Zusammenfassung

  • Wetter und Herdecke haben Beitrag für Tierheim in Witten mehr als verdoppelt
  • Parteien loben Unterkunft an der Wetterstraße in den höchsten Tönen
  • Kämmerer: Auch andere Leistungen der Stadt Witten für das Tierheim beachten

Selten war sich der Rat so einig. Der Zuschuss für das Tierheim Witten, Wetter, Herdecke soll erhöht werden, nachdem die beiden kleineren Nachbarstädte Wetter und Herdecke vorgelegt haben. Die Stadt Witten prüft nun, welcher Betrag angemessen wäre.

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Wetter hat seinen Anteil von 5113 auf 12.000 Euro aufgestockt, Herdecke von 4400 auf 10.000 Euro. Bisher war Witten als größte Stadt im Verbund mit 8960,70 Euro der größte Zahler. Das solle auch in Zukunft so bleiben, ist sich Rot-Rot-Grün einig. Das Drei-Parteien-Bündnis hatte im Rat den Prüfauftrag an die Stadt gestellt.

Tierheim kämpft mit steigenden Kosten

Tanja Knopp, die SPD-Landtagskandidatin für Witten und Herdecke, begründete, warum der Zuschuss auch von Wittener Seite erhöht werden müsse. Wie ihre nachfolgenden Redner lobte sie die Arbeit des Tierheims in den höchsten Tönen. Diese sei unverzichtbar und alles andere als ein „nice to have“ (“nett zu haben“). Die Fundtierbetreuung und alle anderen Leistungen des Tierheims seien Teil der Daseinsvorsorge. Überdies würden so Folgekosten verhindert.

Das Tierheim an der Wetterstraße übernimmt für die drei Städte die Fundtierbetreuung.
Das Tierheim an der Wetterstraße übernimmt für die drei Städte die Fundtierbetreuung. © Tierheim Witten/Wetter/Herdecke | Tierheim Witten/Wetter/Herdecke, Collage: Heidl

Es sei eine Frage von „Fairness und Glaubwürdigkeit“, so Knopp, wenn Witten seinen Beitrag nun ebenfalls anpasse, zumal es der größte Nutzer sei. Sie verwies auf steigende Kosten, etwa durch Energie, Futter oder den Tierarzt. „Das Tierheim ist unter Druck“, sagte die Stockumerin, zumal Einnahmen wie Spenden schwankend seien. Ihr Fazit: „ Wir brauchen das Heim und müssen etwas tun.“

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Zuschuss seit DM-Zeiten nicht mehr angepasst?

Was die Antragssteller nicht hineingeschrieben hatten, war eine konkrete Summe. Sie erwähnten nur, dass die Beiträge offenbar seit DM-Zeiten nicht mehr angepasst worden seien. Stefan Borggraefe von den Linken warf schließlich als einziger Redner eine Zahl in den Raum. „Alles unter 20.000 Euro wäre peinlich“, sagte der Besitzer einer Katze, die er sich aus dem Tierheim geholt hat.

AfD-Fraktionschef Matthias Renkel, der sich selbst als großen Tierfreund bezeichnete und einen Hund aus dem Heim sucht, sagte mit Blick auf die bereits erfolgte Zuschusserhöhung in Wetter und Herdecke: „Ich habe mich ein bisschen geschämt. Wir müssen einfach mehr machen.“

CDU: Summe im Haushalt festlegen

Stadtklima-Chef Michael Hasenkamp lobte Tanja Knopp von der SPD für ihren ebenso „sachlichen“ wie „präzisen“ Vortrag, wunderte sich aber: „Warum haben Sie keinen Betrag genannt?“ Den soll nun die Stadt ermitteln.

Wobei CDU-Fraktionschef Volker Pompetzki einen Prüfauftrag angesichts einer unbestrittenen höheren Kostenbeteiligung Wittens eigentlich für überflüssig hält. „Wir müssen den Haushaltsplan 2027 eh aufstellen und Mittel festlegen. Das hilft dem Heim“, sagte der Unionspolitiker.

Pompetzki erwähnte umfangreichen Renovierungen auf dem Gelände an der Wetterstraße und fragte: „Wer hat die eigentlich bezahlt?“ Er wolle nicht, dass Witten in einem schlechten Licht darstehe. Doch das sei auch wichtig, „um unseren Betrag festzulegen“. Kämmerer Matthias Kleinschmidt nahm diesen Ball gern auf.

Kämmerer betont zusätzliche Leistungen neben finanziellen Zuschüssen

„Bitte berücksichtigen Sie, dass unsere Leistungen für die Fundtiere nicht so schlecht sind“, sagte der Dezernent. Er erwähnte das Gelände, die Aufbauten und Renovierungsarbeiten. Witten fördere das Heim auch indirekt, etwa durch einen zeitweise ermäßigten Steuersatz für Hunde, die sich Bürger aus dem Tierheim holen. „Auch das gehört in die Abwägung hinein“, sagte der Erste Beigeordnete. Die Politik bat er, beim Erteilen eines Prüfauftrages die Kostendeckung mit zu berücksichtigen.

Schließlich setzte Rot-Rot-Grün den Antrag mit seiner Mehrheit durch. Trotz Einigkeit in der Sache gab es 16 Enthaltungen aus den konservativeren Reihen.