Zusammenfassung

  • Die Wittener Himmelfahrtskirmes bietet neben klassischen Fahrgeschäften wie dem Autoscooter auch neue Trends, etwa Greifarmautomaten und norddeutsche Spezialitäten.
  • Trotz Inflation und gestiegener Spritpreise sind die Fahr- und Imbisspreise stabil geblieben.
  • Am Familientag sind Rabatte zu erwarten, die Besucherzahlen hängen allerdings stark vom Wetter ab.

Erst scheppert es laut, dann kreischen die Kids: Auf der Wittener Himmelfahrtskirmes ging es während unseres Preis-Checks, einen Tag nach der Eröffnung, rund. Eine kleine Gruppe Jugendlicher hat den Autoscooter besetzt und testet gerade die Grenzen des Fahrgeschäfts aus. Glücklicherweise sind sie noch weit vom teuren Führerschein entfernt. Aber was legt man im Jahr 2026 für einen Fahrchip, eine Tüte gebrannte Mandeln oder ein frisch gezapftes Bier auf den Tisch?

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Die gute Nachricht vorweg: Trotz schwankender Spritpreise und anhaltender Inflation sind die Preise auf der Himmelfahrtskirmes stabil geblieben. „Bei uns gelten schon seit drei Jahren die gleichen Preise. Das sieht man doch“, sagt eine Schaustellerin und zeigt auf einen leicht ausgeblichenen Ausdruck, der in der Scheibe hängt. Stimmt, der scheint schon einige Saisons erlebt zu haben. Ihr Kinderkarussell „Baby 2000“ dreht sich am Eingang des Kirmesplatzes rund um den Saalbau.

Wittener Schausteller setzt auf norddeutsche Spezialität

Die Fahrt mit Bus, Spaceshuttle, Pokéball oder Formel-1-Boliden kostet pro Fahrt drei Euro, vier Karten gibt es für zehn Euro. Unweit davon kullern Strandbälle durch einen aufblasbaren Swimmingpool. In den sogenannten „Piratenbällen“ haben Kinder ab vier Jahren Platz, um hineinzuklettern und auf dem Wasser umherzukugeln. Das klingt witzig? Ist es auch! Doch am wechselhaften Freitagmittag hält sich der Andrang in Grenzen. Dabei kosten vier Minuten Kugelspaß nur fünf Euro.

In den Greifautomaten auf der Wittener Himmelfahrtskirmes verstecken sich Plüsch-Pokémon und weitere beliebte Figuren.
In den Greifautomaten auf der Wittener Himmelfahrtskirmes verstecken sich Plüsch-Pokémon und weitere beliebte Figuren.© WAZ | Florian Peters

Schräg gegenüber bietet der Witter Schausteller Max Nowag eine Spezialität aus dem hohen Norden an. Denn neben den beliebten Crêpes (ab vier Euro) backen er und seine Frau in ihrem Kirmeswagen neuerdings auch Schmalzkuchen. „Nach einem Familienrezept meiner Frau“, wie er sagt. Die seien nicht nur in Norddeutschland der Renner, sondern würden auch im Pott gut angenommen. Hergestellt und ausgebacken werden sie – trotz ihres Namens – in pflanzlichem Fett, sind also auch für Menschen geeignet, die vegetarisch leben. Eine kleine Portion gibt es ab vier Euro. Die mittlere und die große Portion sind je zwei Euro teurer.

Greifarmautomaten locken mit Plüschtieren und Preisstaffeln

Ein Trend ist in den vergangenen Jahren immer weiter angewachsen: Greifarmautomaten mit Plüschtieren. Mal liegen Pokémon drin, mal andere Anime-Figuren oder Disney-Charaktere, meistens sind sie schwer zu ergattern. Wie sehr die Geräte ihre Kunden in den Bann ziehen können, zeigt sich an der Preisgestaltung: Ein Spiel kostet einen Euro, wer 28 Spiele kauft, zahlt 20 Euro.

Himmelfahrtskirmes hinter dem Saalbau in Witten
Der Schwanenflieger dreht schon seit den 1950er Jahren seine Runden in der Ruhrstadt.© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

Der Schwanenflieger hingegen ist alles andere als neu. Gebaut in den 1950er Jahren, ist das Kettenkarussell das älteste Fahrgeschäft auf der traditionsreichen Kirmes. Auch hier sind die Preise stabil geblieben. So kostet eine Fahrt weiterhin vier Euro, drei Fahrten liegen bei zehn Euro und sieben Chips gibt es zum Preis von 22 Euro.

Familientag mit Rabatten – Schausteller hoffen auf Besucher

Zwischen Dosenwerfen und gebrannten Mandeln treffen wir Schausteller Thomas Grass bei seinem Rundgang. Er hofft noch immer auf gutes Wetter am Wochenende. „Am Eröffnungstag ist wegen des Wetters nur knapp die Hälfte der Besucher gekommen“, sagt er. Hoffnung bereitet noch der Familientag am Montag, der wegen der zahlreichen Rabatte meist gut besucht ist. Doch vor dem Wochenende haben noch nicht alle festgelegt, wie viel Nachlass es geben soll. Fest steht: Es wird günstiger.

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Auf dem hinteren Teil der Kirmes türmen sich nochmal Attraktionen für größere Kinder auf: 4,50 Euro kostet eine Runde „Break Dance“, genauso wie der Gang durch das Geisterhaus „Walk of Dead“. Das Ticket für die Amazonas-Bahn hingegen, ist 50 Cent günstiger.

Kirmes-Preise: So viel kosten Backfisch, Pommes und Getränke

Wer nach dem ganzen Karussellgedrehe noch etwas essen kann, zahlt etwa für einen Backfisch 7,50 Euro. Mit Soße (Kräuter, Knoblauch oder Remoulade) kommen noch mal 50 Cent obendrauf. Eine Portion Pommes kostet 3,50 Euro, in der Variante „Spezial“ mit Ketchup, Majo und Zwiebeln sind es fünf Euro. Gegen den Durst helfen zudem ein kleines Glas Bier (3,50 Euro für 0,25 L) oder eine Cola für 3 Euro. Also nichts wie hin auf die Kirmes, oder wie die Ausrufer sagen würden: „Eine neue Runde. Wer will nochmal? Wer hat noch nicht?“