Nach nur einem Sieg aus den letzten sieben Spielen stand der Herner EV am Dienstag gegen die Hammer Eisbären unter Druck, aber er hielt ihm nicht stand.

Nach dem späten Hammer Ausgleich gelang den Gästen im Powerplay in der Verlängerung der Siegtreffer zum 2:1 (0:0, 0:1, 1:0).

Herne gegen Hamm: Torhüter überzeugen auf beiden Seiten

Das Niveau in der Hannibal-Arena war vor 1145 Zuschauern deutlich höher als beim 3:5 gegen Erfurt zwei Tage zuvor. Beide Mannschaften suchten jede Chance in der Offensive, aber Dean Döge auf der einen und Kyle Hagen auf der anderen Seite machten Topjobs zwischen den Pfosten. Es gab gute Möglichkeiten, doch es ging torlos in die erste Pause – zweifellos ein 0:0 der besseren Sorte.

Eishokey: Herner EV Miners gegen Hammer Eisbären
In der Overtime setzten sich die Hammer Eisbären (in weiß) beim Herner EV durch.© FUNKE Foto Services | Dirk A. Friedrich

Nachdem sich die Personalsituation beim HEV auch am letzten Tag vor Heiligabend nicht gebessert hatte, sprang das DNL-Team der Düsseldorfer EG unterstützend ein – mit David Galfinger und Erik Wischnenko gaben zwei Akteure des Kooperationspartners ihren Einstand bei den Miners.

16 Sekunden nach Wiederanpfiff führt der Herner EV

„Abschlüsse suchen und Chancen nutzen“, erklärte Nick Ford den weiteren Gameplan – gesagt, getan. Bully zum zweiten Drittel, ein schneller Vorstoß von Dennis Palka und der Pass zu Matteo Stöhr, der die Scheibe mit dem langen Schläger an Kyle Hagen vorbei zur Herner Führung in die Maschen beförderte. Gespielt waren gerade erst 16 Sekunden und so hatte sich der Herner Topscorer die Umsetzung seines Pausenkommentars wohl vorgestellt.

Aber der HEV legte nicht nach. Hamm antwortete mit einem Pfostenschuss und die Partie gehörte weiterhin zu großen Teilen den Torhütern, auch wenn sich mit zunehmender Spielzeit die Konterchancen für die Miners häuften. Ein 2:0 wäre vielleicht schon eine Art Erlösung gewesen, doch so blieb es eine Partie auf Messers Schneide.

Wir sind an unserer Chancenverwertung gescheitert – wieder einmal.

Dirk Schmitz, Trainer Herner EV

Die ausgelassenen Gelegenheiten waren nach dem Spiel auch der Aufhänger für Dirk Schmitz‘ Analyse. „Wir sind an unserer Chancenverwertung gescheitert – wieder einmal“, gab der HEV-Coach zu Protokoll, nachdem sein Team den knappen Vorsprung nicht über die Zeit gebracht hatte.

Kapitaler Fehler in Überzahl wird gnadenlos bestraft

Dabei waren es nicht allein die vergebenen Möglichkeiten, sondern auch mangelnde Cleverness der Gysenberger, die das Spiel auf der Zielgeraden kippen ließ. Ausgerechnet Routinier Brad Snetsinger leistete sich bei eigener Überzahl einen fatalen Scheibenverlust und Liga-Toptorjäger Dominik Lascheit bedankte sich mit dem ersten Shorthander gegen den HEV in der laufenden Saison.

Und es kam noch schlimmer für die Gastgeber. So wie Hugo Enock sollte man einen Check an der Bande in der Schlussminute nicht zu Ende fahren und Lascheit nutzte in der Verlängerung auch dieses Geschenk – für Döge gab es bei beiden Gegentoren nichts zu halten. Am Ende blieb den Gastgebern ein Punkt, der im Kampf um Platz acht nicht wirklich weiterhilft. 

Schärfster Herner Konkurrent sind da inzwischen die Icefighters Leipzig, bei denen der HEV am Freitag um 20 Uhr antritt. Am Sonntag um 18.30 Uhr steht gegen die Hannover Scorpions dann das letzte Heimspiel des alten Jahres an. Beendet wird das Eishockeyjahr 2025 für die Miners am nächsten Dienstag mit der Partie bei den Tilburg Trappers – nicht gerade leichte Kost zum Jahresausklang.

So haben sie gespielt

Herner EV – Hammer Eisbären 1:2 n.V. (0:0, 1:0, 0:1)
Tore: 1:0 (20:16) Stöhr (Palka/Snetsinger), 1:1 (53:52, 4-5), 1:2 (60:38, 4-3)
Strafminuten: Herne 10 – Hamm 2.