Zusammenfassung

  • Bonuskarten gab es bisher nur im Handel.
  • Jetzt übernimmt ausgerechnet eine Wittener Wohnungsgenossenschaft das Konzept.
  • „Witten-Mitte“ sieht sich dem Gemeinwohl verpflichtet. Zugleich hat sie auch eigene Vorteile im Blick.

Ausgerechnet eine Wittener Wohnungsgenossenschaft beschert ihren Mitgliedern Vorteile, die sonst nur aus dem Einzelhandel bekannt sind. Die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte verschickt ab Juni Bonuskarten an seine rund 2400 Mitglieder, die ihnen Rabatte bei ausgewählten Adressen im heimischen Einzelhandel und in der örtlichen Gastronomie bescheren. Was steckt dahinter?

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„Witten-Mitte“, wie die Wohnungsgenossenschaft üblicherweise in der Stadt genannt wird, hat eine Kooperation mit bisher neun Partnerunternehmen verabredet. Die „GenussGalerie Hafer“ verspricht Genossenschaftsmitgliedern für einen Einkauf ab 30 Euro ein Heißgetränk als Dreingabe. Küchen- und Hausgeräte-Spezialist Grodi gibt zehn Prozent Rabatt. Mecke Motorservice und Fotostudio Annette Hauptmann gewähren zehn Prozent, das Kosmetikstudio „Harmonie“ immerhin zehn Prozent auf eine Erstbehandlung. Mit 15 Prozent sind die Tanzschule Feldmann-Hartmann und die Pizzeria „Nonna Rosa“ dabei. Die Bommerholzer Baumschule kürzt zumindest die Rechnungen für Baumschulpflanzen um 15 Prozent. Und YouJump Witten halbiert den Preis für 150 Minuten Sprungzeit.

Ein neues italienisches Restaurant mit Spezialitätengeschäft und Erlebnisküche eröffnet in Witten
Carmine Orabona ist der Chef des Ristorante „Dolce Vita“ an der Johannisstraße in Witten. Für Mitglieder der Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte gibt es dort, sobald sie ihre Bonuskarte vorzeigen, 15 Prozent Rabatt.© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

Wie das Rabatt-System funktioniert

Wie funktioniert das Rabatt-System? „Witten-Mitte“-Mitglieder müssen lediglich Karte plus Ausweis vorlegen.

Was hat sich die Genossenschaft dabei gedacht? „Wir wollen das Band zwischen Genossenschaft und Mitgliedern stärken“, sagt Vorstand Tim Leweringhaus über die Marketing-Aktion. Noch ist es so, dass Mietparteien „Witten-Mitte“ oft jahrzehntelang treu bleiben. Die Nachfrage, Mitglied zu werden, ist ungebrochen groß – der Wohnungsmarkt ist nach wie vor eng. Doch Tim Leweringhaus signalisiert, dass sich die Zeiten durchaus ändern können.

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Zugleich betont er, dass Genossenschaften aufgrund ihrer Organisationsform auch eine soziale Verpflichtung sehen. Fakt ist: Die Karte nützt den Mitgliedern, aber auch Gastronomie und Einzelhandel – zumal Tim Leweringhaus sich weitere Kooperationspartner im Stadtgebiet vorstellen kann.

Vorstellung des Neubauprojekts der Witten-Mitte eG
WWM-Vorständler Frank Nolte (links) und Tim Leweringhaus lassen 2400 Rabattkarten an ihre Genossenschaftsmitglieder verschicken.© FUNKE Foto Services | Jonas Richter

Welche Reaktionen gibt es im Stadtgebiet und in der Region? Die Standortgemeinschaft Witten begrüßt die Aktion der Genossenschaft. Sie knüpft da an, wo Aktivitäten der Standortgemeinschaft zur Belebung der Innenstadt aufhören. Die Bonus-Karte sei „ein schöner Mehrwert für die Mitglieder der Wohnungsgenossenschaft“, heißt es. Die Aktion stärke das Zusammengehörigkeitsgefühl der Stadtgesellschaft: „Wir in Witten gehören alle zusammen.“

Die Chefin des Stadtmarketings, Jasmin Vogel, lobt „eine tolle Aktion – genau diese Art der lokalen Vernetzung unterstützt das Stadtmarketing Witten ausdrücklich“.

Auch die IHK begrüßt das Vorhaben. Sprecher Sven Frohwein sagt, die Genossenschaft stärke den Handelsstandort. Geschäfte könnten Stammkunden binden, neue Verbraucher für sich gewinnen und die Kaufkraft in der Stadt halten. „Am Ende profitieren beide Seiten.“