Giovanni Vizzini und sein Eiswagen gehören seit mehr als 40 Jahren zum Wittener Stadtbild dazu. Ob auf dem Hohenstein, am Stadtpark oder in der heimischen Wohnsiedlung. Wenn der Eismann klingelt, wird alles stehen und liegen gelassen. Aber auch das Eiscafé an der Pferdebachstraße, das er zusammen mit seiner Frau Teresa und Tochter Angelina betreibt, ist äußerst beliebt. Den Kunden schmeckt das Eis dort so sehr, dass die Eisdiele nun als eine der 100 besten in Deutschland ausgezeichnet wurde.

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„Ich habe den Brief zu spät geöffnet“, sagt Teresa Vizzini. Weil sie das Schreiben der Gelatissimo-Messe zunächst für Werbung gehalten hatte, hätte ihre Familie beinahe die große Auszeichnung in Stuttgart verpasst. Zwei Tage bevor die Verleihung starten sollte, hat sie doch in den Umschlag geschaut. Drin steckte ein Glückwunschschreiben samt Einladung ins Schwabenland. Dann wurde es hektisch. Denn die Frist für die Rückmeldung war bereits um einige Tage überschritten. Per E-Mail nahmen die Vizzinis Kontakt zu den Veranstaltern auf – die zeigten sich gnädig.
Familie Vizzini fährt für Auszeichnung spontan quer durch Deutschland
So kam es, dass sich die Vizzinis am Montag, dem Tag der Auszeichnung, ohne Hotelzimmer auf den Weg machten. „Das überhaupt hinzubekommen, war schon ein Akt“, sagt Teresa. Normalerweise hätten sie seit Ende Januar Bescheid wissen sollen. So wurde die Auszeichnung für die Familie zur doppelten Überraschung. Für die pinkfarbene Plakette, die ihnen von namhaften Vertretern der italienischen Eis-Gastronomie verliehen wurde, waren sie rund zehn Stunden lang auf der Bahn. „Wir sind gerade erst zurückgekommen und müssen uns erst mal sammeln. Wir wissen zum Beispiel bis jetzt nicht, wo wir die Plakette überhaupt aufhängen wollen“, sagt Teresa Vizzini.

Wohl wisse sie aber, wem sie die Auszeichnung zu verdanken habe: ihren Kunden. Denn die Top 100 der besten Eisdielen Deutschlands werden anhand von Gästebewertungen in den sozialen Medien und bei Google anhand der Reichweite und Aktivität bestimmt. „Die Ehre gebührt ebenso unseren Kunden wie uns. Wir können das Eis nur herstellen. Aber dafür, dass es so gut ankommt, sorgen die Kunden“, sagt sie.
Wenn andere schlafen, entwickelt Teresa neue Sorten
Dabei blicken Teresa und ihr Ehemann Giovanni auf beinahe 40 Jahre Eistradition in der Familie zurück. Bereits der Vater ihres Gatten hat Eismasse angerührt. Los ging es in einem kleinen Lokal an der Arthur-Imhausen-Straße. Im Jahr 2004 eröffnete das Ehepaar schließlich den Laden an der Pferdebachstraße, an dem die Wittener selbst bei weniger gutem Wetter noch Schlange stehen.
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Verantwortlich für den nachhaltigen Erfolg sind – neben der eishungrigen Kundschaft – vor allem die verschiedenen Sorten. Sie werden vor Ort in Witten entwickelt. Bis zu dreißig Jahre hat so manches Rezept auf dem Buckel, andere kommen frisch aus der Maschine. Denn wenn normale Menschen schlafen, rotiert es in Teresas Kopf: „Ach guck mal, dies könnte man ja mal machen und das hier versuchen. Eben so, dass man alle Kunden glücklich macht“, sagt sie.

Ginge es nach den kleinsten Kunden, sollte das Eis am besten in allen Regenbogenfarben leuchten –womöglich auch im Dunkeln. Doch die Vizzinis möchten ihr Eis gerne so naturbelassen herstellen, wie möglich. „Es soll schon auf Milchbasis bleiben, nicht so, wie dieses Slushi-Eis. Da ist ja nur Farbe drin“, sagt sie. Als Alternative bieten sie bunte Streusel oder Marshmallows an.
Saisoneröffnung: Dann gibt es Sieger-Eis in Witten
Aktuell sind die Vizzinis mindestens bis zum 28. Februar in der Winterpause. Möglicherweise müssen sich die Kunden ein bis zwei Wochen länger gedulden. Alles hängt an einem Handwerkertermin. Apropos Zukunft: Vielleicht gehen die Vizzinis bei der kommenden Messe in zwei Jahren sogar mit einer eigenen Kreation ins Rennen um das beste Speiseeis. Denn wer auf der Gelatissimo gewinnt, qualifiziert sich für die Europameisterschaft im italienischen Rimini. Danach kommt nur noch die Weltmeisterschaft. Man darf gespannt sein, welche neuen Sorten die Wittener in den kommenden Jahren erwarten.





