Wenn der Kiez feiert, kommen sie alle. Am Samstag, 23. August, verwandelte sich das Wiesenviertel in Witten erneut in ein pulsierendes Zentrum für Musik, Kunst und Begegnung. Von 12 bis 22 Uhr strömten Tausende Besucherinnen und Besucher durch die Wiesenstraße bis zum Humboldtplatz und über die Steinstraße. Sie wurden mit einem Programm belohnt, das so bunt war wie das Viertel selbst. Das Wetter zeigte sich zwar nicht hochsommerlich, aber zumindest trocken und so herrschte auf den Straßen, in den Kneipen und Läden dichtes Gedränge.

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„Hier treffen sich Wittener und mittlerweile auch Menschen aus dem Ruhrgebiet und darüber hinaus. Und genau das macht es so besonders“, sagt Anna Hürten vom Organisationsteam. Die Menschenmenge schiebt sich derweil die Wiesenstraße runter in Richtung Humboldtplatz. Von dort hört man einen dumpfen Bass und erspäht einen roten Doppeldeckerbus. An einem der oberen Fenster steht ein DJ, der die tanzwütige Menge auf dem Platz anheizt.

Wiesenviertelfest in Witten: „Tolles Wetter, tolle Stimmung“

Auf drei Bühnen und in zahlreichen kleinen Zwischenräumen wurde ein musikalisches Feuerwerk gezündet. Besonders auffällig: Die starke Präsenz junger Künstler aus der Region. „Wir wollten bewusst ein Line-up, das Diversität lebt – musikalisch und menschlich“, sagt Anna Hürten. „Viele der Acts kommen aus dem Ruhrgebiet oder dem Rheinland.“ Auch die Avant-Pop-Band Yenga entführte das Publikum in andere Sphären. Für Hip-Hop-Fans gab es Beats und Bars von Kasio & MCs, die die Brunnenbühne zum Beben brachten.

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Wittener Wiesenviertel-Fest
Mika und Camil haben sich für eine Pause auf dem Sofa entschieden.© FUNKE Foto Services | Walter Fischer

Und auch Schleckermäuler kommen bei dem Fest nicht zu kurz. An den Ständen brutzelt es, herrliche Düfte wehen durch die Luft und locken die hungrigen Gäste an. Überwiegend vegetarische und vegane Stände bieten alles von Falafel über Bowls bis zu handgemachten Limonaden. Auch bei den Speisen wird auf Nachhaltigkeit geachtet. Traditionellen Speisen wie Pommes, Currywurst und Gyros dürfen natürlich auch nicht fehlen. Michael Kapmeyer, Inhaber von „Naturtuche“ auf der Steinstraße, eilt an den Ständen vorbei und ruft begeistert: „Tolles Wetter, tolle Stimmung!“

Chill-Out-Area lädt zum Entspannen ein

Doch das Wiesenviertelfest wäre nicht das Wiesenviertelfest, wenn es sich nur auf Musik beschränken würde. Eine Stelzenläuferin zieht trotz des Gedränges gekonnt durch die Gassen, Kinder lassen sich von einem Magier verzaubern, und im Hinterhof der Steinstraße entstand zusammen mit dem „Heilort“ eine Chill-Out-Area mit DJ und Saftbar. „Hier kann man einfach mal durchatmen“, sagt Melanie (37), die sich mit einem Smoothie auf einem Liegestuhl niederlässt.

Wittener Wiesenviertel-Fest
Auch wenn die Sonne sich nicht die ganze Zeit blicken ließ, war die Besuchermeile ordentlich besucht.© FUNKE Foto Services | Walter Fischer

Kaum verlässt man den Hinterhof hat einen der Trubel wieder. „Ach, du auch hier?“, ist eine Begrüßung, die man an diesem Tag des Öfteren hört. Hier begegnen sich die Menschen, treffen sich, ohne sich vorher verabredet zu haben. Beim Bummel durch die Straßen konnten die Gäste nicht nur Nachbarn und Freunde, sondern auch Kunsthandwerk entdecken – von Keramik über Schmuck bis zu Illustrationen. Viele der Aussteller stammen ebenfalls aus der Region.

Wiesenviertel zeigt, was es kann

Das Wiesenviertelfest 2025 war erneut mehr als ein Stadtteilfest – es war ein Statement für Vielfalt, Kreativität und Gemeinschaft. Kostenlos, inklusiv und liebevoll organisiert von einem ehrenamtlichen Team, das aus 74 Personen bestand und mit Herzblut dabei war. Auf ein Neues in 2026.

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