Judo-Frauen der SU Annen können dank des 7:7 gegen den TV Aachen-Walheim noch Zweiter der Tabelle im Südwesten der Liga werden.© FUNKE Foto Services | Stephan Lucka

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Die Statistik zum Kampf:

(52 kg) Hamdan - van Krevel 0:10; (63 kg) Garmatter - Klose 0:5; (70 kg) Gränitz - Zentgraf 10:0; (+78 kg) Dijkstra - Sweers 0:10; (48 kg) Riadi - Binder 10:0; (57 kg) S. Hiller - Zeller 10:0; (78 kg) Kesmen - Hölterhoff 0:10 // (52 kg) Hildebrand - van Krevel 0:10; (63 kg) S. Püchel - Klose 0:10; (70 kg) Gränitz - Zentgraf 10:0; (+78 kg) Dijkstra - Sweers 10:0; (48 kg) Riadi - Binder 10:0; (57 kg) Garmatter - Koch 10:0; (78 kg) Kesmen - Hölterhoff 0:10.