- Nach Dauerregen am Mittwoch schien am Donnerstag die Sonne
- Erstmals war das „Anschwimmen“ im Freibad Witten öffentlich
- Wasser schon auf fast 24 Grad erwärmt
Vielleicht sollten die Stadtwerke Lotto spielen. Wer so viel Glück hat... Nachdem es am Mittwoch (6.5.) noch Bindfäden geregnet hatte, lachte punktgenau zum Saisonstart des Freibads am Donnerstag (7.5.) tatsächlich die Sonne. Wobei die Luft noch ganz schön kalt war.

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Natürlich sind Stammgäste wie Ingrid schon da. „Wunderbar“ schwärmt die 86-Jährige nach ihren ersten 700 Metern unter freiem Himmel in diesem Jahr. „Wenn das Freibad geöffnet ist, brauche ich keinen Urlaub zu machen.“ Auch Ex-Feuerwehrmann Michael Vogel (62) ist ganz angetan. „Es hat richtig Spaß gemacht.“

Wittener: Vor dem Baden immer kalt duschen
Wenn man sich vorher im Warmen umziehe und dann kalt dusche, sei es im Wasser schon sehr angenehm, sagt Vogel, ausgebildeter Rettungsschwimmer und DLRG-Aktiver. Er freut sich, dass die Stadtwerke die wassersporttreibenden Vereine angesprochen haben, am „Anschwimmen“ teilzunehmen. Das ist erstmals öffentlich und für alle Besucher von 10 bis 18 Uhr eintrittsfrei.
„Wenn wir ohnehin öffnen, warum dann nicht gleich für alle“, sagt Unternehmenssprecher Mathias Kukla (49). Auch sein Chef, Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Schumski, lässt sich den ersten Sprung ins Schwimmerbecken nicht nehmen - obwohl der 55-jährige Marler gar keine Wasserratte ist. Schumski ist in bester Gesellschaft.
Denn auch Bürgermeister Dirk-Leistner lässt sich in seinem ersten Amtsjahr nicht lumpen und springt wie sein Vorgänger Lars König vom Dreier. Später noch eine Bratwurst auf die Hand, und schon ist das Stadtoberhaupt wieder weg, der nächste Termin wartet. Wie das Wasser ist? „Super!“ ruft der Rathaus-Chef noch.

Dem kann Michael nur zustimmen, der im „Schwimmer“ gerade am Beckenrand anschlägt. Der 63-Jährige hat einen guten Tipp parat, solange die Luft noch so kühl ist. „Man muss öfter mal unter Wasser gehen.“ Während die Außentemperatur an diesem Mittag gerade mal auf 14 Grad klettert, werden im Wasser schon fast die erwünschten 24 erreicht. Die Stadtwerke heizen kräftig auf, und die Frühlingssonne tut ihr Übriges. „Die Edelstahlbecken erwärmen sich recht schnell“, sagt Schwimmmeisterin Sandra Brauckmann.
Aquafitness hält Damen warm
Wie man sich außer durch Schwimmen warmhält, haben Karin (72), Karin (67) und Sylvia (67) gerade vorgemacht. Sie haben schon anderthalb Stunden Aquafitness hinter sich, also Wassergymnastik. Karin Nummer eins steht jetzt draußen im Badeanzug und beginnt zu frieren. Eine ihrer Bekannten dachte am Anfang: „Oh, ist das kalt.“ Sie war zuerst im Nichtschwimmer. „Im Großen geht‘s aber“, sagt sie und meint das Schwimmerbecken, das ja auf 24 Grad aufgeheizt wird.

In dem gerade unter der Woche weniger besuchten Nichtschwimmerbecken sind es um die 22 Grad. Aber auch dort werde das Wasser an schönen Tagen noch wärmer, beruhigen die Stadtwerke. Sie haben den Eintritt in diesem Jahr für Erwachsene um einen Euro erhöht, von 4,50 auf 5,50 Euro, für Kinder von drei auf 3,50 Euro.
Zuschussbedarf der Wittener Stadtwerke steigt auf über drei Millionen
Ein Grund sind vor allem die hohen Energie- und Personalkosten. Trotzdem müssen die Stadtwerke inzwischen drei- bis dreieinhalb Millionen Euro zuschießen, um ihren Bäder- und Schifffahrtsbetrieb zu finanzieren. „Wenn das neue Hallenbad in Annen fertig ist, werden es über vier Millionen sein“, sagt Geschäftsführer Schumski.
Bis zu 100 Badegäste sind zum Anschwimmen am ersten Tag gekommen. Gerade mal 75.000 waren es insgesamt in der letzten Saison. Es dürfen in diesem Jahr gern wieder mehr werden. Der Sommer kann kommen.





