Zusammenfassung
- Der JC 66 Bottrop verlor das NRW-Duell gegen den Remscheider TV mit 12:2, was die Position des Teams in der Judo-Bundesliga Nord-Staffel weiter verschlechterte.
- Trotz der Niederlagen setzt der JC 66 Bottrop auf nachhaltige Nachwuchsförderung und die Entwicklung des Teams, anstatt kurzfristige Erfolge zu verfolgen.
- Finanzielle Unterschiede zwischen den Vereinen beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit, doch der JC 66 Bottrop überzeugt durch Gemeinschaftsgefühl und langfristige Perspektiven.
Am 10. Mai trat der JC 66 Bottrop zum NRW-Duell beim Remscheider TV an. Eine Paarung, die regelmäßig Spannung verspricht, aber auch in diesem Jahr wieder von einer klaren Rollenverteilung gelebt hat. Denn während die Bottroper als Underdog angereist sind, ist der RTV schon im Vorfeld als großer Favorit gehandelt worden. Mit 12:2 behielten die Hausherren gegen den JC 66 am Ende die Oberhand und fügten den „Piraten“ eine überraschend deutliche Niederlage zu.
- Lesen Sie auch: University Games 2025: Bottroper Judoka ist Botschafterin fürs Ruhrgebiet
- Lesen Sie auch: SU Annen lässt drei Debütanten los - für die große Bühne fehlt noch einiges
- Lesen Sie auch: 16-jähriger Velberter Judoka schlägt Erwachsene
Damit darf der aktuelle Gruppenerste der Judo-Bundesliga Nord-Staffel von der abermaligen Endrundenteilnahme und weiterem Edelmetall träumen. Für das Bottroper Team dagegen spielt die Platzierung zum wiederholten Male kaum mehr eine Rolle, derzeit ist es der siebte Rang. Von Titel- oder Medaillenträumen ist der JC Bottrop weit entfernt, wenn man den Zahlen auf dem Papier Glauben schenken darf.
Und das, obwohl die „Piraten“ seit Jahren zu den gestandenen Größen der Szene zählen. Doch die letzten beiden Niederlagen gegen Spremberg und eben gegen Remscheid haben die 66er im Klassement nach unten rutschen lassen - genauer gesagt auf den vorletzten Platz.
JC Bottrop setzt auf nachhaltige Förderung statt kurzfristigen Erfolg
Zur Einordnung: Ein etwaiges Ziel hat sich der Bottroper Bundesligist um Trainer Markus Wallerich und Teammanager Jan Tefett ohnehin nicht gesetzt. Für die 66er sollte auch die aktuelle Kampfzeit eher dazu dienen, das eigene Team beständig weiterzuentwickeln. Nachwuchsförderung wird beim Klub mit den türkisfarbenen Judogi schon lange groß geschrieben.
Auch interessant
Ein Faktor, der den JC 66 bundesweit auszeichnet. „Wir zählen definitiv zu den Vereinen mit großem Potenzial“, ist sich Tefett sicher. Immerhin wissen die Bottroper viele junge Judoka in ihren Reihen. Tefett: „Daher könnten wir vor einer spannenden Zukunft stehen.“

Remscheid zählt m Vergleich erst seit wenigen Jahren zum Etablissement der Bundesliga. Und hat sich doch in Windeseile in die bundesweite Vereinsspitze eingeordnet. Sicherlich begründet durch sportliche Leistungen, wie der RTV oder auch das Hamburger Judoteam als Schwergewicht und Daueranwärter beweisen. „Allerdings verfügt ein solcher Verein auch über andere finanzielle Mittel“, heißt es aus Kreisen des JC 66. Auf diese Weise ließen sich Topathleten finanzieren. „Wir wählen dahingehend einen anderen Ansatz.“ Nachhaltige Förderung anstelle des kurzfristigen Erfolgs – quasi ein Duell der Gegensätze.
Teamzusammenhalt trotz externer Angebote im Fokus
„Unser Ziel muss und wird es sein, das Team, so wie wir es aktuell haben, zusammen zu halten“, gibt Tefett die Richtung für die weitere Planung vor. Das werde für die Bottroper schon zur Herausforderung, immerhin locken externe Angebote die eigenen Talente immer wieder an. „Sie sind finanziell teilweise lukrativer“, weiß Tefett, der den Geldfaktor daher nicht ganz herunterspielen möchte, „aber wir können auch mit anderen Werten überzeugen.“ Das Gemeinschaftsgefüge und Vereinsleben beim JC würden für den Bottroper Bundesligisten sprechen. Tefett: „Die Jungs haben einfach Lust, für diesen Verein aufzulaufen und zu kämpfen.“
Auch interessant
So wollen die 66er auch nach der aktuellen Saison – ungeachtet des sportlichen Ausgangs – weiterhin ihrer Linie treu bleiben und voll und ganz auf die Entwicklung setzen. Tefett: „Wir hatten bislang etwas Pech, konnten auch aus terminlichen Gründen unsere ausländischen Kämpfer nicht immer so einsetzen, wie wir es eigentlich wollten. Aber auch gegen Remscheid gab es einige knappe Kämpfe, die durchaus anders hätten verlaufen können. Grundsätzlich erleben wir immer wieder viele enge Duelle.“
Und das auch gegen die Spitzenteams, sodass die Bottroper auf den zweiten Blick doch nicht so weit von den vorderen Plätzen weg zu sein scheinen, wie es die Zahlen zunächst vielleicht vermuten ließen. Das wiederum bringt Hoffnung für die kommenden Jahre - und das NRW-Duell am 5. Kampftag der Judo-Bundesliga am 31. Mai.




