Der Ort der Begegnung gilt als Erfolgsmodell. Seit zehn Jahren besteht der offene Kulturtreff an der Dortmunder Straße im Wittener Stadtteil Annen. Das Vorhaben sorgte überregional für Aufmerksamkeit. Das NRW-Kulturministerium gab Fördergeld, der Regionalverband Ruhr, selbst die Soziallotterie „Aktion Mensch“ schoss Geld zu. Dem Trägerverein Interkultureller Honigfluss hat das Mut gemacht, eine Filiale im Wiesenviertel aufzumachen, an der Steinstraße 7, genannt „Die Sieben“.

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Dahinter steckt ein kluger Kopf: Shahida Perveen-Hannesen. Die Heilpädagogin hat an der Uni Witten/Herdecke studiert, war zeitweilig in ihre Heimat in Pakistans Millionen-Metropole Lahore zurückgekehrt und lebt seit zehn Jahren wieder in Witten. Ihr liegt daran, Menschen zusammenzubringen – unabhängig von Alter und Geschlecht, Herkunft und Religion. In Annen funktioniert das gut. Bis zu 70 Menschen nutzen die Räume im Haus Dortmunder Straße 97.
Kein Leerstand an Wittens Steinstraße, aber auch kein neuer Kiosk
Durch Einzelhändler Michael Kapmeyer eröffnete sich für Shahida Perveen-Hannesen und ihren Verein die Chance, ein 55 Quadratmeter großes Ladenlokal an der Steinstraße im Szene-Kiez Wiesenviertel zu übernehmen. Michael Kapmeyer war froh, eine gute Nachnutzung für sein ehemaliges Ladenlokal zu haben.
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Er selbst ist mit seinem Naturtuche-Laden in seine eigene Immobilie nebenan gezogen. Und: „Ich wollte keinen Kiosk, keinen Barbershop und auch kein Nagelstudio“, sagt Kapmeyer. Sein Mietvertrag läuft noch bis Ende Oktober. Der Verein Interkultureller Honigfluss hat die Räume im Rahmen einer Zwischenvermietung günstig übernommen. „Wir würden“, sagt Shahida Perveen-Hannesen, „gern für immer bleiben.“
Der Nachbarschaftstreff enthält einen Raum für Gespräche. Zudem gibt es eine Krabbelecke und eine kleine Küche.
„Wir hatten schon Studenten von der Uni Witten/Herdecke da“
Das Interesse am Treff ist vom Start weg groß. „Wir hatten schon Studenten von der Uni Witten/Herdecke da“, erzählt Shahida Perveen-Hannesen. Und beim Gespräch stecken immer wieder interessierte Menschen ihre Nasen in den Raum, dessen Stühle mit Tüchern in warmen Farbtönen bezogen sind.
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Interesse am zweiten Ort der Begegnung zeigt auch der Fliederhof aus Herbede. Lennard Schasiepen plant, an der Steinstraße eine Abholstation für seine Abo-Gemüsekisten einzurichten. „Wir wollen eine Verbindung zwischen Stadt und Land schaffen“, berichtet er. Obendrein hat die neue Abholstation den Charme, dass Strecken und Fahrzeiten für motorisierte Abonnenten kürzer werden.

Ehrenamtliche Kräfte und finanzielle Unterstützung willkommen
Der Verein Interkultureller Honigfluss sucht ehrenamtliche Kräfte, die helfen, möglichst lange Öffnungszeiten anbieten zu können. Auch finanzielle Unterstützung ist willkommen.
Bei der Zwiebelkirmes will der Verein dafür werben. Er beteiligt sich am Kulturfestival „Bunte Vielfalt“ am Sonntag, 7. September, auf dem Kornmarkt. „Wir haben einen Infostand“, kündigt Shahida Perveen-Hannesen an. Wenn das Festival gut besucht wird, kann der Verein daraus den sprichwörtlichen Honig saugen.
- Kontakt: s.perveen-hannesen@honigfluss.de
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